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Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Das Elend der FDP

    Was wird aus der FDP? 2017 führte sie ihr Vorsitzender Lindner in den Bundestag zurück. Unter den sechs Fraktionen erreichte sie mit 10,7 Prozent Platz 4. Kaum drei Jahre später ist die Zahl ihrer Anhänger halbiert. Die Partei ist auf fünf Prozent gefallen und droht bei der Wahl 2021 erneut aus dem Bundestag zu fallen. Lindner hat ganze Arbeit geleistet. Seit der Wahl 2017 häufen sich seine Fehler. Der größte unterlief ihm 2018. Lindner weigerte sich, mit der Union und den Grünen zu koalieren. Plötzlich fand sich die FDP auf dem Niveau der SPD wieder, die schon am Wahlabend vor der Verantwortung geflohen war. Nun verkroch sich auch Lindner mit der FDP in die Opposition, für viele ihrer Anhänger ein Schock. Lindner raubte ihr nicht nur die Chance, die Republik zu gestalten. Das ganze Ausmaß seiner strategischen Torheit zeigt seine Devise, es wäre besser, gar nicht als schlecht zu regieren. Was der FDP in der Opposition blühte, war damals von jedem Einfaltspinsel vorherzusehen. Es ergeht ihr dort viel schlechter, als es ihr in der Regierung je hätte ergehen können. Im Kreis von AfD, Grünen und der Linken spielt die FDP im schlimmsten Fall nur noch die vierte Geige. Die erste Geige, die Rolle der Oppositionsführerin, kann die FDP der AfD wegen der höheren Zahl ihrer Abgeordneten nicht streitig zu machen. Zudem hat die FDP auch noch große Probleme, sich von der AfD abzugrenzen. Wie groß sie sind, zeigte sich in Thüringen. Dort schaffte es Lindner nicht, die Kooperation der FDP-Landtagsfraktion mit dem AfD-Faschisten Höcke zu unterbinden. – Als erste Großtat in der Opposition versuchte Lindner, Merkels Sturz zum Thema zu machen. Das Ergebnis: Nach 15 Regierungsjahren steht sie besser da denn je. Dagegen steht er nach nur zweieinhalb Oppositionsjahren so wackelig da wie nie: FDP-Anhänger laufen zur Union über. – Was bleibt von Lindner hängen? Er traut sich nicht zu regieren. Er hört sich gerne reden. Er liebt große Gesten. Dass er die FDP zur Opposition verdammte, schuf seinem Drang zur folgenlosen und verantwortungsfreien Selbstinszenierung Raum, schadet jedoch der Partei. Wie lange wird sie ihn ertragen? Bis die Wähler sie 2021 erneut aus dem Bundestag werfen? – Ulrich Horn

Schuss nach hinten

Freitag, 1. November 2013

Nebenbei

(uh) Die NRW-CDU hat erkannt, dass Hannelore Kraft ein Problem hat. Die Ministerpräsidentin verhandelt mit der Union in Berlin über die Energiewende. Sie soll fortgeführt werden, aber den Strompreis nicht mehr erhöhen und keine Arbeitsplätze gefährden. Das klappt nur, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien langsamer und billiger voranschreitet. Sollten sich Union und SPD darauf verständigen, stünde Krafts grüner Koalitionspartner in Düsseldorf dumm da. Der NRW-Koalitionsvertrag sieht den forcierten Ausbau der alternativen Energien vor. Kraft ist also dabei, über die Berliner Verhandlungen die Geschäftsgrundlage ihrer Landesregierung zu verändern, ohne dass die Grünen einbezogen wären. Das löst bei ihnen keine Begeisterung aus und erklärt, warum sich Kraft demonstrativ skeptisch über die große Koalition äußerte. Mit ihren Vorbehalten versuchte sie offenbar, die Grünen zu besänftigen und vor schroffen Reaktionen abzuhalten. Die NRW-CDU kam nun auf die Idee, in einer Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses vorzuführen, wie zerstritten Rot-Grün in der Energiepolitik sei. Der Befund stimmt. Dennoch ging der Schuss nach hinten los. Rot-Grün tat der CDU nicht den Gefallen, sich gegeneinander ausspielen zu lassen. Nach der Sitzung konnte die NRW-CDU das Ergebnis ihrer Bemühungen im WDR-Teletext nachlesen. Dort hieß es lakonisch: „SPD und Grüne demonstrieren Einigkeit“. Schlecht gelaufen, kann man da nur sagen. Ob die NRW-CDU weiß, warum?

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2 Kommentare zu “Schuss nach hinten”

  1. […] NRW: Schuss nach hinten…Post von Horn […]

  2. Bei den Unionsparteien weiß man um deren rechtes Programm, und man kennt ihre Klientel. Bei den Grünen staunt man, mit welcher Konsequenz, auch personell, sie ihre Wahlschlappe zu analysieren bereit sind. Bei der Linkspartei haben sich die Wellen geglättet, und man demonstriert Einigkeit bei der Umsetzung ihres anspruchsvollen Programms.

    Bei allen im Bundestag vertretenen Parteien weiß man in etwa, woran man ist. Lediglich bei der SPD muss man vor unangenehmen Überraschungen gewappnet sein. Bei ihrem Trieb, wieder an die Futtertröge der Macht zu kommen, werden sie auch ihre „hl. Kühe schlachten“, und ihren Mitgliedern die faulsten Kompromisse als Frischobst anbieten. So wie man schon zu Schröders Zeiten die braven, naiven Mitglieder kennen gelernt hat, die fast alle Schlechtigkeiten ihres Führungspersonals mitmachten, werden sie auch dieses Mal die Koalitionsvereinbarungen und Absichtserklärungen der Seeheimer abnicken und die Merkel aufs Schild heben.

    Der flächendeckende, gesetzliche Mindestlohn, selbst von unzureichenden 8,50 Euro, wird es nicht geben. Es wird ein Unionskompromiss sein, der es den Arbeitgebern erlauben wird, einen Großteil von Menschen mit Hungerlöhnen weiter auszubeuten.
    Das Betreuungsgeld wird es weiter geben und die Absichtserklärung, sich um eine Finanztranzaktionssteuer zu bemühen, wird die Spekulanten und Finanzjongleuren kaum beunruhigen.
    Die Normalbürger werden von der Seeheimer SPD eine Weihnachtsüberraschung bekommen, die den meisten keine Freude bereiten wird.

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