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Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

Zweite Wahl für den WDR

Samstag, 18. Mai 2013

Nebenbei

(uh) Was ist los im WDR? Die Intendantin des zweitgrößten Senders in der EU gab ihren Posten auf, sobald sie ihren Vertrag verlängert hatte. Ihre Gründe lässt Piel im Dunkeln. So nährt sie Spekulationen bis hin zum Verdacht, sie habe sich Einkünfte sichern wollen. Ihr Verhalten schadet ihr – und dem WDR. Sie steht nicht allein. Der Rundfunkrat, der den Sender kontrolliert und Piels Nachfolger sucht, stellt aus dem Kreis von drei Dutzend Bewerbern drei zur Wahl: Stefan Kürten, Direktor der EU-Rundfunkunion, Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, und Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow. Kürten und Metzger mögen tüchtig sein. Außerhalb der Fachwelt sind sie unbekannt. Was Buhrow qualifiziert, bleibt das Geheimnis des Rundfunkrates. Der WDR hat einen Etat von 1,4 Milliarden Euro und 4000 Beschäftigte. Buhrow hat weder Management- noch Führungserfahrung. Er macht eher mit vielen lukrativen Nebentätigkeiten von sich reden. Damit nicht genug: Der Rundfunkrat entwertete seine drei Kandidaten auch noch selbst als zweite Wahl. Ehe er sie bekannt gab, hatte er bei renommierten Größen wie di Lorenzo (Zeit-Chefredakteur), Kleist (SR-Intendant) und Marmor (NDR-Intendant) angeklopft. Sie winkten dankend ab. Warum? Kennen sie den WDR zu gut, um sich auf ihn einzulassen? Schreckten sie vor dem zurück, was sie dort erwartet? Was ist los im WDR?

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5 Kommentare zu “Zweite Wahl für den WDR”

  1. […] Medien: Zweite Wahl für den WDR…Post von Horn […]

  2. Martin Böttger sagt:

    Rätselhafter erscheint mir, dass weder auf der 3er-Liste noch bei den hier erwähnten Absagen überhaupt eine Frau dabei ist. Aus welchem Jahrtausend ist das denn? Einem Fritz Pleitgen wäre so eine blamable Performance nicht passiert 😉

  3. Udo sagt:

    Hier zeigt sich die ganze Schwäche dieser Gremienstruktur. Schaut man sich mal an, wer da im Rundfunkrat sitzt und den Ton angibt, überkommt einen schon das leichte Schaudern. Und diese Leute, die z.T. – wie z.B. Ruth Hieronymi – nie etwas in ihrem Leben getan haben als ihrer eigenen Partei zu dienen, sollen souverän und kompetent genug sein, Führungspositionen vernünftig zu besetzen?
    Der WDR braucht vor allem eine Führungspersönlichkeit, die eine solide Mannschaft aufstellen kann, um zuvorderst die hausinternen Grabenkämpfe zu befrieden. Im WDR sind zu viele Redakteure dank des Treibens von Frau Kulenkampff in Resignation verfallen. Der einst stolze Sender lässt nun sogar Trash-Dokusoaps produzieren („Höschen-Hof“), eine neue Stufe der schon abenteuerlich genug abflachenden Qualität.

  4. Martin Böttger sagt:

    @Udo
    Frau Hieronymi möchte ich, obwohl oder weil ich ihrer Partei fernstehe, verteidigen. Sie hat wirklich rundfunkpolitische Kompetenz und als Europaabgeordnete das öffentlich-rechtliche deutsche System gegen die neoliberalen Kräfte in Brüssel verteidigt. Frau Kulenkampff dagegen möchte ich nicht verteidigen, sie war eine personalpolitische Fehlentscheidung und mit Neid muss man in diesem Zusammenhang – ausgerechnet – nach Bayern schauen. Das ist wirklich peinlich.
    Und traurig ist der Verlust von Horst Königstein (NDR). So einer würde heute nirgends mehr eingestellt, fürchte ich.

  5. Nofretete sagt:

    Die 62-jährige Monika Piel hat ohne Angabe von Gründen den Rückzug angetreten. Eine solche Karriere wie ihre wäre heute auch nicht mehr denkbar: Studium Jura und Orientalistik an der Uni zu Köln ohne Abschluß.
    Darüberhinaus verdiente sie und wahrscheinlich auch der nächste Intendant ungefähr das 6-fache mehr als die Bundeskanzlerin monatlich. Sie hat Rentenanwartschaften in Millionenhöhe erworben. Da ist der Rückzug leicht. Es geht nicht um eine Neiddebatte, wie heutzutage gerne postuliert. Es geht um die Verhältnismäßigkeit der Dinge, die in vielen Belangen aus dem Lot geraten sind.

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