Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Hoyzer und die Formel 1

Mittwoch, 27. März 2013

Nebenbei

(uh) Seit Fußball-Schiedsrichter Hoyzer zugab, Spiele manipuliert zu haben, um Wetten zu beeinflussen, verfolge ich Fußballspiele mit gemischten Gefühlen. Wenn ich sehe, wie Spieler frei vor dem leeren gegnerischen Tor daneben schießen oder am eigenen Strafraum ohne Not den Ball verlieren, gehen mir stets die gleichen Fragen durch den Sinn: War das Zufall oder Absicht? Ist auch dieses Spiel verkauft? Wer mag es gekauft haben? Wie groß ist der Gewinn, den er mit der faulen Wette einstreicht? Weit bringen mich diese Fragen nicht, und so sage ich mir jedes Mal: Sei nicht so misstrauisch, es wird schon mit rechten Dingen zugehen. Am Wochenanfang bekam mein Misstrauen neues Futter. Ein Bekannter wies mich darauf hin, dass beim Formel-1-Rennen in Malaysia Sebastian Vettel von seinem Rennstall aufgefordert wurde, Teamkollege Webber nicht zu überholen. Vettel hielt sich nicht an die Order und gab sich später zerknirscht. Prompt fiel mir Hoyzer ein. Wenn der Rennstall den Fahrer steuert, ist dann nicht der Manipulation Tür und Tor geöffnet? Müsste nicht Euro- und/oder Interpol Ermittlungen einleiten, um auszuschließen, dass sich die organisierte Kriminalität der Formel 1 bemächtigt, fragt sich mein Bekannter. Ich fürchte, ich werde Formel-1-Rennen nicht mehr arglos zuschauen können.

Schlagwörter: , , ,

3 Kommentare zu “Hoyzer und die Formel 1”

  1. Duderich sagt:

    Das waren einfach die Trägheitsgesetze, die Vettel vor Webber schoben.
    Nein, nur Jokus!
    Das Volk liebt halt die Sieger, und die Sieger lieben den Ruhm.
    Das wird bei den Gladiatorenkämpfen damals sicherlich nicht auch anders gewesen sein.

    Letztendlich ist es scheißegal, wer bei welchem Wettkampf Sieger ist, und warum.

    Wir haben ganz andere Probleme. Der Sport dient nur als Ablenkung.

    Wenig Brot, aber viel Spiele…

  2. Roland Appel sagt:

    Um dreistellige Millionenbeträge geht es jedes Rennwochenende. Als Rubens Baricello bei Ferrari für Schumi bremsen musste „let Michael pass for the Championship“ regte sich die halbe Welt auf, waren Stallorder fortan im Sinne der Sportlichkeit offiziell verboten. Nachdem Vettel seinen Teamkollegen Webber 2010 von der Piste fegte, wurde sie wieder erlaubt. Das ist unsportlich und öffnet Wettskandalen Tür und Tor. Schlimmer ist die Rolle der „Paten“.

    Zum Beispiel Niki Lauda, der als RTL-Co-Moderator und „Experte“ vor Millionenpublikum bewertet, erklärt, Interviews macht, zum Beispiel mit dem Teamchef von Mercedes, dessen Aufsichtsratsvorsitzender er zugleich ist. Dem hielt er am Sonntag vor, dass Mercedes-Konstukteur Ross Brawn, – der zu Schumi/Baricellos Zeiten Chefkonstrukteur von Ferrari war, – zu unrecht den schnelleren vierten Nico Rosberg hinderte, den zum Spritsparen gezwungenen Dritten, Louis Hamilton ein viertes und erfolgreiches mal zu überholen, obwohl die beiden Mercedes-Piloten zu diesem Zeitpunkt – anders als damals die Hitzköpfe Vettel und Webber – fair und bedacht auf die gegenseitige Sicherheit wettkämpften.

    Derselbe Lauda machte sich Minuten später auf demselben Sender über Vettels Verhalten her, der doch in Wirklichkeit das machte, was Lauda Rosberg gerade zugestanden bzw. für ihn eingefordert hatte. Wer soll, so fragt sich jeder Beobachter, da noch wisssen, in welcher Rolle Lauda gerade spricht, als RTL-Experte, als Mercedes-Aufsichtsrat oder als österreichischer Nationalist oder Anwalt fairen Sports? Oder in allem nur als scheinheiliger Heuchler?

    Zum Beispiel Bernie Ecclestone, der universelle Gesamtpate der Formel 1 – wegen seiner Rolle in der Affaire um die Hypovereinsbank und deren Anteilsverkauf an die Formel 1 von der Staatsanwaltschaft München gesucht, zeigt dieser plötzlich Herz für den Nürburgring und gesteht diesem einen Grand Prix 2013 zu. obwohl die inzwischen in Rheinland-Pfalz mitregierenden Grünen jene Millionen einfror, die Ecclestone jahrelang aus Steuergeldern kassierte.

    Formel 1 ist teuer, das wissen wir. Dass es immer mehr Schein, Theater, Mogelei und Manipulation um Millioneninteressen ist, muss befürchtet werden. Da spiel ich lieber Volleyball.

  3. Martin Böttger sagt:

    Zur Ergänzung für den Fußballbereich: jetzt ist die Schlussphase der Saison. Da verlieren regelmäßig Mannschaften aus dem „gesicherten Mittelfeld“ gegen schwächere Mannschaften, die gegen Abstiegsgefahr kämpfen, und zwar bis hinunter in die Kreisliga. Auf den Plätzen hat man da längst keinen Argwohn mehr, sondern lacht und trinkt darüber. Wer darauf Wetten abschließt, ist selber schuld.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.