Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Nebenbei

  • Hummels, Hoeneß, Glück

    Man stelle sich vor: Statt Costa (FCB) hätte Hummels (Borussia) den Elfmeter verwandelt, mit dem das Pokalfinale entschieden wurde. FCB-Trainer Guardiola stünde ziemlich belämmert und die teure Truppe des FCB mit „nur“ einem Titel da. Die FCB-Macher Rummenigge und Hoeneß würden blöd aus der Wäsche gucken. Die halbe Republik würde sich ins Fäustchen lachen. Hummels hätte bewiesen, dass er Rückgrat hat. Da er in der nächsten Saison in München spielen wird und über seine aktive Zeit hinaus dort seinen Lebensmittelpunkt sieht, wäre er an der Iser wohl seines Lebens nicht mehr froh geworden. Einer, der mit allen Wassern gewaschen ist, sah das voraus. Hoeneß riet davon ab, Hummels beim Elfmeterschießen einzusetzen. Wie weit der Einfluss von Hoeneß reicht, zeigte sich auf dem Platz. Hummels erweckte den Eindruck, als habe er sich Hoeneß’ Worte zu Herzen genommen. Der Borussia-Verteidiger spielte mit gebremstem Schaum. Eine Viertelstunde vor Schluss der regulären Spielzeit erweckte er sogar den Eindruck, stark abzubauen. Sein Verbleib auf dem Platz schien für Dortmund von Minute zu Minute riskanter. Hummels wurde ausgewechselt. Beim Elfmeterschießen standen seine Dienste nicht mehr zur Verfügung. Bayern gewann das Spiel (auch), weil Costa den entscheidenden Elfmeter verwandelte und Hoeneß Hummels kleingekocht hatte. Man kann nicht einmal behaupten, Hummels habe Dortmund den Sieg gekostet oder München habe mit den Millionen für Hummels neben dem Spieler auch den Pokalsieg erworben. An Hummels allein lag es ja nicht. Der Schiedsrichter hätte Ribery vom Platz stellen, Aubameyang seine Chancen verwerten und Borussia-Trainer Tuchel andere Elfmeterschützen benennen müssen. Kein Wunder, dass Guardiola am Ende in Tränen ausbrach: Er konnte sein Glück nicht fassen. – Ulrich Horn

Blog-Fundsachen ... Nr. 53 - 2013

Peer, Gauck, Verlage, Stiftung, Handelsblatt

Samstag, 9. März 2013

Blog-Tipps

(uh) Heute finden Sie in den Blog-Fundsachen einen Beitrag, der Peer Steinbrück aus Schweizer Sicht beschreibt. Ein anderer Blogger bedauert, dass Bundespräsident Gauck die europäische Idee einseitig betrachtet. Ein dritter findet heraus, dass sich die Verlage zu den Auswirkungen des Leistungsschutzrechtes auf Blogger nicht eindeutig äußern. Ein Autor regt an, eine Stiftung zu schaffen, die Recherchen gegen politische Korruption finanzieren soll. Ein anderer befasst sich mit der „Frankfurter Rundschau“ und ein weiterer mit dem Online-Angebot des „Handelsblatt“. Und zum Schluss: ein Beitrag zur Mindestlohn-Debatte.

1. Politik

a. Peer, der deutsche Clown
Im Gegensatz zu Steinbrück verfügte Kohl über authentische Unerschütterlichkeit. Es war ihm in der Tat egal, was Blätter wie «Der Spiegel» über ihn schrieben. Kohl war ausserdem konsequenter als Steinbrück und, auch auf dem Zenit seiner Macht, weniger geltungssüchtig. Kohl verfügte stets über Abstand zu sich selbst. Auch nicht über allzu viel, aber mehr als Steinbrück, denn Steinbrück hat eine Selbstdistanz von null.
Aus: Blog Magazin

b. Joachim Gaucks einseitiger Blick auf Europa

Mit seiner „ersten großen Rede“ wollte der Bundespräsident vor allem begeistern. Leider hat er die Grundlagen der europäischen Idee dabei nur halbherzig erwähnt. Für ihn beginnt Europa mit Churchills Realpolitik, nicht mit dem Geist der Résistance.
Aus: Wolfgang Michal

2. Medien

a. LSR und Blogger: Was sagen die Verlage dazu?
Anstatt Sicherheit für Blogger verkünden zu können, stelle ich fest, wie extrem verunsichert die Großmedien sind. Starkes Stück deutscher Mediengeschichte. Die ZEIT hält bisher alleine die Fackel hoch, uns Blogger als Medienmacher zu unterstützen und Sicherheit zu geben. Das ist an breiter Front zu wenig bisher! Für mich ein weiterer Indikator, die Rolle der Blogger stärken zu müssen.
Aus: Basic

b. Dringend gesucht: Stiftung zur Recherche (…)

Von einzelnen Journalisten oder oppositionellen Abgeordnete ist kaum zu erwarten, dass sie diese Recherchearbeit leisten. Deshalb die Idee zur Gründung einer Stiftung. Sie könnte einen großen Beitrag zum Kampf gegen die politische Korruption und damit zur Verbesserung der Qualität politischer Entscheidungen leisten.
Aus: NachDenkSeiten

c. Die Rache der Geschichte

Ohne „Knete“ von Springer hätten die Rundschau-Redakteure schon vor vielen Jahren ihre Familien nicht mehr ernähren können.
Aus: The European

d. Journalismus für eine abgehängte Generation

Das “Handelsblatt” begeht den Kardinalfehler des Internet-Marketing in der Version für Content-Veröffentlicher: Die eigenen Defizite sollen zum Problem des Kunden werden. Konkreter: Das “Handelsblatt” versucht, die Aktualität einer Web-Seite vorzutäuschen, gleichzeitig aber die Produktionsmechanik einer Tageszeitung beizubehalten.
Aus: Indiskretion Ehrensache

SCHLUSSPUNKT – Der Wirtschaftstext des Tages

Wenn die Konkurrenz die Lohnkosten bestimmt
Die Mindestlohn-Debatte wird den Wahlkampf mitbestimmen, keine Frage. Auch wenn die Regierung versucht, dem Thema den Stachel zu ziehen, in dem sie sich grundsätzlich ebenfalls für den Mindestlohn ausspricht.
Aus: Pixelökonom

Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

Ein Kommentar zu “Peer, Gauck, Verlage, Stiftung, Handelsblatt”

  1. Danke, gerade der erste Link ist ein echtes Fundstück. Ich glaube, besser ist Peer Steinbrück nie analysiert worden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.