Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Nebenbei

  • Lindners Stepptanzboden

    Nichts währt ewig. Diese älteste aller Binsenweisheiten tritt auch die FDP. Zwei Hemmnisses könnten ihr demnächst den Garaus machen: Sie hat sich zum Anhängsel ihres Vorsitzenden Lindner gemacht. Und: Ihr Bild vom Menschen, der aus eigener Kraft sein Leben gestaltet, erweist sich in Krisen als Hirngespinst. In der Finanz- und Bankenkrise wären viele FDP-Anhänger auf den Hund gekommen, hätte ihnen der Staat nicht gegen ihre politische Überzeugung geholfen. Dieser Akt wiederholt sich nun in der Corona-Krise. Das Menschenbild der FDP ist nicht krisentauglich. Kommt es hart auf hart, geht es nicht ohne starken Staat. Krisen sind für die FDP gefährlich. Sie bescheren ihr Sinnkrisen. Prallen sie auf Personalkrisen, wird es dramatisch. Diesen Punkt hat die FDP erreicht. Sie fungiert als Lindners Stepptanzboden. Von seinen Stärken kann sie nicht profitieren. Wohl aber leidet sie unter seinen Schwächen. Ob sie 2021 in den Bundestag kommt, ist ungewiss. Selbst wenn es ihr gelingt, wäre sie am Ende, sollte sie es nicht in die nächste Regierung schaffen. Doch wer soll mit ihr koalieren? Für Grün-rot-gelb reicht es nicht, für Schwarz-grün wird sie nicht gebraucht. Dass sie erklären kann, warum sie in den Bundestag gehört, ist fraglich. Sie könnte also demnächst in die Binsen gehen. Mit dieser Aussicht ließe sich Wahlkampf machen. Dafür wäre Lindner der richtige Mann.- Ulrich Horn

Der Stern sinkt

Samstag, 26. Januar 2013

Nebenbei

(uh) Der Stern glänzt nicht mehr. Das ist keine üble Nachrede, sondern die Botschaft, die der neue Chefredakteur Wichmann jüngst der Öffentlichkeit verkündete. Sie weiß es längst: Das Magazin, dessen Redaktion er nun auf Vordermann bringen will, leidet unter journalistischem Substanzverlust. Der Stern hat nicht nur aufgehört zu glänzen. Er ist dabei zu sinken. Die Auflage schrumpft, im vergangenen Jahr um 28.000 auf 788.000 Exemplare. Die Reichweite schmolz im zweiten Halbjahr 2012 um 680.000 Leser oder 8,5%. Warum das so ist, hat das Magazin gerade selbst offenbart. Es ließ die Geschichte einer seiner Autorinnen, die vom FDP-Politiker Brüderle angemacht worden war, ein ganzes Jahr lang in der Schublade liegen. Es erkannte die Brisanz der Story nicht. Erst als der Spiegel eine ähnliche Geschichte über Sexismus bei den Piraten brachte, glimmte der Stern doch noch ein wenig auf und zog nach. Schon die Wulff-Affäre hatte er verschlafen. Nun freut er sich, dass ihm der Spiegel half, sich an die uralte Brüderle-Geschichte zu erinnern. Und dokumentiert damit eindrucksvoll, wie reformbedürftig er tatsächlich ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.