Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Der Stern sinkt

Samstag, 26. Januar 2013

Nebenbei

(uh) Der Stern glänzt nicht mehr. Das ist keine üble Nachrede, sondern die Botschaft, die der neue Chefredakteur Wichmann jüngst der Öffentlichkeit verkündete. Sie weiß es längst: Das Magazin, dessen Redaktion er nun auf Vordermann bringen will, leidet unter journalistischem Substanzverlust. Der Stern hat nicht nur aufgehört zu glänzen. Er ist dabei zu sinken. Die Auflage schrumpft, im vergangenen Jahr um 28.000 auf 788.000 Exemplare. Die Reichweite schmolz im zweiten Halbjahr 2012 um 680.000 Leser oder 8,5%. Warum das so ist, hat das Magazin gerade selbst offenbart. Es ließ die Geschichte einer seiner Autorinnen, die vom FDP-Politiker Brüderle angemacht worden war, ein ganzes Jahr lang in der Schublade liegen. Es erkannte die Brisanz der Story nicht. Erst als der Spiegel eine ähnliche Geschichte über Sexismus bei den Piraten brachte, glimmte der Stern doch noch ein wenig auf und zog nach. Schon die Wulff-Affäre hatte er verschlafen. Nun freut er sich, dass ihm der Spiegel half, sich an die uralte Brüderle-Geschichte zu erinnern. Und dokumentiert damit eindrucksvoll, wie reformbedürftig er tatsächlich ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.