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Nebenbei

  • WM: Spielkultur (2)

    Wer schlimme Verhältnisse beklagt, ist meist im Irrtum. Sie sind oft schlimmer, wie die Fußball-WM zeigt. Das Spiel Brasilien gegen Kolumbien wies in die Zukunft. Sie hat mit dem Spiel früherer Zeiten nichts mehr zu tun. Schon heute geht es kaum noch darum, mit dem Ball besser als der Gegner zu spielen, sondern ihn außer Gefecht zu setzen. Der Einsatz der Hände und Ellenbogen führt kaum noch zum Feldverweis. Stoßen, schieben, werfen oder schlagen sie den Gegner nieder, gibt es allenfalls einen Strafstoß. Den Gegner mit gestreckten Beinen anzuspringen, ihm mit den Stollen der Fußballschuhe voran in die Beine zu grätschen und dabei zu riskieren, ihm die Knochen zu brechen, gilt als gutes Zweikampfverhalten. Das Fußballspiel ist dabei, seine Attraktivität über Brutalität zu steigern. Fan-Gruppen drängen seit langem in diese Richtung. Das Potenzial ist längst noch nicht ausgereizt. Es lässt sich gewaltig steigern. Bald werden die Spieler wie Kickboxer trainieren. Um den zunehmenden Verschleiß auszugleichen, wird man die Zahl der Auswechselspieler erhöhen. Spieler werden nicht mehr verletzt, sondern verwundet. Um sie und die Opfer unter den Zuschauern angemessen zu versorgen, wird man in den Stadien zur Erstversorgung Lazarette einrichten müssen. Und die FIFA, die im Verdacht steht, mafiös zu sein? Noch lässt sie die Entwicklung nur verantwortungslos treiben. Sie wird wohl den Trend fördern, wenn er genügend Gewinn verspricht. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 80 – 2012

Montag, 24. Dezember 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Weihnachten

Das Fest der Liebe, des Friedens und der Familie
Weihnachten ist im Christentum übrigens nur das zweithöchste Fest. Auf Platz Eins steht Ostern. Völlig klar, Tod vor Geburt, Auferstehung vor unbefleckter Empfängnis. Das ist aber auch eine Story! Ostern, meine ich. Sektengedöns und menschliche Abgründe, Verrat und Märtyrertod, verheerende Niederlage und Beginn eines historisch einmaligen Siegeszuges. Das hat etwas! Jesus Christ Superstar. Dagegen Weihnachten – eher etwas für Kinder, möchte man meinen. Irgendwie fehlt dieser Geschichte der Pep. Die Message ist klar: der Messias ist gekommen. Der Erlöser. Denkbar schlechte Rahmenbedingungen, dubiose familiäre Verhältnisse, unter denen so ein Knirps das Licht der Welt erblickt. Trotzdem: der Messias. Oder auch: der Sohn Gottes. Wenn man das glaubt. Dann ist man Christ. Doch wer kann so etwas schon glauben?!
Aus: Jurga

2. Medien

Sagen, was ist
Es war der «Spiegel»-Gründer Rudolf Augstein, der die Formel prägte: «Schreiben, was ist.» In der Schweiz wurde sie vom Politiker und Verleger Christoph Blocher übernommen; von diesem übernahm sie wiederum der «Weltwoche»-Chefredakteur Roger Köppel. So klar und griffig diese Forderung zunächst klingt, so fällt doch auf, dass ihr Sinn alles andere als simpel ist.
Aus: Deadline

3. Politik

Urlaub bei Gaunern
Und dann erzählte er und erzählte er und erzählte er – von der ehemaligen christdemokratischen Säulenheiligen und Gesundheitsministerin, die mit einem korrupten Lobbyisten verheiratet ist, der die halbe Nomenklatura zu ausgedehnten Jagdurlauben in Schottland habe einfliegen lassen, um unsittliche Deals zu erwirken. Vom ehemaligen Innenminister, bei dem man gegen entsprechendes Bargeld Gesetze „bestellen“ konnte  …
Aus: The European

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