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Nebenbei

  • Merz: Auf dem Sprungbrett?

    CDU-Mitglied Merz will in die Politik zurück. Lange fand er keinen Zugang. Der CDU-Vorsitz, der ihm den Weg ins Kanzleramt öffnen sollte, wurde an Kramp-Karrenbauer vergeben. Andere Parteiämter kommen für ihn nicht infrage. Vorerst würde er sich mit einem Ministerium begnügen. Doch alle Ressorts sind besetzt. – Nun wird er Ratgeber der CDU. Ist er in deren Rumpelkammer gelandet, oder steht er doch auf dem Sprungbrett? Seine konservativen CDU-Anhänger meinen, die Aufgabe eines Beraters sei für einen Mann wie Merz zu popelig. Dabei verschafft sie ihm größere Bewegungsfreiheit als eine Parteifunktion. – Wer wird für die CDU-Konservativen sprechen, wenn Schäuble in Pension geht? Wahrscheinlich Merz. Vor der Bundestagswahl 1998 war klar, dass die Union mit Kohl an der Spitze verlieren würde. Schäuble wagte damals nicht, Kohl zu verdrängen. Wird der Berater Merz den Mut finden, demnächst Kramp-Karrenbauer wegzuschieben? Oder reicht es nur dazu, hinter ihr den Schäuble zu spielen? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 78 – 2012

Samstag, 22. Dezember 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Politik

a. Geisterstädte leben länger
Schrumpfen war bis zur Renaissance der Städte, dem Wachsen durch Reurbanisierung, das große Thema in den USA und Europa. Aus der Autostadt Detroit war die „zwischengelagerte“ Stadt geworden – zur Hälfte entvölkert, bis jüngst Raumpioniere die Stadtbrache zu erschwinglichen Preisen für sich entdeckten. Der Überlebenscode heißt Urban farming. Das Thema Rückbau ist in Europa nicht vom Tisch. Im Land Brandenburg liegen Modelle in der Schublade, sowohl Stadtteile als auch Landstriche aufzugeben und die Rumpfbevölkerung neu zu urbanen Clustern zusammenzufassen. Denn je weniger Einwohner an den kommunalen Versorgungsnetzen hängen, desto unrentabler werden diese bei steigenden Preisen.
Aus: Telepolis

b. Die drei Achsen der französisch-deutschen Beziehung

Ansonsten ist der wirtschaftliche Niedergang Frankreichs – was Produktivität und Export betrifft – unleugbar nicht nur ein Problem für das Land selbst, sondern auch für Europa, haben die deutsche und französische Wirtschaft doch die Aufgabe, sich gegenseitig zu ergänzen. Durch seine Kultur und insbesondere durch die Rolle der Gewerkschaften, steht Frankreich im Gegensatz zu Deutschland, wo in Unternehmen mit mehr als 2.000 Angestellten das Prinzip der Mitbestimmung gilt. Frankreichs Abstieg ist eine ernste Warnung. Dass er die französische Regierung dazu zwingt, Strukturreformen à la Gerhard Schröder auf dem Arbeitsmarkt in Angriff zu nehmen, erscheint mir eindeutig.
Aus: The European

c. Glaubensstreit in der Christenunion über das liebe Gott

Die Bundesfamilienministerin ist eine Frau. Der Stern-Redakteur, der sich ihrer angenommen hat, ist ein Mann. Und Gott, um den/die/das es bei dieser ganzen Geschichte geht, ist weder das Eine noch das Andere. Das wiederum hat der Sprecher der Ministerin mitgeteilt, der ebenfalls ein Mann ist. “Natürlich ist Gott weder Mann noch Frau“, zitierte der Beamte den Oberhirten der katholischen Kirche, der als Stellvertreter Gottes auf Erden… –
Aus: Jurga

2. Medien

Wer ist der wichtigste Intellektuelle im Land?
Literaten wie Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger, Peter Handke oder Martin Walser oder Philosophen wie Jürgen Habermas oder Peter Sloterdijk, allesamt unter den ersten auf der Cicero-Liste verkörpern noch den alten Typus des Intellektuellen. Man kann auch verstehen, warum Marcel Reich-Ranicki, Elfriede Jelinek, Frank Schirrmacher, Alice Schwarzer, Alexander Kluge, Hans Küng, vielleicht auch noch mit Mühe der Kirchenvertreter Josef Ratzinger ganz vorne in der Liste stehen, aber warum der evangelische Theologe Wolfgang Huber, der Kabarettist Harald Schmidt, der Ökonom Hans-Werner Sinn, der Jurist Paul Kirchhof, Margot Käßmann, Hans-Olaf Henkel oder Bert Rürup nicht nur unter den ersten vierzig der Liste aufgeführt, sondern überhaupt als Intellektuelle gewertet werden, ist doch verstörend. Dafür wurden Politiker als Gattung systematisch ausgeschlossen, weswegen man weder den unvermeidlichen Helmut Schmidt noch den aufdringlichen Thilo Sarrazin hier findet.
Aus: Telepolis

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