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Nebenbei

  • Der Minister für heiße Luft

    Kaum ein Minister der Bundesregierung hat seit Beginn der Pandemie so viel heiße Luft produziert wie Gesundheitsminister Spahn (CDU). Das jüngst Beispiel: Er plaudert in der nachrichtenarmen Zeit der Osterfeiertage über die guten Aussichten für jene, die geimpft sind. „Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde“, erklärte er. Spahns Geplauder lenkt von der trüben deutschen Impfbilanz ab. Die erste Impfung erhielten gerade mal etwas mehr als 12 Prozent der Bürger, die zweite bisher nur gut 5 Prozent. Spahns Heimatland NRW liegt im Länderranking auf dem vorletzten Platz. Dort sind noch nicht einmal alle 80-Jährigen geimpft. Spahns Politik und seine öffentlichen und öffentlich gewordenen Auftritte haben seine Sympathiewerte und die die seiner Partei in den Keller gebracht. Man fragt sich, warum seine Medienberater ihm solche Auftritte nicht ausreden. Wollen sie ihn ins Verderben führen oder die Union bei der Bundestagswahl in die Opposition treiben? – Ulrich Horn


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Freund und Feind

Sonntag, 4. November 2012

Nebenbei

(uh) SPD-Chef Gabriel gilt als unberechenbar. Warum, zeigte sich am Wochenende. Während Kanzlerkandidat Steinbrück gegen den Vorwurf kämpft, er habe sich Spendengeld aus der SPD-regierten Stadt Bochum in die eigene Tasche gesteckt, macht Gabriel das Gehalt der Kanzlerin zum Thema. Sie verdiene zu wenig, sagt er. Sie erhält 289.986, 84 Euro pro Jahr – für harte Arbeit. Steinbrück verdiente in drei Jahren zwei Millionen Euro – eher fürs Schwadronieren. Gabriels Hinweis auf Merkels Gehalt ist ein Tritt gegen Steinbrück. Es klingt so, als müssten die Kanzler-Bezüge angehoben werden, damit sich der Job für den SPD-Honorarmillionär und -Kanzlerkandidaten lohne. Um die Attacke zuzuspitzen, fügt Gabriel an, er selbst nehme für Reden nie Geld. Damit übertrifft er noch Erhard Eppler. Der brachte jüngst Gabriel als Kanzlerkandidaten für 2017 ins Spiel, so als wolle er diejenigen in der SPD, die gegen Steinbrück sind, mit dem Durchhalteschlager des 2. Weltkrieges trösten: Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei, auf jeden Dezember folgt wieder ein Mai. Was mag wohl Steinbrück denken? Vielleicht: Wer solche Freunde hat, ist bei seinen Feinden gut aufgehoben.

3 Kommentare zu “Freund und Feind”

  1. Werner Jurga sagt:

    Die Formulierung mit dem Durchhalteschlager des 2. Weltkrieges halte ich für wenig geglückt.

  2. Roland Mitschke sagt:

    Der Vergleich mit dem Gehalt der Kanzlerin macht doch offensichtlich deutlich, dass dieses Einkommen dem sozialdemokratischen Kandidaten gar nicht zumutbar ist. Er droht ja seinen sozialen Status zu verlieren. Das können die Genossen einem der ihren doch nicht zumuten. Insofern ist Steinbruecks Kandidatur ein Opfer.
    Wer es also gut meint mit dem SPD-Kandidaten, der sollte ihn weiter reden und Honorare kassieren lassen. Fuer uns alle dürfte das das geringere Uebel sein.

  3. Markus Väth sagt:

    Was mich an der SPD am meisten fasziniert, ist ihr Hang zur Selbstkannibalisation, sobald die „Erfolgsgefahr“ zu groß wird.

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