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Nebenbei

  • Sissy, Soraya, Frauke

    Die AfD kann mit der Resonanz ihres Kölner Parteitags zufrieden sein. Die Partei ist zerstritten. Ihre Umfragewerte sind gesunken. Dennoch beherrscht sie die Schlagzeilen. Ihre Gegner, die in Köln aufmarschierten, und die Medien, die seit Wochen über jede Regung der kleinen Partei berichten, verschafften ihr wieder einmal unverhältnismäßig starke Beachtung. Großes Verdienst daran hat auch Frauke Petry. Sie betätigt sich in der AfD seit Wochen als Spaltpilz und scheint darüber an Einfluss zu verlieren. Bisher ließen sich die Medien von der AfD mit Beschimpfungen und Tabubrüchen zu üppiger Berichterstattung provozieren. Nun aber beginnen Journalisten, bei der AfD das Feld der Politik mit dem des Glamours zu verbinden, auf dem sich üblicherweise die Stars, die Beauties und die Royals tummeln. Der MDR versah seinen Vorbericht auf den AfD-Parteitag mit der Schlagzeile: „Schicksalstage für Frauke Petry?“ Erinnert das nicht an Romy und ihre Paraderolle, die Sissy? Langsam, aber unaufhaltsam wird Frauke in die Riege der Sissys und Sorayas samt ihrer vielen Nachfolgerinnen vorrücken. Die AfD mag Frauke schnöde beiseiteschieben oder gar vollständig ausmustern. Uns wird sie auf lange Zeit erhalten bleiben, nicht nur auf den Titelbildern der Magazine, die beim Friseur, im Wartezimmer des Hausarztes und in den Stadtcafés herumliegen, sondern vielleicht sogar als ständige Gästin bei der jährlichen Bambiverleihung. Ist das nicht tröstlich? – Ulrich Horn

Hannelore Kraft und die Büchse der Pandora

Freitag, 12. Oktober 2012

Nebenbei

(uh)Viele Politiker schirmen ihr Privatleben ab. Nicht Hannelore Kraft. Sie lebt ihre Ehe zunehmend öffentlich. Sie und ihr Mann (beide 51) heirateten 20 Jahre nach der standesamtlichen Trauung nun auch kirchlich, in Namibia. Details teilte die Staatskanzlei nicht mit. Das sei Privatsache von Frau Kraft, hieß es. Sie selbst sieht das nicht so eng. Sie geht offenbar davon aus, ihr Privatleben sei von allgemeinem Interesse. Auf Twitter teilte sie ganz Deutschland mit, wie schön es gewesen sei, noch einmal „Ja“ zu sagen. Auch ein Hochzeitsfoto wurde in Umlauf gebracht – sie in weißem Brautkleid mit wehendem Schleier. Bei der Verbreitung der „Privatsache von Frau Kraft“ half die Staatskanzlei doch noch kräftig mit: Die Behörde druckte in ihrer Presseschau die Artikel mit dem Foto nach. Das geschah sicher nicht gegen Krafts Willen. Eine riskante Aktion. Kraft könnten die Büchse der Pandora geöffnet haben. Die Verwertung ihrer Trauung lädt die Medien ein, ihr Privatleben zum Thema zu machen. Es könnte schwierig werden, Intimität zu bewahren. Von nun an müssen die Krafts wohl damit rechnen, genau beobachtet zu werden. Da kann jede kleine Äußerlichkeit leicht zum großen Problem werden. Und Politik zur Doku-Soap.

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