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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Hannelore Kraft und die Büchse der Pandora

Freitag, 12. Oktober 2012

Nebenbei

(uh)Viele Politiker schirmen ihr Privatleben ab. Nicht Hannelore Kraft. Sie lebt ihre Ehe zunehmend öffentlich. Sie und ihr Mann (beide 51) heirateten 20 Jahre nach der standesamtlichen Trauung nun auch kirchlich, in Namibia. Details teilte die Staatskanzlei nicht mit. Das sei Privatsache von Frau Kraft, hieß es. Sie selbst sieht das nicht so eng. Sie geht offenbar davon aus, ihr Privatleben sei von allgemeinem Interesse. Auf Twitter teilte sie ganz Deutschland mit, wie schön es gewesen sei, noch einmal „Ja“ zu sagen. Auch ein Hochzeitsfoto wurde in Umlauf gebracht – sie in weißem Brautkleid mit wehendem Schleier. Bei der Verbreitung der „Privatsache von Frau Kraft“ half die Staatskanzlei doch noch kräftig mit: Die Behörde druckte in ihrer Presseschau die Artikel mit dem Foto nach. Das geschah sicher nicht gegen Krafts Willen. Eine riskante Aktion. Kraft könnten die Büchse der Pandora geöffnet haben. Die Verwertung ihrer Trauung lädt die Medien ein, ihr Privatleben zum Thema zu machen. Es könnte schwierig werden, Intimität zu bewahren. Von nun an müssen die Krafts wohl damit rechnen, genau beobachtet zu werden. Da kann jede kleine Äußerlichkeit leicht zum großen Problem werden. Und Politik zur Doku-Soap.

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