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(uh) Die Niedersachsen-Wahl am 20. Januar 2013 kann historische Bedeutung erlangen. Bisher vermutete man nur, sie könne das Ende der FDP besiegeln, ihren Vorsitzenden Rösler den Job kosten, die Vorentscheidung für Bundestagswahl im Herbst treffen und in Berlin den Machtwechsel zu Rot-Grün oder Schwarz-Rot einleiten. Seit kurzem traut man ihr auch noch zu, das Ende des SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück zu bewirken.

(uh) Bei der Bundestagswahl 2009 landete die SPD bei mickrigen 23 Prozent. Der SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück will offenbar nachweisen, dass es noch Luft nach unten gibt. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um bei der Wahl 2013 zu scheitern. Er schreckt nicht einmal davor zurück, aus seiner Bewerbung für das Kanzleramt eine Lachnummer zu machen.

(uh) Peer Steinbrücks Rede auf dem SPD-Parteitag in Hannover erinnert viele in der Partei an die gute alte Zeit. „In Hannover hat Kanzlerkandidat Steinbrück das Bild eines gerechteren Landes gezeichnet und für seine Partei verlorengegangene Identität zurückerobert. Der verpatzte Start ist vergessen“, schrieb Jakob Augstein. Mancher in der SPD stimmte ihm aus vollem Herzen zu. Rudolf Augstein hätte wohl zurückhaltender geurteilt.

(uh) Die SPD hat sich ihren Kanzlerkandidaten nicht ausgesucht. Steinbrück wurde ihr vom Vorsitzenden Gabriel und von Fraktionschef Steinmeier auferlegt. Auf dem Parteitag am Sonntag in Hannover sanktionierte die Partei diesen autokratischen Akt nachträglich, mit 93,45 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis zeugt weniger vom Rückhalt, den Steinbrück in der Partei genießt, als von der Disziplin der Delegierten.

(uh)Der Start in die SPD-Kanzlerkandidatur erweist sich für Peer Steinbrück immer mehr als Katastrophe. Obwohl seine Bewerbung bereits im Sommer mit Parteichef Gabriel und Fraktionschef Steinmeier vereinbart war, täuschte die Troika über Wochen die Öffentlichkeit mit der Behauptung, es sei noch nichts entschieden. Nun wird bekannt, dass Steinbrück sogar seine Frau Gertrud und seine drei Kinder wochenlang in diesem irrigen Glauben ließ.

(uh) Der Kanzlerkandidat sollte der SPD nach Jahren des Siechtums unterhalb der 30 Prozent-Marke Auftrieb bringen. Das Ziel ist – vorerst – verfehlt. Statt die Partei zu beflügeln, wurde ihr Steinbrück zur Bürde. Die Diskussion um seine ungenügende Parlamentsarbeit, ausufernde Nebentätigkeit und sprudelnden Millionen-Einnahmen zeigt Wirkung.

(uh) Wahlkampf ist für Politiker ein Ausnahmezustand. Sie nehmen ihn wie eine Krise wahr. Oft genug geht es ums politische Überleben. Daher gilt Krisenmanagement als Königsdisziplin der Politik. Wer sie nicht beherrscht, hat schnell Probleme, den Kopf über Wasser zu halten. So wie derzeit SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück.

(uh) Die SPD-Troika ist auseinandergefallen, seit Steinbrück Kanzlerkandidat ist. Nun sortieren sich Macht und Einfluss an der SPD-Spitze neu. Mit dem Wahlkampf rücken zwar der Kandidat und auch Parteichef Gabriel in den Vordergrund. Doch der Gewinner der Troika-Konkurrenz ist Fraktionschef Steinmeier. Er hat sich zum starken Mann der Partei entwickelt.