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Nebenbei

  • Steinmeier und Yücel

    In der Türkei sitzen viele Dutzend Journalisten im Gefängnis. Unter ihnen befindet sich auch Deniz Yücel, Er ist türkischer und deutscher Staatsbürger. Bundespräsident Steinmeier hat seine erste Rede für einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan genutzt. „Geben Sie Deniz Yücel frei!“ Eine selbstverständliche und dennoch bemerkenswerte Forderung. Die meisten Bundespräsidenten hielten sich aus der Tagespolitik heraus. Dass Steinmeier anders verfährt, hat ihn viel Lob eingebracht. Es hieß, er sei ein Präsident mit Biss, ein Mann, der klare Kante zeigt. Wem nutzt dieser Auftritt? Zunächst ihm selbst. Die positive Resonanz ermuntert ihn, dem eingeschlagenen Weg zu folgen. Risikolos ist er nicht. Er kann ihn über die Grenze hinausführen, von der an er zum Richter über die Politik der Regierung wird. Genützt hat Steinmeiers Auftritt auch jenen Bürgern, denen er aus dem Herzen sprach. Sie können sich verstanden fühlen. Nützt Steinmeiers Auftritt aber auch Yücel? Erdogan wird wohl den Teufel tun und ihn freilassen. Mit Steinmeiers Appell ist der Fall zur Prestigefrage geworden. Gäbe Erdogan nach, würde er in den Augen seiner Anhänger Schwäche zeigen. Er hätte sich deutschem Druck gebeugt und eingestanden, dass Yücel unrechtmäßig festgehalten wurde. Erdogan verlöre sein Gesicht. Je heftiger er öffentlich bedrängt wird, desto länger wird er Yücel festhalten. Der Journalist wird vermutlich erst freikommen, wenn gewährleistet ist, dass Erdogan sein Gesicht behält. Für Yücel aussichtsreicher wäre es wohl, statt mit öffentlichen Appellen auf diplomatischem Wege Druck auszuüben. Erdogan wird das Gefängnistor erst öffnen, wenn es für ihn teurer wird, Yücel gefangen zu halten als ihn freizulassen. – Ulrich Horn

Blog-Fundsachen ... Nr. 61 - 2013

Macht, CDU, Spiegel Online, HuffPo, Euro

Freitag, 12. April 2013

Blog-Tipps

(uh) Lesen Sie heute in den Blog-Fundsachen eine Betrachtung über den machtpolitischen Eiertanz der Parteien vor der Bundestagswahl. Außerdem finden Sie eine Erklärung, warum so viele Menschen die CDU wählen. Ein Blog befasst sich mit den Schwächen von Spiegel Online, ein anderer mit der Diskussion um die Huffington Post. Der Wirtschaftstext des Tages setzt sich mit der Frage auseinander, ob der Nord-Euro die Probleme der Euro-Zone beheben könnte.

1. Politik

a. Eiertanz um die Macht
Die guten Umfragewerte für die Union, die mäßige Performance des SPD-Spitzenkandidaten und nicht zuletzt der machtpolitische Eiertanz, den die Genossen liefern, lässt ein schwarz-grünes Regierungsbündnis zur staatsbürgerlichen Raison werden.
Aus: Göttinger Institut

b. Warum wählen so viele die CDU?

Bei der Bundestagswahl 2013 dürfte sogar der Zustand eintreten, dass die Gruppe der Nichtwähler erstmals sogar größer sein wird als die beiden üblichen Wahlblöcke „Schwarz/Gelb“ (CDU/CSU + FDP) und „Rot/Grün“ (SPD + Grüne). Die Union wird möglicherweise dennoch an absoluten Wählerstimmen gegenüber der vorhergehenden Bundestagswahl 2009 hinzugewinnen.
Aus: Telepolis

2. Medien

a. Der Unfug bei Spiegel Online
Diese Form der Berichterstattung ist das Problem von Spiegel online. Ernsthafte Diskussionen – wie der Vortrag von Richard Koo – werden zur Phrasendrescherei und der Titel dient als Trigger in der Aufmerksamkeitsökonomie. Selbst wenn er völlig absurd ist.
Aus: Wiesaussieht

b. HuffPo – nicht labern, machen!

Ich finde, die Diskussion um die Huffington Post in Deutschland zeigt deutlich, das Problem der hiesigen Medienhäuser. Diese grassierende Trägheit, verbunden mit der Angst, das Falsche zu machen, sorgt dafür, dass die Potentiale des Web weiterhin nicht genutzt werden.
Aus: Lummaland

SCHLUSSPUNKT: Der Wirtschaftstext des Tages

Nord-Euro – eine gute Idee?
Schweden und Dänemark, diese beiden kleinen und hochintelligenten Länder, wissen ganz genau, warum sie ihre nationalen Währungen behalten wollen. Ein Land wie Deutschland muss die schmerzliche Erfahrung einer gescheiterten Währungsunion erst noch machen.
Aus: Ökonomenstimme

Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)


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