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Nebenbei

  • Steinmeier und Yücel

    In der Türkei sitzen viele Dutzend Journalisten im Gefängnis. Unter ihnen befindet sich auch Deniz Yücel, Er ist türkischer und deutscher Staatsbürger. Bundespräsident Steinmeier hat seine erste Rede für einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan genutzt. „Geben Sie Deniz Yücel frei!“ Eine selbstverständliche und dennoch bemerkenswerte Forderung. Die meisten Bundespräsidenten hielten sich aus der Tagespolitik heraus. Dass Steinmeier anders verfährt, hat ihn viel Lob eingebracht. Es hieß, er sei ein Präsident mit Biss, ein Mann, der klare Kante zeigt. Wem nutzt dieser Auftritt? Zunächst ihm selbst. Die positive Resonanz ermuntert ihn, dem eingeschlagenen Weg zu folgen. Risikolos ist er nicht. Er kann ihn über die Grenze hinausführen, von der an er zum Richter über die Politik der Regierung wird. Genützt hat Steinmeiers Auftritt auch jenen Bürgern, denen er aus dem Herzen sprach. Sie können sich verstanden fühlen. Nützt Steinmeiers Auftritt aber auch Yücel? Erdogan wird wohl den Teufel tun und ihn freilassen. Mit Steinmeiers Appell ist der Fall zur Prestigefrage geworden. Gäbe Erdogan nach, würde er in den Augen seiner Anhänger Schwäche zeigen. Er hätte sich deutschem Druck gebeugt und eingestanden, dass Yücel unrechtmäßig festgehalten wurde. Erdogan verlöre sein Gesicht. Je heftiger er öffentlich bedrängt wird, desto länger wird er Yücel festhalten. Der Journalist wird vermutlich erst freikommen, wenn gewährleistet ist, dass Erdogan sein Gesicht behält. Für Yücel aussichtsreicher wäre es wohl, statt mit öffentlichen Appellen auf diplomatischem Wege Druck auszuüben. Erdogan wird das Gefängnistor erst öffnen, wenn es für ihn teurer wird, Yücel gefangen zu halten als ihn freizulassen. – Ulrich Horn

Blog-Fundsachen ... Nr. 59 - 2013

Zypern, Netzpolitik, Journalisten, Geld

Montag, 25. März 2013

Blog-Tipps

(uh) In den Blog-Fundsachen finden Sie einige Beiträge über die Maßnahmen zur Rettung Zyperns und über die Perspektiven des Landes. Außerdem befasst sich ein Blog mit der Frage, wie die digitale Modernisierung in Deutschland vorangetrieben werden könnte. Eine Übersicht zeigt, was Journalisten verdienen. Und zum Schluss: Wie die Krise die Geldpolitik verändert hat.

1. Politik

a. Zypern: Woher sollen künftig Jobs kommen?
Eine interessante Studie des Bruegel-Instituts: Die Bedeutung des Finanzsektors für den Arbeitsmarkt ist nicht groß – der des verarbeitenden Gewerbes aber leider auch nicht. Das ist kein gutes Zeichen.
Aus: Fazit

b. Zu Tode gerettet: Zypern bekommt das volle Troika-Paket

So sieht denn auch Europas Zukunft aus. Es erinnert an die Ärzte im alten Rom ( … man muss den Patienten schröpfen, die Adern brauchen Luft! … ). Man mag gar nicht mehr hinsehen.
Aus: Stefan L. Eichler’s Blog

c. Nach dem Rettungspaket ist vor dem Rettungspaket

Neben den heute beschlossenen finanzpolitischen Maßnahmen, wird Zypern in den nächsten Wochen noch einen Katalog mit realwirtschaftlichen Forderungen aufgedrückt bekommen. Welche „Grausamkeiten“ das Land über sich ergehen lassen muss, ist momentan noch nicht zu sagen. Es ist jedoch zu befürchten, dass Zypern sich einer desaströsen Kürzungspolitik verschreiben muss.
Aus: NachDenkSeiten

d. Perfektes PR-Schauspiel (…)

Am Ende zahlen dafür aber auch die deutschen Steuerzahler: Jetzt bekommt Zypern erst einmal 10 Mrd. Euro vom Rettungsfonds ESM – doch der nächste Schuldenschnitt steht schon vor der Tür.
Aus: WeitwinkelSubjektiv

2. Medien

a. Sascha, sei du unser Grillo!
Sascha Lobo fordert die Erweiterung der netzpolitischen Einheiz-Front um zwei entscheidende Zielgruppen: 1. die reichweitenstarke YouTube-Generation der Y-Tittys und 2. die smarten, coolen Internet-Unternehmer aus dem neuen Mittelstand. Diese breite Bewegung könnte dem Standort Deutschland den erhofften Modernitätsschub und den Netzthemen die überfällige Anerkennung bringen.
Aus: Carta

b. Was Journalisten verdienen

Medium: (Kölnische Rundschau), Honorar: (23 Cent / Zeile, 12 bzw. 20 Euro / Foto), Art des Textes: (Lokales / Stadtteile), Länge: (in Zeichen), Wann: (2013). Weitere Informationen: (Freie haben kein Arbeitsverhältnis, müssen unterschreiben, dass sie sich selbst nach 2 Jahren nicht einklagen dürfen).
Aus: wasjournalistenverdienen

SCHLUSSPUNKT – Der Wirtschaftstext des Tages

Geldpolitik im Krisenmodus
Seit dem Ausbruch der Finanzkrise ist im Bereich Geldpolitik kaum noch etwas so, wie es früher einmal war.
Aus: Wirtschaftliche Freiheit

Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

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