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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Duisburgs Politik und die Armutswanderung

Durch Jammern in Verruf geraten

Montag, 18. März 2013

Politik

(uh) Vieles geht in Duisburg daneben. Doch eines ist der Stadt gelungen: Sie hat sich mit ihren Zuwanderungsproblemen als abschreckendes Beispiel profiliert. Sie gilt europaweit „als Synonym für Verwahrlosung durch massenhafte Zuwanderung aus Osteuropa“, so die Rheinische Post. Statt mit Konzepten gegen die Probleme für Schlagzeilen zu sorgen, stellt sich die Stadt als Opfer der Zuwanderung dar und bringt sich durch Jammern in Verruf.

Politik ohne Plan

Rund 10000 Rumänen und Bulgaren sollen inzwischen in Duisburg leben, 5000 registriert, 5000 unangemeldet. In Großbritannien fürchte man „Zustände wie in  Duisburg“, wenn ab 2014 Rumänen und Bulgaren freien Zuzug in der EU erhalten, schreibt die Rheinische Post.

Duisburgs Politiker haben sich darauf spezialisiert, die Probleme zu beklagen, statt sie anzupacken. SPD-Oberbürgermeister Link tritt öffentlich als Jammerhahn auf. Er ruft um Hilfe, die hoch verschuldete Stadt sei überfordert. Das gilt vor allem für die Stadtspitze. Ihr fehlen nicht nur Geld und Personal. Sie hat auch keinen Plan.

Duisburgs Politik ist nicht nur bei der Zuwanderung hilflos. In der Stadt bildete sich eine tatkräftige Bürgerinitiative, die nach der Loveparade-Katastrophe mit Tatkraft und Ausdauer die Abwahl des CDU-Oberbürgermeisters Sauerland betrieb und schließlich auch durchsetzte. Es wird höchste Zeit, dass sich die Initiative reaktiviert.

Die Landesregierung gewinnen

Sie sollte Sauerlands Nachfolger Link Dampf machen und dafür sorgen, dass die rot-rot-grüne Ratskoalition in die Socken kommt. Es reicht nicht, dass sich Duisburgs Linke am Nahost-Konflikt abarbeitet, die Grünen vor sich hin dösen und die SPD den Ball flach hält. Die Stadt hat ein Problem, das sich durch Jammern und Zuschauen nicht mildert, sondern verschärft.

Die Bürgerinitiative sollte die Stadtspitze drängen, die Landesregierung ins Boot zu holen. Immerhin stehen sich die Duisburger Koalition und die Düsseldorfer Landeskoalition politisch nahe. Diese Konstellation ist ein Glücksfall, der sich für Duisburg auszahlen sollte. Der NRW-Kommunalminister Jäger wohnt in Duisburg. Obendrein ist er Duisburgs SPD-Chef. Müsste nicht auch das für die Stadt von Vorteil sein?

Oberbürgermeister Link sollte es leicht fallen, Jäger und das Land zu gewinnen, ein Konzept gegen die Zuwanderungsprobleme zu entwickeln. Die Landesregierung hat den Tabaksqualm in den Kneipen abgeschafft. Nun gilt es, den Krankheiten der Zuwanderer den Kampf anzusagen. Das Land hat den Mindestlohn im Bundesrat thematisiert. Nun gilt es, die Ausbeutung auf dem Duisburger Arbeitsstrich zu unterbinden. Ministerpräsidentin Kraft propagiert, kein Kind dürfe zurückbleiben. Nun gilt es, gegen den Missbrauch von Zuwanderer-Kindern bei Prostitution und Kriminalität vorzugehen.

Auf die Bürgerinitiative setzen

Die Bürgerinitiative sollte auch darauf hinwirken, dass die Stadtspitze, die Landesregierung und die NRW-Abgeordneten im Bundestag die Bundesregierung in die Verantwortung nehmen, notfalls mit Druck und Boykott. Eine Landesregierung, die das Steuerabkommen mit der Schweiz gekippt hat, sollte die Bundesregierung veranlassen können, die Zuwanderung zu drosseln und ihre Probleme zu mildern.

Eigentlich müsste die Opposition im Duisburger Rat und im Düsseldorfer Landtag die Stadtspitze und die Landesregierung jagen. Davon ist leider kaum etwas zu spüren. Die NRW-CDU beschäftigt sich mit der wichtigen Frage, ob es eine Muslima auf einen aussichtsreichen Listenplatz schafft und ob es dem CDU-Chef im Ruhrgebiet, Oliver Wittke, gelingt, in Berlin eine neue Karriere zu starten. Auf wen sollen die Duisburger setzen, wenn nicht auf die Bürgerinitiative?

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4 Kommentare zu “Durch Jammern in Verruf geraten”

  1. […] Die Politik und die Armutswanderung: Durch Jammern in Verruf geraten (Post von Horn) […]

  2. Werner Jurga sagt:

    Die Formulierung von den „Krankheiten der Zuwanderer“ halte ich für nicht besonders glücklich. Und die Landesregierung kann die Bundesregierung nicht „dazu veranlassen, die Zuwanderung zu drosseln und ihre Probleme zu mildern“ – allein schon deshalb nicht, weil es die Bundesregierung nicht kann. Friedrichs kann durchsetzen, dass die Einwanderer an der Grenze ihren Pass zeigen müssen (und den Einruck erwecken, die müssten dann wider umdrehen). Mehr kann auch er nicht…

    • Ulrich Horn sagt:

      Vielen Dank für den Hinweis. Ja, gelegentlich erscheint die eine oder andere Formulierung unglücklich. Viel unglücklicher ist der Zustand, den sie benennt. Wenn sie dazu dient, auf ihn aufmerksam zu machen, hat sie ihren Zweck erfüllt. Duisburg und die Landesregierung sollten sich stärker um die Gesundheit der Zuwanderer kümmern. Dass da einiges im Argen liegt, kann wohl kaum bezweifelt werden. Auch die Bundesregierung und der Bundestag können viel mehr tun, als sie derzeit leisten. Sie könnten dazu beitragen und darauf hinwirken, dass die Lebensbedingungen in Bulgarien und Rumänien verbessert werden. Und sie könnte sich an Programmen beteiligen, mit denen die Folgen der bundesstaatlichen Europapolitik in Duisburg und in anderen Städten gemildert werden. Die Bundespolitik hat sich verantwortungslos angewöhnt, Beschlüsse zu fassen, ohne sich um die Folgen zu kümmern. Wer Freizügigkeit beschließt, muss auch deren Konsequenzen finanzieren.

  3. Werner Jurga sagt:

    Da mit den „Krankheiten der Zuwanderer“ die Krankheiten der Zuwanderer gemeint waren, ziehe ich meine Kritik zurück.

    Deutschland zahlt via EU und direkt über den Bundeshaushalt an die Ursprungsländer, damit „dass die Lebensbedingungen in Bulgarien und Rumänien verbessert werden“. Ich weiß nicht, ob die Summen hoch genug sind; so hoch, dass es für Roma nicht attraktiv sein könnte, ihr Land zu verlassen (übrigens keineswegs nur Richtung Deutschland) können sie gar nicht sein.
    Im übrigen ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass die beiden Staaten diese ungeliebte Volksgruppe loswerden wollen.

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