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Nebenbei

  • Taten statt Parolen

    Politische Parolen richten Schaden an. Wir sind kein Einwanderungsland, hieß es lange. Jeder, der seine Sinne beisammenhatte, wusste, dass dieser Spruch die Wirklichkeit entstellte. Was die Parole so attraktiv machte, war ihre Verheißung, das Thema Flüchtlinge und Einwanderer ließe sich verdrängen. Wenn wir kein Einwanderungsland sind, müssen wir uns mit Zuwanderern nicht befassen. Wohin es führt, wenn Politik und Gesellschaft die Wirklichkeit ausblenden, zeigt sich heute. Beim Exportriesen Deutschland wuchert Fremdenfeindlichkeit. Die Bundestagsparteien reagieren hilflos. Im ersten Reflex sind sie bestrebt, sich von der Demo-Welle nicht überrollen zu lassen. Im zweiten sind sie bemüht, sie parteipolitisch zu nutzen. Das Pendel schlägt weit aus, von Abgrenzung bis Umarmung. Nur Lösungen sieht man nicht. Dabei ist Fremdenfeindlichkeit seit Langem sichtbar. Die Politik lieferte ihr Vorwände. Sie schuf nicht genügend Unterkünfte. Sie unterließ es auch, die Verwaltungswege zu vereinfachen. Viele Flüchtlinge sind doppelt traumatisiert: von der Gewalt in ihrer Heimat und vom deutschen Verwaltungslabyrinth. Die Verfahren stauen sich. Zuwanderer werden unzureichend beraten. Ohne die vielen ehrenamtlichen Betreuer wäre die Lage noch schlimmer. Auch sie sind oft ratlos. Ratsmitglieder, Landtags- und Bundestagsabgeordnete, auch Ortsverbandsvorstände sollten ab und an Flüchtlinge als Lotsen begleiten, um aus erster Hand die Beschwernisse zu erleben. Vielleicht fiele es den Parteien dann leichter, die Verfahren so zu gestalten, dass sich Zuwanderer leichter integrieren können. Solange die Dinge bleiben, wie sie sind, ist der Hinweis, Deutschland brauche dringend Zuwanderer, nichts anderes als eine Parole. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 30 – 2013

Montag, 4. Februar 2013

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Politik und Medien

a. Über uns
Das Vorbild sind die USA, dort spenden Unternehmer Millionen für ihre Kandidaten, weniger für die Parteien. Sie wollen Persönlichkeiten ins Amt helfen oder dort halten. 2008 und 2012 waren für diese außerparteiliche Wahlkampfform herausragende Beispiele.
Aus: Peerblog.de

b.  Steinbrück revolutioniert die (…) Blog-Kommunikation

Kann mir mal jemand erklären, was denn da die Message sein soll?
Aus: Netzpolitik.org

c. Völlig durchgeknallt: Sechsstellige Summe und anonym

Nicht nur die Sprache des Blogs ist einigermaßen irre, auch sein Inhalt bzw. seine Inhaltsleere. Die Autoren sind sich darüber hinaus nicht zu blöd, den Wahlkampf Obamas ein weiteres Mal zu bemühen, diesmal für Peer Steinbrück.
Aus: Wirtschaft und Gesellschaft

d. Eine Kopfgeburt aus dem Niemandsland der PR

Das PR-Büro steinkuehler-com des zwielichtigen früheren “Focus”-Redakteurs Karl-Heinz Steinkühler wird ab jetzt von bisher ungenannten Vertretern aus der Wirtschaft bezahlt, den Kandidaten im Wahlkampf zu unterstützen. Das PeerBlog ist dabei nach eigenen Angaben jedoch kandidaten- und parteifern organisiert. Die Reaktionen sind erwartbar: Wieder lässt sich Peer Steinbrück also von der Wirtschaft bezahlen.
Aus: Oeffinger Freidenker

e. Mit dem Peerblog betritt der Kandidat eine Grauzone

Von politischen Experten wird das PeerBlog mit gemischten Gefühlen betrachtet, die von Misstrauen bis zu Verwunderung reichen. Der Speyerer Staatsrechtlers Joachim Wieland spricht von einem Graubereich der Wahlkampffinanzierung.
Aus: Handelsblatt.com

f. Die Medien im Zeitalter der Erregbarkeit

Die deutschen Medien gleichen bisweilen einem großen, gefräßigen Tier. Den armen Philipp Rösler hatte es kurz vor der Niedersachsen-Wahl fast schon vertilgt, und Christian Wulff ist bereits verdaut. Ihre fette Beute war bis vor kurzem der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück. In ein paar Monaten wird es Angela Merkel treffen, denn der mediale Hunger auf prominente Politiker ist unstillbar.
Aus: FAZ.net

g. Wer sitzt wofür im Rundfunkrat?

Beliebt sind Mitgliedschaften im Rundfunkrat als weitere Sprosse auf der Karriereleiter oder als Anerkennung für langjährige Dienste, vergleichbar mit der sinnfreien Behängung einer meist älteren Person mit einem Bundes- oder Landesverdienstkreuz. Viele der Rundfunkratsmitglieder haben eigentlich gar keine Zeit dafür, dieses Amt neben ihren anderen Funktionen auch noch auszuüben.
Aus: Telepolis

h. TV-Duelle und die Kunst der Rede

Rhetorische Raffinesse ist ihr nicht eigen; lieber verzichtet sie auf jede übertriebene Ausschmückung und serviert verbal zumeist nur karge Hausmannskost. Angela Merkel respektiert und akzeptiert eigene Grenzen. Durch unbeholfene Sätze schimmern Demut und Bescheidenheit hindurch. Ihr Herausforderer ist von anderem Kaliber: Steinbrück gibt seinem überbordenden Temperament freien Lauf und verdirbt es sich lieber mit einem Andersdenkenden auch in den eigenen Reihen, als eine Pointe auszulassen.
Aus: The European

i. Hintergründe einer Neiddebatte

Stattdessen antwortet die Bundesregierung ausgerechnet jetzt, wenige Tage vor dem zweiten Gipfel, auf eine Anfrage des bekannten EU- und Euroskeptikers F. Schäffler, wie die FAZ berichtet. Und diese Antwort wird dann gleich an die Presse durchgereicht. Sage niemand, dass das ein Zufall ist. Hier wird eine Neiddebatte bewusst aus Berlin geschürt, um den “Bürokraten” in Brüssel mal so richtig Mores zu lehren. Übrigens hat die EU-Kommission die Berliner Vorhaltungen heute zurückgewiesen. “Kein einziger EU-Beamter verdient mehr als die Kanzlerin”, sagte ein Behördensprecher. Aber interessiert das noch irgend jemanden?
Aus: The European

Schlusspunkt: Der Wirtschaftstext des Tages

Die Furcht vor Neuem verhindert die Modernisierung
Was im Diskurs rund um die Reglementierung des digitalen Raums schon seit vielen Jahren erkennbar wird, tritt im Takt mit der allgemeinen, durch Internet, Globalisierung und Finanz- sowie Systemkrisen hervorgerufenen Infragestellung überholter Strukturen und fragwürdiger Perspektiven nun verstärkt in anderen Bereichen des Alltags zu Tage: Deutschland muss sich auch abseits von der ungebrochenen Exzellenz im Ingenieur- und naturwissenschaftlichen Forschungswesen modernisieren – vor allem in den Köpfen und in Bezug auf die berühmten “Soft Skills”.
Aus: netzwertig.com

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