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Nebenbei

  • Steinmeier und Yücel

    In der Türkei sitzen viele Dutzend Journalisten im Gefängnis. Unter ihnen befindet sich auch Deniz Yücel, Er ist türkischer und deutscher Staatsbürger. Bundespräsident Steinmeier hat seine erste Rede für einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan genutzt. „Geben Sie Deniz Yücel frei!“ Eine selbstverständliche und dennoch bemerkenswerte Forderung. Die meisten Bundespräsidenten hielten sich aus der Tagespolitik heraus. Dass Steinmeier anders verfährt, hat ihn viel Lob eingebracht. Es hieß, er sei ein Präsident mit Biss, ein Mann, der klare Kante zeigt. Wem nutzt dieser Auftritt? Zunächst ihm selbst. Die positive Resonanz ermuntert ihn, dem eingeschlagenen Weg zu folgen. Risikolos ist er nicht. Er kann ihn über die Grenze hinausführen, von der an er zum Richter über die Politik der Regierung wird. Genützt hat Steinmeiers Auftritt auch jenen Bürgern, denen er aus dem Herzen sprach. Sie können sich verstanden fühlen. Nützt Steinmeiers Auftritt aber auch Yücel? Erdogan wird wohl den Teufel tun und ihn freilassen. Mit Steinmeiers Appell ist der Fall zur Prestigefrage geworden. Gäbe Erdogan nach, würde er in den Augen seiner Anhänger Schwäche zeigen. Er hätte sich deutschem Druck gebeugt und eingestanden, dass Yücel unrechtmäßig festgehalten wurde. Erdogan verlöre sein Gesicht. Je heftiger er öffentlich bedrängt wird, desto länger wird er Yücel festhalten. Der Journalist wird vermutlich erst freikommen, wenn gewährleistet ist, dass Erdogan sein Gesicht behält. Für Yücel aussichtsreicher wäre es wohl, statt mit öffentlichen Appellen auf diplomatischem Wege Druck auszuüben. Erdogan wird das Gefängnistor erst öffnen, wenn es für ihn teurer wird, Yücel gefangen zu halten als ihn freizulassen. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 26 – 2013

Mittwoch, 30. Januar 2013

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. #Aufschrei – die Netzwerk-Nachricht ist geboren
Erst durch die Vernetzung via Twitter und den öffentlichen Austausch über so ein Phänomen wird deutlich, dass es sich um ein Massenphänomen handelt. Erst dadurch werden viele persönliche Anekdoten zur Nachricht. Das macht den Unterschied zwischen persönlich erlebten Geschichten und einem wichtigen gesellschaftlichen Thema aus.
Aus: Online-Journalismus-Blog

b. Soziale Netzwerke sind die digitale Straße

Ohne Zweifel aber hat der Hashtag #aufschrei die deutsche Öffentlichkeit verändert. Die Themen, die bis dahin aus dem Netz in die massenmedialen Redaktionen geschwappt waren, waren entweder netzeigene Themen wie 2009 die Netzsperren mit dem Hashtag #zensursula. Oder es handelte sich um Ereignisse, die ihre große Verbreitung auch ohne Internet erreicht hätten, wie Guttenbergs ge-copy-te Doktorarbeitspaste. #aufschrei ist ein kaum überschätzbarer Schritt in Richtung einer digitalen Öffentlichkeit in Deutschland.
Aus: Spiegel online

c. Print-Analyse: der typische Zeit-Leser

Mit seinen langfristig ansteigenden Auflagenzahlen zeigt Die Zeit, dass Papier kein Auslaufmodell für die Verbreitung von Buchstaben und Zahlen sein muss.
Aus: Meedia

d. Danke, Grimme-Institut

Menschenversuche im Fernsehen – diesen Trend hatte das Institut lange verschlafen. Wie konnte das nur passieren ? Es gibt doch nichts Anregenderes und Erhabeneres für den Kulturschaffenden von heute als eine Sendung, in der elf Vertreter des Showprekariats aufeinander gehetzt und mit Ekelprüfungen gequält werden. Warum wurde so lange nicht erkannt, wie preiswürdig eine Show ist, in der Menschen ihre Würde gegen eine große Hand voll Euro an RTL verkaufen?
Aus: Sprengsatz

2. Politik

a. Steinbrück hat gegen Merkel keine Chance
Deutschlands Top-Entscheider sind gegen einen Machtwechsel im Kanzleramt: Mehr als drei Viertel (79 Prozent) wollen, dass Angela Merkel nach der Bundestags­wahl im Herbst 2013 an der Regierungsspitze bleibt.
Aus: Capital

b. Mindestlohn kommt 2014

Wenn nicht ein Wunder geschieht, werden sich CDU und SPD im Herbst 2013 als Koalitionäre unter einer Kanzlerin Merkel wiederfinden. Merkel hat es bislang sets zu einem Zentrum ihrer Strategie gemacht, den Sozialdemokraten solche Themen abspenstig zu machen. Sie wird der SPD nicht erlauben, sich als Opposition an der Regierung zu gebärden und einen taktischen Sieg auf dem Feld der Mindestlöhne zu gönnen.
Aus: Oeffinger Freidenker

c. Der deutsche Beitrag zum Krieg

Deutsche Waffenschmieden statten die Golfdiktaturen mit Kriegsgerät aller Art aus [8], die Bundeswehr trainiert gemeinsam mit Soldaten aus den Emiraten und Monarchien am Persischen Golf für den Krieg [9]. Qatar nahm am Libyen-Krieg, wie offizielle Stellen in Doha inzwischen bestätigt haben, mit einigen hundert Soldaten teil; Qatar und Saudi-Arabien sind maßgebliche Unterstützer der aufständischen Milizen in Syrien, für deren Sieg sich auch Berlin stark macht.[10] Beide Länder stützen dabei vorwiegend islamistische Milizen – ganz wie in Mali.
Aus: German-Foreign-Policy

Schlusspunkt: Der Wirtschaftstext des Tages

Deutschlands Exportboom im Kriegsgebiet
So zeigt sich, dass ohne die mehr als Verdopplung des Exportüberschusses – in die USA, nach Großbritannien, China und Japan – Deutschland schon längst in Stagnation und (inflationsbereinigt) vermutlich in eine Rezession gestürzt wäre. Denn der Überschuss machte von Januar bis September die Hälfte des deutschen Wachstums aus.
Aus: WeitwinkelSubjektiv

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