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Nebenbei

  • „Wir in NRW“ – daheim

    Manchmal geht es in der NRW-Politik zu wie im Horrorfilm. Der Slogan „Wir in NRW“ ist wieder da. Von Rau (Hombach) als Parole des Einvernehmens erfunden, musste er später als Name für ein polarisierendes SPD-nahes Wahlkampfblog herhalten. Es stellte vor Monaten den Betrieb ein. Nun ist ein Wiedergänger aufgetaucht. Das Aparte daran: Bei dem Untoten mit dem Namen „Wir in NRW“ handelt es sich um den neu gestalteten Internetauftritt der SPD-geführten Landesregierung. Das Blog machte im NRW-Wahlkampf 2010 als Kampfinstrument für die SPD gegen CDU-Ministerpräsident Rüttgers und seine schwarz-gelbe Koalition mobil. Um Unabhängigkeit vorzutäuschen und die Leser auf den Leim zu führen, verbarg es seine SPD-Orientierung hinter der abstrusen Behauptung, in NRW sei die Meinungsfreiheit bedroht. Ein Insider aus der CDU versorgte das Blog mit Skandalinfos aus Union und Regierung. Eine Handvoll SPD-naher Journalisten, die sich hinter Pseudonymen versteckten, verwerteten sie – mit Erfolg. Den Journalisten wurde später vorgeworfen, sie seien nach der Wahl 2010 durch die rot-grüne Landesregierung finanziell belohnt worden. Die PR-Agentur des Ex-Fokus-Korrespondenten Steinkühler soll „als Dankeschön“ Regierungsaufträge erhalten haben. Dass nun der Slogan „Wir in NRW“ den Internetauftritt der SPD-geführten Regierung ziert, wird den Gerüchten um Dankeschön-Leistungen von Regierung, SPD und ihr nahestehender Unternehmen neue Nahrung geben. Die NRW-Regierung bereitet sich wohl schon auf den Wahlkampf 2017 vor. Teil ihres neuen Internetauftritts ist auch ein Blog, in dem Gastautoren zu Wort kommen sollen. Auch die anonymen Journalisten von 2010? Wer weiß. Ganz sicher wissen wir: Niemand muss sich mehr hinter dem Slogan „Wir in NRW“ verstecken. Er ist jetzt offen SPD-nah, offiziell regierungsamtlich und damit wieder daheim. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 81 – 2012

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. Das Medium ist die Botschaft
Das Problem des Fernsehens ist nicht die Reichweite, sondern Kontrolle über gesendete Inhalte. Es überrascht nicht, dass die Präsidentengarde in Ägypten während der jüngsten Ausschreitungen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Mursi zwei strategisch wichtige Gebäude bewachte: den Präsidentenpalast und das Gebäude des Staatsfernsehens. Während der letzten sechzig Jahre ist jeder erfolgreiche Staatsstreich in der arabischen Welt aus besetzten Fernseh- und Radiostudios in die Welt hinaus verkündet worden.
Aus: The European

b. Online-Medien: Vertrauenssache

Im Normalfall wird ein Artikel von einer Person genau einmal gelesen. Geht es aber um ein kontroverses Thema oder eine umstrittene Darstellung, dann macht der Link in den sozialen Netzwerken die Runde, und Zitate werden verbreitet. Was, wenn die Zitate nicht mehr mit dem Text auf der Website übereinstimmen? Wenn der Sinn von Aussagen plötzlich ein anderer ist? Zunächst mag man noch an Zitierfehler glauben – wenn aber immer mehr Leser meinen, es sei nicht mehr derselbe Text? Vermutlich wurde dann geändert, ohne es zu kennzeichnen. Und das geht gar nicht.
Aus: Vera Bunse

2.Politik

a. Frankreichs Uran-Interessen bringen Mali auf Kriegskurs
Dabei fällt auf, dass bei der Betrachtung des vielschichtigen Konflikts in diesem Land – auch gerade in Telepolis geschehen (Der angekündigte Krieg) – das massive Interesse Frankreichs an seiner Versorgung mit Uran meist geflissentlich unter den Tisch fällt. Frankreich hängt aber als Atommacht und als Atomstromland von der Versorgung mit Uran ab. Die Abhängigkeit von dieser Region wird dabei immer größer.
Aus: Telepolis

b. Lesezeichen: Berlin brüskiert Daimler

Idee der Piraten: Berlin brüskiert Daimler – taz.de Die Straße an der neuen Vertriebszentrale wird nach Edith Kiss benannt, die als Zwangsarbeiterin für den Konzern arbeiten musste.
Aus: Too much information

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