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Nebenbei

  • Wie befreit aufgespielt

    Hoeneß ist wieder da, und schon ist alles beim Alten. So lange er für einige Monate weggeschlossen war, führte sich der FCB halbwegs anständig auf. Es wurde deutlich, was sein könnte, wenn nicht Hoeneß die Atmosphäre der Bundesliga prägte. Nun wiegelt der Mann, der wie ein Bullterrier agiert, wieder auf – und Rummenigge wieder ab. Die Arbeitsteilung klappt, als hätte Hoeneß nie eingesessen. Seine Hummels-Pöbelei zeigt, wie sehr der Druck, unter dem sein Verein steht, die Liga in Mitleidenschaft zieht. Der FCB ist zwar ein reicher Club. Englische Konkurrenten verfügen aber über mehr Mittel. Ändern sich die Verhältnisse nicht, wird es der FCB bald sehr schwer haben, sich so zu verstärken, dass er auf Dauer mithalten kann. Sogar in der Bundesliga ist seine Dominanz schon bedroht. Er hat Mühe, sich Dortmund vom Hals zu halten. Um erfolgreich zu bleiben, muss er Einnahmen generieren – über die Bundesliga und die Champions League hinaus. Nötiger als seine Wettbewerber braucht er Titel, möglichst viele, allen voran nationale. Dass er fast jedes Jahr deutscher Meister wird, ist die Basis seines wirtschaftlichen Erfolges. Um ihn zu stabilisieren, tut er alles, auf dem Platz und neben ihm. Er muss nicht nur stärker sein als nationale Konkurrenten. Er muss sie auch schwächen, sie in Unruhe versetzen, ihnen die besten Spieler abkaufen. Fußballerfolg hängt am Geld. Hoeneß war einer der ersten Funktionäre, der dieses Gesetz erkannte und nach ihm handelte. Beizukommen ist ihm und dem FCB nur, wenn man es besser macht als sie. Die Dortmunder versuchen es, die Schalker träumen davon. Sie haben nicht den Erfolg, sondern den Traum von ihm zum Daseinszweck ihres Vereins gemacht. Sie scheinen nicht zu begreifen, dass die Erfolge um Schalke so lange einen großen Bogen machen, wie der Verein auf einem Schuldenberg sitzt, der höher ist als jede Bergehalde im Revier. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 81 – 2012

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. Das Medium ist die Botschaft
Das Problem des Fernsehens ist nicht die Reichweite, sondern Kontrolle über gesendete Inhalte. Es überrascht nicht, dass die Präsidentengarde in Ägypten während der jüngsten Ausschreitungen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Mursi zwei strategisch wichtige Gebäude bewachte: den Präsidentenpalast und das Gebäude des Staatsfernsehens. Während der letzten sechzig Jahre ist jeder erfolgreiche Staatsstreich in der arabischen Welt aus besetzten Fernseh- und Radiostudios in die Welt hinaus verkündet worden.
Aus: The European

b. Online-Medien: Vertrauenssache

Im Normalfall wird ein Artikel von einer Person genau einmal gelesen. Geht es aber um ein kontroverses Thema oder eine umstrittene Darstellung, dann macht der Link in den sozialen Netzwerken die Runde, und Zitate werden verbreitet. Was, wenn die Zitate nicht mehr mit dem Text auf der Website übereinstimmen? Wenn der Sinn von Aussagen plötzlich ein anderer ist? Zunächst mag man noch an Zitierfehler glauben – wenn aber immer mehr Leser meinen, es sei nicht mehr derselbe Text? Vermutlich wurde dann geändert, ohne es zu kennzeichnen. Und das geht gar nicht.
Aus: Vera Bunse

2.Politik

a. Frankreichs Uran-Interessen bringen Mali auf Kriegskurs
Dabei fällt auf, dass bei der Betrachtung des vielschichtigen Konflikts in diesem Land – auch gerade in Telepolis geschehen (Der angekündigte Krieg) – das massive Interesse Frankreichs an seiner Versorgung mit Uran meist geflissentlich unter den Tisch fällt. Frankreich hängt aber als Atommacht und als Atomstromland von der Versorgung mit Uran ab. Die Abhängigkeit von dieser Region wird dabei immer größer.
Aus: Telepolis

b. Lesezeichen: Berlin brüskiert Daimler

Idee der Piraten: Berlin brüskiert Daimler – taz.de Die Straße an der neuen Vertriebszentrale wird nach Edith Kiss benannt, die als Zwangsarbeiterin für den Konzern arbeiten musste.
Aus: Too much information

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