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    • SPD: Remake der Schröders

      (uh) Die Einfalt politischer Inszenierungen kennt keine Grenzen. Woran das liegt? Die Regisseure nehmen wohl an, dass bei Journalisten und Wählern die Einfalt wächst. Jüngstes Beispiel: Am Wochenende enthüllten Journalisten, Steinbrück sei ein Mensch. Er zeigt Gefühle. Er wirkt gerührt, wenn seine Frau rührend über ihn spricht. Sie berichtet, die Kandidatur belaste ihn. Derweil kämpft er mit den Tränen. Was sagt uns das? Der SPD steht das Wasser über der Nasenspitze. Deshalb muss Gertrud ran. Die Frau weiß zu überzeugen. Vielleicht stünde es besser um die Partei, wenn sie Gertrud nominiert hätte. Wenn ihn schon der Wahlkampf aufreibt: Was wird erst, wenn er es mit Kanzlerstress zu tun bekommt? Wird er dann ständig heulen? Die Mehrheit der Bürger meint, der Fall werde nicht eintreten. Doch die SPD will die Mehrheit kippen und setzt dabei auf Mitleid. Ob Gertruds Einsatz reicht, Frauen für Steinbrück zu begeistern? Eine Kopie von Gerhard und Hillu (Doris) Schröder sind Peer und Gertrud Steinbrück nicht. Aber irgendwie doch ein Remake. Bei all der Gefühlsduselei will Steinbrück unbedingt belegen, dass er kein Weichei sei. Er legt sich mit Parteichef Gabriel an. Auch das erinnert entfernt an Schröder. Auch er profilierte sich gegen die Partei und ihre Spitze. Sein Gabriel hieß Lafontaine. Wohin dieser Zoff führt, kann die SPD heute an ihren Umfragewerten ablesen.

    Aufgelesen … Nr. 81 – 2012

    Mittwoch, 26. Dezember 2012

    Fundsachen

    An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

    1. Medien

    a. Das Medium ist die Botschaft
    Das Problem des Fernsehens ist nicht die Reichweite, sondern Kontrolle über gesendete Inhalte. Es überrascht nicht, dass die Präsidentengarde in Ägypten während der jüngsten Ausschreitungen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Mursi zwei strategisch wichtige Gebäude bewachte: den Präsidentenpalast und das Gebäude des Staatsfernsehens. Während der letzten sechzig Jahre ist jeder erfolgreiche Staatsstreich in der arabischen Welt aus besetzten Fernseh- und Radiostudios in die Welt hinaus verkündet worden.
    Aus: The European

    b. Online-Medien: Vertrauenssache

    Im Normalfall wird ein Artikel von einer Person genau einmal gelesen. Geht es aber um ein kontroverses Thema oder eine umstrittene Darstellung, dann macht der Link in den sozialen Netzwerken die Runde, und Zitate werden verbreitet. Was, wenn die Zitate nicht mehr mit dem Text auf der Website übereinstimmen? Wenn der Sinn von Aussagen plötzlich ein anderer ist? Zunächst mag man noch an Zitierfehler glauben – wenn aber immer mehr Leser meinen, es sei nicht mehr derselbe Text? Vermutlich wurde dann geändert, ohne es zu kennzeichnen. Und das geht gar nicht.
    Aus: Vera Bunse

    2.Politik

    a. Frankreichs Uran-Interessen bringen Mali auf Kriegskurs
    Dabei fällt auf, dass bei der Betrachtung des vielschichtigen Konflikts in diesem Land – auch gerade in Telepolis geschehen (Der angekündigte Krieg) – das massive Interesse Frankreichs an seiner Versorgung mit Uran meist geflissentlich unter den Tisch fällt. Frankreich hängt aber als Atommacht und als Atomstromland von der Versorgung mit Uran ab. Die Abhängigkeit von dieser Region wird dabei immer größer.
    Aus: Telepolis

    b. Lesezeichen: Berlin brüskiert Daimler

    Idee der Piraten: Berlin brüskiert Daimler – taz.de Die Straße an der neuen Vertriebszentrale wird nach Edith Kiss benannt, die als Zwangsarbeiterin für den Konzern arbeiten musste.
    Aus: Too much information

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