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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 71 – 2012

Samstag, 15. Dezember 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. Falsche Kamellen
Die „Süddeutsche Zeitung“ beschäftigt sich auf ihrer heutigen Titelseite mit der steigenden Bürokratie in deutschen Jobcentern:Papier-Wut: Zahllose neue Weisungen erzürnen Mitarbeiter in Jobcentern. So beginnt der Text: „Die Zehn Gebote Gottes enthalten 279 Wörter, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung enthält 300, die EU-Verordnung über den Import von Karamellbonbons exakt 25 911. Das zeigt: Was wirklich wichtig ist, lässt sich prägnant zusammenfassen. Die Realität sieht in vielen Unternehmen und Behörden meist anders aus.“ Doch so schön die Einleitung auch ist, falsch ist sie trotzdem. Und sogar ein bisschen peinlich.
Aus: Bildblog

b. Meedia: Der typische Online-Leser

Das Branchenmagazin Meedia hat versucht, “den” typischen Leser bestimmter Onlinemedien herauszufinden. Herausgekommen sind bis jetzt sieben Teile. Auswertung und Zusammenstellung der kleinen “Reihe mit Daten-Porträts der größten deutschen Nachrichten-Websites” stammt von @Popkulturjunkie Jens Schröder, der eigentlich Statistikjunkie heißen müsste. Wer liest was? Welche Inhalte kommen besonders gut an? Und kann man wirklich Newssite-spezifische Leserprofile ermitteln? Hier gibt es Antworten:
Aus: Carta

c. Stil ist ein eingebauter narrensicherer Scheiss-Detektor

Tatsächlich sind Sie ab dem Moment ein guter Schreiber, in dem Sie keinen Scheiss schreiben. Oder genauer: ihn nicht publizieren. Das ist manchmal einfacher gesagt als getan. Denn Scheiss lauert überall. Es gibt den Scheiss der Wiederholung: von unnötigen Adjektiven bis zu abgenutzten Gedanken. Den Scheiss des unnötig Komplexen: von Schachtelsätzen bis zur unübersetzten Expertensprache. Den Imponier-Scheiss von Fremdworten bis zum Geraune. Es gibt Scheiss-Formen wie den einseitigen Thesen-Artikel. Oder Scheiss-Haltungen wie Empörtheit über Kleinigkeiten, Verehrung grosser Namen, Kleinlichkeit gegenüber wem auch immer, mangelnde Neugier, Routineblindheit oder Arroganz. Es gibt – im Grössten wie im Kleinsten – viele Gelegenheiten, Mist zu schrieben. Und man tut es auch immer, immer, immer wieder. Aber das ist keine Schande. So lange man ihn wieder streicht.
Aus: Deadline

2. Politik

a. Lobbykratie: Die unsichtbare Hand der „stillen Macht“
er aktuelle „Apotheker-Alarm“ ist ein großes Ablenkungs-Manöver. Der Lobbyismus ist längst das Schatten-Management der Politik. Seine Macht widerspricht den demokratischen Grundprinzipien und zerstört den parlamentarischen Betrieb. „Politik-Spionage“ sei wohl eine neue Form des Lobbyismus, so ahnungslos kommentiert eine Spitzen-NGO-Vertreterin (die selbst Lobbyisten ausbildet) die Weitergabe von illegal beschafften, internen Daten an die Apotheker-Lobby. Die Medien sind plötzlich alarmiert und berichten so prominent wie nie zuvor auf allen Kanälen. Die Geschichte ist einfach, klar, und löst ein verborgenes Ressentiment gegen den übermächtigen Lobbyismus in einer simplen Droh-Botschaft auf. Dabei brauchen professionelle Lobbyisten keine Spionage-Helfer; sie sitzen ohnehin am Tisch der Macht.
Aus: Carta

b. Die arme Deutsche Bank

„Hast Du Scheiße am Schuh, hast Du Scheiße am Schuh“. Niemand hat diese allgemeine Lebenserfahrung jemals besser auf den Punkt bringen können als Andy Brehme. Allgemeine Lebenserfahrung; das heißt: diese Weisheit trägt weit über die Welt des Fußballs hinaus. Sie durchzieht vielmehr alle Lebensbereiche. Früher oder später kriegt jeder sein Fett ab, und dann setzt er ein, der Abwärtsstrudel. Wenn zu allem Unglück auch noch das Pech hinzukommt, schlägt die große Stunde derer, die Dich sowieso schon eine Weile auf dem Kieker hatten.
Aus: Jurga

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