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Nebenbei

  • Ippens Geist

    Zeitungsverleger haben einen schönen Beruf. Sie wirken daran mit, die Menschheit zu informieren und aufzuklären. Die einen Verleger mehr, die anderen weniger. Manche manchmal gar nicht. In diese Gruppe reiht sich Ippen ein. Er verbot, einen Artikel zu veröffentlichen, den Journalisten seines Hauses geschrieben haben. Der Beitrag stellt den Chefredakteur der Bild-Zeitung aus dem Konkurrenzverlag Springer bloß. Ippen begründete sein Verbot, er habe den Eindruck vermeiden wollen, mit dem Artikel dem Konkurrenzverlag zu schaden. Spiegelt Ippens Vorgehen und Rechtfertigung den Geist wider, der im Kreis der deutschen Verleger weht, ist es um Pressefreiheit, Wettbewerb und Marktwirtschaft schlecht bestellt. Die Leser deutscher Printprodukte könnten dann ohne Sorge, etwas zu verpassen, ihre Abos kündigen. Wer seinem Blatt aber treu bleibt, muss sich von jetzt an fragen, ob der Verleger seiner Zeitung in der aktuellen Ausgabe etwas zu drucken verbot, was es denn wohl sein könnte und warum er das, was er in der Zeitung stehen ließ, zu drucken erlaubte. Österreichs Kanzler erkaufte sich Lobeshymnen in Zeitungen. Von Ippens Verhalten ist es nicht mehr weit bis zu dem Argwohn, so etwas wie in Österreich könnte es auch in Deutschland geben. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 27/2012

Mittwoch, 4. April 2012

Blog-Tipps


G R A S S:
Der Nobelpreisträger macht wieder von sich reden. Diesmal sorgt er nicht mit seiner Vergangenheit für Empörung, sondern mit einem Gedicht. Peter von Becker (Zeit) schildert den Fall. Viele Zeitungen fassen die Reaktion zusammen, so auch die Welt. Besonders deutlich fällt die Kritik Henryk M. Broders (Welt) aus. Er bezeichnet Grass als „Prototyp des gebildeten Antisemiten“.

M E D I E N:
Wer hat entschieden, Till Schweiger in die Riege der Tatort-Kommissare aufzunehmen? Wie stellt der NDR sicher, dass Schweigers Texte von den Zuschauern verstanden werden? Wer synchronisiert ihn? Und wer übersetzt ihn? Wird es in seinen Filmen Untertitel geben? Oder werden seine Tatort-Folgen als Stummfilme gedreht? Es stellen sich Fragen über Fragen, seit Schweiger den Tatort-Vorspann als „outdated“ bezeichnete und forderte, ihn abzuschaffen. Gab es eigentlich Alternativen zu Schweiger? Und warum fiel die Wahl auf ihn? Wird er mit Manta und Fuchsschwanz aufzutreten?
Zeit-Chefredakteur di Lorenzo bereut in der Frankfurter Rundschau das Interview-Buch mit Guttenberg.

K O R R U P T I O N:
Frank Überall, Experte für den kölschen Klüngel, beschreibt, wie Deutschland durch Korruption heruntergewirtschaftet wird. Die NachDenkSeiten haben ihn interviewt.

N R W – C D U:
Die Pannenserie im CDU-Wahlkampf reißt nicht ab. An der Basis der NRW-CDU gibt es nun offene Kritik an der Personalpolitik des Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Norbert Röttgen. Die Spitze der NRW-CDU reagiert. Sie kritisiert ihre Kritiker. Im Gespräch mit Silvia Engels (Deutschlandfunk) meint Peter Hintze, Chef der NRW-Landesgruppe der CDU im Bundestag, die SPD solle sich vorsehen. Sie habe die Landtagswahl noch längst nicht gewonnen. Die parteilose Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, soll bei einem Sieg der NRW-CDU bei der Landtagswahl Energieministerin werden.

S T Ä D T E:
Das Deutsche Institut für Urbanistik hat ermittelt, dass die Kommunen einen Investitionsrückstand von knapp 100 Milliarden Euro haben, vor alklem bei der Kleinkinderbetreuung und bei der Verkehrsinfrastruktur. 40 Prozent der Städte bezeichnen ihre Lage als mangelhaft.

 

 

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