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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 27/2012

Mittwoch, 4. April 2012

Blog-Tipps


G R A S S:
Der Nobelpreisträger macht wieder von sich reden. Diesmal sorgt er nicht mit seiner Vergangenheit für Empörung, sondern mit einem Gedicht. Peter von Becker (Zeit) schildert den Fall. Viele Zeitungen fassen die Reaktion zusammen, so auch die Welt. Besonders deutlich fällt die Kritik Henryk M. Broders (Welt) aus. Er bezeichnet Grass als „Prototyp des gebildeten Antisemiten“.

M E D I E N:
Wer hat entschieden, Till Schweiger in die Riege der Tatort-Kommissare aufzunehmen? Wie stellt der NDR sicher, dass Schweigers Texte von den Zuschauern verstanden werden? Wer synchronisiert ihn? Und wer übersetzt ihn? Wird es in seinen Filmen Untertitel geben? Oder werden seine Tatort-Folgen als Stummfilme gedreht? Es stellen sich Fragen über Fragen, seit Schweiger den Tatort-Vorspann als „outdated“ bezeichnete und forderte, ihn abzuschaffen. Gab es eigentlich Alternativen zu Schweiger? Und warum fiel die Wahl auf ihn? Wird er mit Manta und Fuchsschwanz aufzutreten?
Zeit-Chefredakteur di Lorenzo bereut in der Frankfurter Rundschau das Interview-Buch mit Guttenberg.

K O R R U P T I O N:
Frank Überall, Experte für den kölschen Klüngel, beschreibt, wie Deutschland durch Korruption heruntergewirtschaftet wird. Die NachDenkSeiten haben ihn interviewt.

N R W – C D U:
Die Pannenserie im CDU-Wahlkampf reißt nicht ab. An der Basis der NRW-CDU gibt es nun offene Kritik an der Personalpolitik des Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Norbert Röttgen. Die Spitze der NRW-CDU reagiert. Sie kritisiert ihre Kritiker. Im Gespräch mit Silvia Engels (Deutschlandfunk) meint Peter Hintze, Chef der NRW-Landesgruppe der CDU im Bundestag, die SPD solle sich vorsehen. Sie habe die Landtagswahl noch längst nicht gewonnen. Die parteilose Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, soll bei einem Sieg der NRW-CDU bei der Landtagswahl Energieministerin werden.

S T Ä D T E:
Das Deutsche Institut für Urbanistik hat ermittelt, dass die Kommunen einen Investitionsrückstand von knapp 100 Milliarden Euro haben, vor alklem bei der Kleinkinderbetreuung und bei der Verkehrsinfrastruktur. 40 Prozent der Städte bezeichnen ihre Lage als mangelhaft.

 

 

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