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Nebenbei

  • Trump und das Wettrüsten

    Seit jeher setzen die USA Trends. Noch ist Trump nicht im Weißen Haus. Doch schon hat er ein neues Wettrüsten ausgelöst. Von Matthias Kolb (SZ) erfahren wir, dass die US-Zeitungen anfangen, sich auf den Twitter-Präsidenten einzustellen. Sie rüsten personell auf, weil sie Trump auf der Spur bleiben wollen. Offensichtlich rechnen sie damit, dass sich ihre Investition lohnen wird. Trump ist nicht nur interessant wegen der Dinge, die er demnächst tun und lassen wird. Auch seine Vergangenheit könnte sich weiterhin als Goldgrube erweisen. Mit seinen Ein- und Ausfällen lässt sich womöglich kräftig Auflage machen. Sind ähnliche Entwicklungen auch bei deutschen Zeitungen zu erwarten? Wegen der 12,5 Prozent, die AfD-Chefin Petry derzeit auf die Waage bringt, werden deutsche Verleger ihr Redaktionspersonal wohl kaum aufstocken. Doch was passiert, wenn das rechtspopulistische Online-Medium Breitbart, das Trump in den USA wirkungsvoll unterstützt, das bald in Deutschland eine Filiale eröffnen will und das hier bereits mit einer Kostprobe seines Könnens für Aufsehen sorgte, demnächst dazu übergehen wird, Petry zu pushen? Der SPD im Ruhrgebiet, den Konservativen in der CDU und der CSU in Bayern bereitet die AfD schon heute Kopfschmerzen. Sie werden sich mit jedem Prozentpunkt verstärken, um den die AfD zulegt. Nicht nur Breitbart und Petry werden an dieser Aufgabe arbeiten. Wer mag sich bei diesen Aussichten noch damit trösten, dass Petry längst nicht so gut twittern kann wie Trump? – Ulrich Horn

Wie der Teufel das Weihwasser

Sonntag, 2. Mai 2010

Politik

(uh) Eine Woche vor der NRW-Wahl steht die NRW-CDU im Verdacht, in eine Spendenaffäre verwickelt zu sein. Die Bundestagsverwaltung prüft. Ihr Urteil steht noch aus. Doch schon der Anschein setzt den CDU-Landesverband in ein schräges Licht – auch ohne Wahlkampf ein Debakel für die Partei.

Spendensumpf

Der Vorgang, um den es geht, stammt aus dem Landtagswahlkampf 2005, der Jürgen Rüttgers ins Amt des Ministerpräsidenten brachte. Dass der Partei fragwürdige Vorgänge aus jener Zeit zur Belastung werden, ist schon bemerkenswert. Bei gewissenhafter Vorbereitung auf den Wahlkampf  2010 hätte sie ihre Altlasten rechtzeitig aufarbeiten müssen. Dass sie dies unterließ, macht stutzig.

Seit Ende der 80er Jahren hängen der CDU Spenden- und Finanzierungsskandale an – von Kohls Spenden-Sumpf bis zu den Machenschaften der hessischen CDU. Die Finanzmanipulationen, in die ihr früherer Vorsitzender Helmut Kohl verstrickt war, brachten die Partei zu Beginn dieses Jahrzehnts an den Rand des politischen Ruins. Ungeachtet der Tatsache, dass auch andere Parteien ihre Skandale hatten, hätte spätestens seit diesem Zeitpunkt jeder, der in der CDU Führungsverantwortung trägt, dafür sorgen müssen, dass die Partei bei ihrer Finanzierung nicht den geringsten Anschein einer Unregelmäßigkeit oder gar Ungesetzmäßigkeit zuläßt.

Bürde im Wahlkampf

Warum diese Einsicht in der NRW-CDU nicht Platz griff, kann man nicht nachvollziehen, zumal seit Rüttgers’ Wahl zum Vorsitzenden der NRW-CDU 1999 stets von der Modernisierung und Erneuerung des Landesverbandes die Rede war. Dass damit nicht nur das Parteiprogramm gemeint sein konnte, sondern auch die Arbeit des Parteiapparates, hätte sich angesichts der damals akuten Finanzskandale um Kohl und die Hessen-CDU von selbst verstanden.

Dennoch hat die NRW-CDU damals in einem Bereich hantiert, der es ihr heute schwer macht, den Verdacht von Unrechtmäßigkeit unmittelbar zu widerlegen. Das erweist sich im Wahlkampf als schwere Bürde. Es kann sie in Düsseldorf die Macht kosten oder in eine Koalition zwingen, die den Aktionsradius der schwarz-gelben Koalition in Berlin dramatisch einschränkt.

Frage nach der Verantwortung

Schon heute stellt sich die Frage, wer die Verantwortung dafür trägt, dass sich die Wahlkampfchancen der NRW-CDU in den vergangenen Monaten und Wochen verschlechterten. Mit Rücksicht auf den nahen Wahltag wird diese Frage in der CDU bisher nur leise gestellt. Sollte Schwarz-Gelb in Düsseldorf scheitern, wird gewiss nach Konsequenzen geschrien.

Letztlich trägt CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers die Verantwortung. Und mit ihm seine Mitstreiter, die jene Risiken eingingen, die alle Parteien besser scheuen sollten wie der Teufel das Weihwasser.

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4 Kommentare zu “Wie der Teufel das Weihwasser”

  1. […] Wie der Teufel das Weihwasser (Post von Horn) – […]

  2. […] NRW VII: Wie der Teufel das Weihwasser…Post von Horn […]

  3. […] CDU, Teufel und Weihwasser: Eine Woche vor der NRW-Wahl steht die NRW-CDU im Verdacht, in eine Spendenaffäre verwickelt zu sein. Die Bundestagsverwaltung prüft. Ihr Urteil steht noch aus. Doch schon der Anschein setzt den CDU-Landesverband in ein schräges Licht – auch ohne Wahlkampf ein Debakel für die Partei. … postvonhorn […]

  4. […] aber doch scharfsinnig, hat sich Ulrich Horn, auch ein WAZler im Ruhestand, in die NRW-Politik eingeschaltet. Horn schweigt seit fast einer Woche und er hat vielleicht Recht damit, sich aus den […]

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