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Nebenbei

  • Schwindende Scheinblüte

    Was denken sich die Wähler? Vor einem Jahr gaben sie der SPD bei Forsa 14 Prozent. Drei Monate später, bei der Bundestagswahl, machten sie die Partei mit 25,7 Prozent zur stärksten Kraft. Da die Union handlungsunfähig war, konnte SPD-Kandidat Scholz Kanzler werden. Heute, neun Monate nach der Wahl, befindet sich seine Partei auf dem Abstieg. Während Union und Grüne in Umfragen die absolute Mehrheit erreichen, ist die Kanzlerpartei auf dem Rückweg unter die 20-Prozent-Marke. Bei Forsa hat sie es bereits geschafft. Ihr Ergebnis bei der Bundestagswahl hat sich als Scheinblüte erwiesen. Die SPD droht wieder bei 14 Prozent zu landen. Scholz trägt das Seine bei. Er tritt in jüngster Zeit häufig auf. Dennoch rauschen auch seine Werte abwärts. Ob seine Auftritte den Niedergang forcieren oder mildern – wer weiß es? Sicher scheint, dass sich der Abwärtstrend der SPD beschleunigen dürfte, verlöre sie die nächste Landtagswahl am 9. Oktober in Niedersachsen. Sollte sich dort wie jüngst in Schleswig-Holstein und NRW eine schwarz-grüne Koalition bilden, könnte die SPD in Brand geraten. Es wäre an der Zeit, sich nach Hydranten und Wasserschläuchen umzuschauen. Auch in Niedersachsen sinken die Werte der SPD, während die der Union und der Grünen steigen. – Ulrich Horn

Privatmann Trump

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Politik

Donald Trump ist ein unangenehmer Zeitgenosse. Dass ihn viele unerträglich finden, scheint ihm nichts auszumachen. Er versteckt sich nicht hinter einem Image. Er blieb auch im Amt des Präsidenten er selbst: ein Lügner.

Lug und Trug

Er zelebriert diesen Charakterdefekt, als handele es sich um eine Tugend. Er verbiegt die Wirklichkeit. Die Wahrheit erklärt er zur Lüge, die Lüge zur Wahrheit. Alles, was er tut, verdunkeln seine Lügen.

Deren Wirkung schwindet seit seiner Abwahl rapide. Verzweifelt versucht er, seine Wahlniederlage zu einem Sieg umzudeuten. Es gelingt ihm nicht. Er bestreitet sie zwar. Dennoch zollt er ihr Tribut. Sie zwingt ihn ins Privatleben zurück. Dort wird rechtswidriges Verhalten juristisch verfolgt. Trump sorgt für diesen Fall vor.

Die Erfahrung lehrt: Wo Lug ist, da ist Trug nicht weit. Um sich vor der Justiz zu schützen, amnestiert er nun seine Vertrauten: jene, die in seinen Diensten straffällig, verurteilt und eingesperrt wurden, und jene, die befürchten, demnächst bestraft zu werden. Er setzt darauf, dass sie ihn nun nicht mehr belasten werden.

Die Justiz wartet

So nützlich Trump die Amnestien erscheinen: Sie haben für ihn eine ärgerliche Nebenwirkung. Sie bezeugen, dass er und seine Clique es mit Recht und Gesetz nicht so genau nahmen. Trumps Not scheint so groß, dass er dieses indirekte Eingeständnis von Vergehen und Verfehlungen in Kauf nimmt.

Er hat offenbar trifftige Gründe, den Auszug aus dem Weißen Haus zu fürchten. Sobald sich dessen Tor hinter ihm schließt, beginnt die Wirklichkeit, die Trump so emsig verbog, sich zu begradigen. Seine Anhänger und Gegner werden erleben, wie die Wahrheit immer mehr Platz greift gegen seine Lügen.

Trump schmerzt der Machtverlust. Der Schmerz kann sich noch steigern. Es heißt, die Justiz, die Finanzbehörden und seine Gläubiger warteten schon darauf, dass er Privatmann wird. Ob und wie sie ihn dann behandeln, werden viele Menschen in aller Welt mit großem Interesse verfolgen, besonders aufmerksam wohl die autokratischen Regierungschefs und ihre Opponenten. – Ulrich Horn


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Ein Kommentar zu “Privatmann Trump”

  1. Jochen Hensel sagt:

    Ich empfehle, zum Kurieren des Trump-Symptoms das Buch von Barack Obama zu lesen: A Promised Land, engl. 700 Seiten, auf Deutsch 1000.

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