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Nebenbei

  • Die Qual der Wahl

    Bei der Bundestagswahl im September ist alles anders. Besseres ist über sie nicht zu sagen. Mit Ausnahme der ersten Wahl traten stets ein Kanzler und ein Kanzlerkandidat gegeneinander an. Diesmal geht die Kanzlerin in Pension. Dafür gibt es drei Kandidaten. Ihre Anzahl wuchs, ihre Qualität leider nicht. SPD-Kandidat Scholz spielt in zahlreichen Betrugs- und Verwaltungsskandalen und bei deren Aufklärung eine erbärmliche Rolle. Die Kandidatin der Grünen, Baerbock, zeigt sich wie schon als Studentin hoffnungslos überfordert. Unionskandidat Laschet bestätigt verlässlich den Eindruck, ein rheinischer Leichtfuß zu sein. Wähler, die Politik ernst nehmen, haben es schwer. Sie wählen im September zwar nicht den Bundeskanzler, sondern Parteien. Doch was diese Gruppen nach der Wahl aus den Wählerstimmen machen, ist so ungewiss wie nie. Sicher ist nur: Es wird mehr Abgeordnete geben. Dafür haben die Mandatsträger gesorgt, als sie die Reform des Bundestages scheitern ließen. Wer soll ihnen abnehmen, dass sie die überfälligen Reformen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft durchführen? Der Dichter Heine hatte 1843 in Frankreich schlaflose Nächte, wenn er an Deutschland dachte. Heute denken Deutsche nicht nachts. Sie schlafen. Wenn sie denken, dann tagsüber, und wenn an Wahlen, dann unter Qualen. – Ulrich Horn

Die Wiener Corona-Experten

Donnerstag, 20. August 2020

Nebenbei

NRW findet mehr Beachtung, als man denkt. Besonders aufmerksam schaut man offenbar aus dem schönen Wien auf das Bundesland. Österreichs Bildungsminister Faßmann hat entdeckt, dass NRW-Ministerpräsident Laschet den Schülern der Sekundarstufe 2 für 14 Tage Maskenpflicht verordnet hat. Es handele sich um einen PR-Gag, mit dem Laschet im Kampf um den CDU-Vorsitz punkten olle, kritisiert Faßmann. Er gehört zur ÖVP, einer Schwesterpartei der CDU. Vor Jahresfrist noch wären Äußerungen aus Österreich zu Vorgängen in NRW dort kaum bemerkt worden. Heute ist das anders. Alles, was Österreichs Politiker sagen, findet jetzt große Beachtung, vor allem wenn es um das Thema Corona geht. Dann hört ganz Europa gebannt zu. Allzu gut ist den EU-Staaten in Erinnerung, dass Österreichs Politiker zum Thema Corona lange gar nichts sagten, sehr zum Leidwesen des ganzen Kontinents. Das Virus kam auf ihm erst so richtig auf Touren, als man in Österreich beschloss, mehr auf das Geld der Touristen als auf deren Gesundheit Wert zu legen. In und um Ischgl herum, dem Ballermann des Skitourismus, wurde das Virus über Wochen verschwiegen. Die Folgen sind bekannt. Dank Österreichs Diskretion wurde es bis in die letzten Winkel Europas verbreitet. Die Zahl der Infektionen und Todesfälle stieg, über Wochen standen alle Räder still, der wirtschaftliche Schaden wuchs ins Gigantische. Wann hat das kleine Österreich zuletzt so große Wirkung erzielt? Für die Reparatur der Schäden werden in Europa noch die Generationen der Enkel und Urenkel zahlen müssen. So ist garantiert, dass noch für viele Jahre jeder in Europa die Ohren spitzen wird, wenn ein österreichischer Minister über Corona-Maßnahmen spricht, vor allen über die in anderen Ländern. – Ulrich Horn

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5 Kommentare zu “Die Wiener Corona-Experten”

  1. Markus sagt:

    Aber 85% der Infizierten haben die Infektion unbemerkt durchgemacht. Soll man da von einem „Killervirus“ sprechen?

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