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Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

VW: Krisenmanager werden Teil der Krise

Mittwoch, 9. März 2016

Politik

Im VW-Skandal wird immer deutlicher: Konzernchef Müller ist der falsche Mann, die Krise des Konzerns zu managen. Dieser Umstand war schon bei seiner Berufung an die Konzernspitze vielen Beobachtern klar, wurde von den Eigentümern und vom Aufsichtsrat jedoch ignoriert, zum Schaden für den Konzern.

Netzwerke schonen

Müller fehlen die Voraussetzungen, die für erfolgreiches Krisenmanagement erforderlich sind. Sein größtes Handicap ist es, dass seine Glaubwürdigkeit infrage gestellt werden kann. Er gehört zum Kreis jener VW-Manager, die vom Abgasbetrug seit Langem hätten wissen müssen – oder von ihm wussten und ihn verschwiegen.

Warum ausgerechnet er an die VW-Spitze kam, nährt die Vermutung, er solle das unvermeidliche Aufräumen auf das unvermeidbare Ausmaß beschränken. Damit er diese Aufgabe optimal wahrnehmen kann, wurde ihm mit Aufsichtsratschef Pötsch ein Mann zur Seite gestellt, der das gleiche Handicap wie Müller trägt: Er kennt die Netzwerke bei VW und bietet ebenfalls die Gewähr bietet, sie so weit wie möglich zu schonen.

Niedersachsens Sperrminorität

Wie erwartet haben sich beide zur Belastung für den Konzern entwickelt. Dank seines kurzsichtigen Aufsichtsrates kämpft das Unternehmen nun nicht nur mit dem Abgasskandal, sondern auch mit der Frage, in welchem Umfang seine Krisenmanager in ihn verstrickt sind. Je länger sie in ihren Ämtern bleiben, desto lauter wird sich diese Frage stellen.

Der Schaden, den Pötsch und Müller mit sich bringen, übersteigt längst den Nutzen, der von ihnen erwartet wurde. Dass die Eigentümer Piëch und Porsche an den beiden langgedienten Managern festhalten, müssen sie mit sich abmachen. Was aber tut das Land Niedersachen, das bei VW eine Sperrminorität besitzt?

In die Ämter gehievt

Ministerpräsident Weil (SPD) hat gegen den Rat vieler Fachleute mitgeholfen, Pötsch und Müller in ihre Ämter zu hieven. Er ist mitverantwortlich für das Führungsproblem des Konzerns. Weil – und mit ihm die SPD – sind auf dem besten Weg, wie Müller und Pötsch Teil der VW-Probleme zu werden. Dieses Problem hat der SPD gerade noch gefehlt. – Ulrich Horn


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2 Kommentare zu “VW: Krisenmanager werden Teil der Krise”

  1. Werner sagt:

    Was einen fasziniert, ist immer die Art und Weise, wie Journalisten, die ja von allem Ahnung haben, ihre Wahrheiten hinausposaunen! Ohne Nachweis für Kompetenz werden komplexeste Zusammenhänge simplifiziert! Ohne es zu belegen, werden Behauptungen in die Welt gesetzt! Gut, dass es Journalisten gibt, die von allem und jedem Ahnung haben!

  2. Martin Böttger sagt:

    @Werner: Große Unternehmen, Verbände und Bürokratien neigen stark dazu, selbstbezogen und betriebsblind zu werden. Zu intensiv sind sie mit internen Rangkämpfen beschäftigt und ausgelastet. Da können Journalisten, die strategisches Grundverständnis besitzen, oftmals hilfreich sein, um ihnen zu spiegeln, wie das da draußen wirkt. Deswegen kaufen kluge produzierende Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt mittlerweile mehr Journalisten ein, als es Medienunternehmen tun. Da lobe ich mir als Leser unabhängige Journalisten, die von keinem mehr eingekauft werden.

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