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Nebenbei

  • Lösung für Berlins Krise

    Berlin, so ist zu lesen, wächst jährlich um 40.000 Menschen. Der Andrang überfordert den Senat der Hauptstadt. Ihre Infrastruktur hält nicht Schritt. Es mangelt an Wohnungen. Sie sind knapp und teuer geworden. Den Plan, hohe Mieten stark zu deckeln, musste die rot-rot-grüne Koalition abschwächen. Er wird Berlins Wohnungsproblem nicht lösen. Die CDU schlägt nun vor, für einige Jahre den Zuzug nach Berlin zu unterbinden. Auch dieser Plan wird wohl nicht umgesetzt. Auch er wird Berlins Problem nicht mildern. Alle Pläne gegen die Berliner Krise kranken daran, dass sie sich nur mit Symptomen befassen. Es wäre längst an der Zeit, Berlins Problem an der Wurzel zu packen. Die Stadt ist offensichtlich ihrer Rolle als Hauptstadt nicht gewachsen. Ihr Problem verschärfte sich, als die Bundesregierung von Bonn nach Berlin zog. Seither wirkt Berlin auf viele Bürger wie ein Magnet. Die Krise der Stadt wäre schlagartig behoben, wenn der Bundestag und die Bundesregierung nach Bonn zurückkehrten. Der Zustrom der Bürger nach Berlin würde verebben, die Mieten würden sinken, der Wohnungsmarkt würde durchlüftet. Sogar der Bau des Berliner Flughafens könnte eingestellt und der Airport zur Gedenkstätte umgewandelt werden. Mit dem Geld, das sich dort einsparen lässt, könnte die Rückkehr des Parlaments- und Regierungsapparates nach Bonn finanziert werden. Damit sich Berlin nicht geplündert vorkäme, sollten der Bundespräsident und die Geheimdienste in Berlin bleiben. Und natürlich sollte das große nationale Feuerwerk in der Silvesternacht dann nicht auf dem Bonner Marktplatz, sondern wie bisher am Brandenburger Tor abgebrannt werden. – Ulrich Horn

     

Der Scherbenhaufen wächst

Dienstag, 13. Oktober 2015

Nebenbei

VW sitzt auf einem Scherbenhaufen. Er wird von Tag zu Tag teurer. Um ihn bezahlen zu können, planen die neuen Führungsspitzen, drastisch zu sparen. Das traut man Vorstandschef Müller und Aufsichtsratschef Pötsch unbesehen zu. Sie werden die Krise nutzen, viel mehr als nur das abzuschmelzen, was vor der Krise gegen die IG Metall, die Betriebsräte und Niedersachsens Landesregierung durchsetzbar war. Müller und Pötsch wollen auch die VW-Kultur ändern, weg von der Kommandostruktur, hin zur Diskussionskultur. Diesen Umbruch traut man ihnen nicht zu. Beide sind VW-Gewächse. Sie wurden in der Kommandokultur groß. In Teilen der Wirtschaft gilt ihre Berufung als Fehler. Sie verstoße gegen die Regeln guter Unternehmensführung und beschädige die Marke VW noch stärker, meint der Deutsche Bank-Manager Henning Gebhardt. Wie sehr VW mit diesen Regeln auf Kriegsfuß steht, zeigt nicht nur der Abgas-Skandal. Ex-Vorstandschef Winterkorn duldete Steuerbetrüger Hoeneß im FC Bayern-Aufsichtsrat. Niemand im Vorstand und Aufsichtsrat rief Winterkorn zur Ordnung. Wie Müller und Pötsch das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen wollen, die der Konzern betrogen hat, haben sie bisher nicht erkennen – auch das ein Zeichen schlechter Unternehmensführung. So gesehen ist VW dabei, den Scherbenhaufen, auf dem es sitzt, noch zu vergrößern. – Ulrich Horn

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Ein Kommentar zu “Der Scherbenhaufen wächst”

  1. Roland Appel sagt:

    Der Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und Sportpolitik des Konzerns ist ein besonders interessanter. Die vielfältigen Verstrickungen und das verflochtene Sponsoring z.T. konkurrierender Vereine ist ja auch sportpolitisch ein Skandal. In der Krise sollte man ja glauben, ein Autobauer konzentriere sich nun aufs Kerngeschäft und die Entwicklung dort, wo die Schwächen liegen, nämlich im Umweltbereich. Davon ist aber am wenigsten die Rede – der Fisch stinkt nach wie vor vom Kopf her. Schließlich war Pötsch Finanzvorstand, während aus Kostengründen statt umweltfreundlicher Motoren Betrügersoftware entwickelt wurde. Statt überteuerte Logenplätze in den Stadien und überflüssige Privatjetflotten abzuschaffen, wollen die Herren wohl lieber Arbeitsplätze vernichten. Sie sollten sich mal am Beispiel Middelhoff ansehen, wohin das führen kann.

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