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Nebenbei

  • Lösung für Berlins Krise

    Berlin, so ist zu lesen, wächst jährlich um 40.000 Menschen. Der Andrang überfordert den Senat der Hauptstadt. Ihre Infrastruktur hält nicht Schritt. Es mangelt an Wohnungen. Sie sind knapp und teuer geworden. Den Plan, hohe Mieten stark zu deckeln, musste die rot-rot-grüne Koalition abschwächen. Er wird Berlins Wohnungsproblem nicht lösen. Die CDU schlägt nun vor, für einige Jahre den Zuzug nach Berlin zu unterbinden. Auch dieser Plan wird wohl nicht umgesetzt. Auch er wird Berlins Problem nicht mildern. Alle Pläne gegen die Berliner Krise kranken daran, dass sie sich nur mit Symptomen befassen. Es wäre längst an der Zeit, Berlins Problem an der Wurzel zu packen. Die Stadt ist offensichtlich ihrer Rolle als Hauptstadt nicht gewachsen. Ihr Problem verschärfte sich, als die Bundesregierung von Bonn nach Berlin zog. Seither wirkt Berlin auf viele Bürger wie ein Magnet. Die Krise der Stadt wäre schlagartig behoben, wenn der Bundestag und die Bundesregierung nach Bonn zurückkehrten. Der Zustrom der Bürger nach Berlin würde verebben, die Mieten würden sinken, der Wohnungsmarkt würde durchlüftet. Sogar der Bau des Berliner Flughafens könnte eingestellt und der Airport zur Gedenkstätte umgewandelt werden. Mit dem Geld, das sich dort einsparen lässt, könnte die Rückkehr des Parlaments- und Regierungsapparates nach Bonn finanziert werden. Damit sich Berlin nicht geplündert vorkäme, sollten der Bundespräsident und die Geheimdienste in Berlin bleiben. Und natürlich sollte das große nationale Feuerwerk in der Silvesternacht dann nicht auf dem Bonner Marktplatz, sondern wie bisher am Brandenburger Tor abgebrannt werden. – Ulrich Horn

     

Zum Erfolg verdammt

Samstag, 2. Mai 2015

Nebenbei

Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Weil erklärt, der Machtkampf bei VW sei beendet. Ist nun alles in Ordnung? Keineswegs. Weil, die IG Metall und der Betriebsrat haben nicht nur VW-Miteigentümer Piëch aus dem Aufsichtsrat gedrängt. Sie haben sich auch mit VW-Vorstandschef Winterkorn verbunden, den Piëch für unfähig hält, den Konzern voranzubringen. Bei allen Verdiensten, die Winterkorn hat: Er ist für die Probleme des Konzerns verantwortlich, die über den Machtkampf deutlich wurden. In den USA und in China ist der Umsatz eingebrochen. Der Marke VW fehlen attraktive Modelle. Die Rationalisierung des Konzerns geht nur langsam voran. Winterkorn hätte weitsichtig vorbeugen müssen. Das hat er versäumt. Mehr noch: Er hat es unterlassen, die Probleme zu lösen, als sie noch klein waren. Inzwischen sind sie deutlich zu spüren. Über Nacht beheben lassen sie sich nicht mehr. Sie wachsen. Schrumpfen können sie erst, sollte es Winterkorn gelingen, attraktive Modelle zu entwickeln, die in den USA und in China einschlagen. Ob sich Erfolg einstellt, ist nicht gewiss. Piëch jedenfalls glaubt, dass Winterkorn der Aufgabe nicht gewachsen ist. Was wird passieren, wenn VW zurückfällt? Es werden sich dann zwei Fragen stellen: Wie viele Arbeitsplätze müssen geopfert werden? Und: Wer trägt die Schuld daran? Wem sie zuzuschreiben ist, steht schon heute fest: Winterkorn und jenen, die ihn im Amt hielten – dem SPD-Ministerpräsidenten Weil, der IG Metall und dem Betriebsrat. – Ulrich Horn

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5 Kommentare zu “Zum Erfolg verdammt”

  1. walter dyroff sagt:

    -Die Rationalisierung des Konzerns geht nur langsam voran.
    Wie viele Arbeitsplätze müssen geopfert werden? Und: Wer trägt die Schuld daran?-

    Ab Morgen wird mit Volldampf rationalisiert. Wie viele Arbeitsplätze wird das dann kosten?
    Und wer trägt die Folgekosten? Hartz IV etc.? Wer fährt die Rationalisierungsgewinne ein?
    Es ist nicht einmal sicher, dass die Rationalisierungsausrüster in Deutschland produzieren.
    Also hier Arbeitsplätze erhalten (schaffen).

    VW tat schon, was es konnte, um am Markt zu bestehen.
    Am 22.08.2005 schrieb der Spiegel:
    Autotrends: Vom Designflop zum Klassiker
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/autotrends-vom-designflop-zum-klassiker-a-370922.html
    Und falls VW in Frankfurt tatsächlich einen Geländewagen auf Golf-Basis präsentiert, ist das zumindest indirekt der Nachfolger des Golf Country von 1990, der nach Einschätzung vieler Fans seiner Zeit fünf bis zehn Jahre voraus war.

    VW-Affäre: Konzern zahlte sechsstellige Summe für Indien-Reise
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/vw-affaere-konzern-zahlte-sechsstellige-summe-fuer-indien-reise-a-370929.html

    M. Winterkorn
    Nach der Zustimmung des Aufsichtsrats vom 17. November 2006 trat er am 1. Januar 2007 die Nachfolge von VW-Konzern-Chef Bernd Pischetsrieder als Vorstandschef der Volkswagen AG an. Hier nahm er einen kompletten Stab an Mitarbeitern mit, darunter u. a. den Chefdesigner Walter Maria de’Silva und den damaligen Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. Als direkter Vorgesetzter leitet er weiterhin die Geschäftsbereiche im Vertrieb sowie der Forschung und Entwicklung im Volkswagenwerk Wolfsburg.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Winterkorn

    Hat in den vergangenen 7 Jahren niemand bemerkt, welche „Lusche“ den Konzern regiert?
    Oder erkennen wir auch hier die Auswirkungen der Globalisierung?

    Der Trierer Rauschebart behauptete: Die Nationen würden untergehen… in der weltmarktorientierten Wirtschaft. Religiöse Bindungen, die Familie und kulturelle Traditionen hätten keinen Bestand mehr.
    Ist der Wettlauf um den Spitzenplatz in einer Branche das Rennen im Hamsterrad?

    • Hubertus Bruch sagt:

      Guten Abend Herr Dyroff,
      natürlich ist das Karrierestreben und das Erreichen des Ziels immer auch ein Lauf im Hamsterrad. Das ist nun mal unser berufliches Schicksal. Dass Winterkorn eine Lusche sein soll, ist allerdings eine interessante These. So hat es in den letzten Jahren wohl kaum ein Manager geschafft, den Wert eines Unternehmens so zu steigern. Allerdings ist es auch bei Winterkorn so, dass auch dieser Mohr irgendwann seine Schuldigkeit getan hat und es neue Ideen braucht.
      Wo hier nun der Trierer Rauschebart ins Spiel kommt mit seinen vermeintlichen Weltuntergangsszenarien, wird mir ebenso nicht ganz klar. Ich meine eher, dass wir hier in Deutschland nach wie vor ein Grundrecht auf Schutz des Eigentums haben, und wenn ein Eigentümer meint, sein Eigentum sei nicht mehr gut verwaltet bzw. der Wert steigt nicht mehr wie erwartet, dann muss der Angestellte halt gehen.
      Und es ist nun mal auch so, dass im Rahmen von Rationalisierungsmaßnahmen auch Angestellte werden gehen müssen. Allerdings gibt es wohl kein Unternehmen in Deutschland, bei dem das Netz finanziell so dick sein wird wie bei VW. Hatz 4 scheint mir da doch eher unrealistisch.

  2. Beate sagt:

    Permanente Exportüberschüsse sind nur dadurch möglich, dass sich ein immer größerer Teil der Inländer weniger Auslands- oder Inlandswaren leisten kann.
    Schröder hat vor der Agenda 2010 die Vermögenssteuer abgeschafft. Und damit jede Möglichkeit zu ermitteln, wie hoch die Auslandsvermögen der Besitzer, der Profiteure der Agenda 2010, geworden sind.
    Wie die Welt berichtet, sind in den nächsten 10 – 20 Jahren 18 Millionen Arbeitsplätze durch den technischen Fortschritt gefährdet.
    Was nach Ansicht der Welt eine soziale Bombe sein soll.
    Man könnte ja auch die wöchentliche Arbeitszeit auf 25 Stunden beschränken und das Renteneintrittsalter auf 50 senken.
    Piech oder Winterkorn. Beide stehen für den technischen Fortschritt. Wir sollten beiden dankbar sein. Sie ermöglichen uns, die Arbeitszeit drastisch zu senken ohne Wohlstandsverlust.
    Ob das Auslandsvermögen von Piech x Milliarden oder Hunderte Milliarden Euro ist, interessiert den doch selber nicht.
    Wie kommen wir aus solchen Zwängen?

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