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Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

Der Welten Lohn

Donnerstag, 28. August 2014

Nebenbei

Es gab einmal einen Politiker, der erzielte einen großen Erfolg. Er kam zustande, weil ihm ein anderer Politiker geholfen hatte. Kurz nach dem Erfolg telefonierte ich mit dem Helfer. Sein erfolgreicher Parteifreund werde ihn nun doch sicher belohnen, sagte ich. Der Helfer antwortete skeptisch: „In der Politik ist Dankbarkeit flüchtig.“ Daran musste ich denken, als ich jüngst auf zwei Artikel stieß. Der eine stammt von 2011, NRW-Ministerpräsidentin Kraft war gerade ein Jahr im Amt. Damals kam Kritik auf, ihre Kontakte zur Wirtschaft seien unterentwickelt. Der Spiegel berichtete, der damalige WAZ-Geschäftsführer und frühere Berater von Ex-Kanzler Schröder, Bodo Hombach, habe seine Kontakte zur Großindustrie spielen lassen, um Kraft die Wirtschaft näher zu bringen. Über sein Verhältnis zu Kraft sagte Hombach damals dem Spiegel: „Ich glaube, das ist der Beginn einer schönen Freundschaft.“ Der zweite Artikel stammt vom 23. August 2014. Die Rheinische Post berichtete, SPD-Chef Gabriel habe Hombach für das Kuratorium der RAG-Stiftung vorgeschlagen – wohl vergeblich. Kraft solle sich gegen Hombach quergelegt haben. Da fiel mir wieder das Zitat jenes Politikers ein, der seinem Parteifreund zum Erfolg verholfen hatte: „In der Politik ist Dankbarkeit flüchtig.“ Der Volksmund formuliert schroffer: Undank ist der Welten Lohn. – Ulrich Horn

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6 Kommentare zu “Der Welten Lohn”

  1. […] Online NRW: Städte in NRW stöhnen über Flüchtlinge…RP Online NRW: Der Welten Lohn…Post von Horn Ruhrgebiet: Bochumer Betriebsräte warnen vor einem Arbeitsmarkt-Kollaps…Der Westen […]

  2. Herrmann Hirsch sagt:

    Nicht alles, was der Spiegel berichtet, muss auch richtig sein. Wie man weiß, setzt sich Hombach immer gerne in ein positives Licht. Auch bei Schröder drängte er sich schon in den Vordergrund. Aber der hatte ihn immerhin angeheuert. Kraft nicht. Die Frage ist: Wie schütze ich mich vor Freunden?

  3. Kritikus sagt:

    „In der Politik ist Dank flüchtig“. Eine Binse! Ich bin froh darüber, dass das so ist, denn: Was würde der Autor wohl dazu sagen, wenn ausgerechnet ein Motiv wie Dankbarkeit Grundlage von politischen Entscheidungen würde?

  4. Markus sagt:

    Na ja, der „gute Bodo“ hat auch schon so manchen „Parteifreund“ über die Klinge springen lassen …

    „WIR IN NRW“ ist aber trotzdem ein gutes Motto 😉

  5. Martin Böttger sagt:

    Hombachs Karriereweg ist gepflastert von Intrigen. Das wird Frau Kraft nicht verborgen geblieben sein. Die Stadt, aus der beide stammen, ist ja nicht allzu groß. Er selbst ist schon mehrmals über seine Eitelkeit gestolpert. Seine Ausflüge in verschiedene Bereiche der „Großindustrie“ haben überwiegend kein gutes Ende genommen. Das Durchstechen von Gerüchten, wie die von Ihnen verlinkte RP-Meldung, eignet sich kaum für seriöse Bewerbungen.
    An der RP-Meldung fällt außerdem die Rivalität zwischen Gabriels Niedersachsen-Seilschaft und NRW/Kraft auf. Dass man gegen Niedersachsen-Seilschaften eine Allergie hat, kann ich nach der Wulff- und der Edathy-Affäre nachvollziehen. Mir geht es so, das mein Vertrauen in Frau Kraft angesichts solcher Meldungen eher wächst.

  6. kuba4711 sagt:

    Wenn Du solche Freunde hast, dann fühlst Du dich bei deinen ausgewiesenen Gegnern wohler…. Und auf kaum eine politische Person des Zeitgeschehens trifft dies wohl passender zu als bei Herrn Hombach.
    Es gehört ja hoffentlich inzwischen zum Allgemein-Wissen, welche Rolle dieser Mann beim Durchstechen des Neoliberalismus im Auftrag des Brioni-Kanzlers in der sogenannten rosa-grünen Koalition gespielt hat. Eine weitere Wegstrecke auf diesem politisch-ökonomischen Holzweg mit dem Politfreund Hombach als Pfadfinder, und die SPD – nicht nur in NRW – bewirbt sich demnächst um das Erbe der FDP. Ansonsten ist es ja so, dass gute Kontakte zur Wirtschaft immer positiv zu bewerten sind. Allerdings sollten sich diese Kontakte auf Adressen konzentrieren, die geschnallt haben, dass Ökonomie ein Kreislauf ist. Will sagen: Nicht nur der unternehmerischen Angebotsseite muss es gut gehen, sondern den Kunden bzw. den Verbrauchern dieser Wirtschaft und Dienstleistern ebenfalls.
    Sprich: Eine Sozialdemokratie mit politischer Zukunft, die sollte sich wieder mehr auf diese Nachfrage-Seite konzentrieren. Und auch den Staat in aktivem Eingreifen halten, sowohl als Investor wie auch als Verbraucher.
    Damit könnte man ,endlich und überfällig , klare politische Kante gegen die ideologische Ausrichtung des Herrn Hombach und seinen Freunden setzen. Liebe Hanni: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

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