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Nebenbei

  • Unterirdisches TV

    Wen überrascht es, dass sich öffentlich-rechtliche TV-Anstalten zur Manipulation von Umfragen bekennen? Wache Zuschauer hätten merken können, dass die Umfragen nicht repräsentativ waren. Zur Einsicht, dass jede andere Art von Umfrage willkürlich ist, wäre es dann nicht mehr weit gewesen. Die Pseudo-Umfragen hätten gleich nach der Ausstrahlung kritisiert werden müssen. Doch Kritiker scheinen sich solche Sendungen gar nicht anzusehen. Und die Zuschauer?  Sie neigen dazu, großzügig zu sein. Diesen Umstand machen sich die Programmmacher zunutze. Sie können unverfroren agieren, weil sich die Zuschauer als Korrektiv nicht hinreichend einbringen (können). Zeitungen kann man abbestellen, TV-Sender nicht. Man kann sie meiden. Los wird man die öffentlich-rechtlichen Anstalten wegen der Zwangsgebühr nicht mehr. Daher können sie unverdrossen daran arbeiten, ihren Umgang mit Fakten neu zu gewichten. Keine ARD- und ZDF-Nachrichtensendung ohne den Hinweis auf die ausführlicheren Berichte auf der hauseigenen Internetseite. Die Nachrichtensendungen verkommen zum Hinweisgeber des Internet-Angebots. Es soll die Nachrichtensendungen ergänzen und nimmt ihnen doch nur ihr Gewicht. Sie wirken wie die Leicht-Version. Die ARD experimentiert obendrein mit einem seltsamen Sonderweg. Ihre Tagesthemen proben den Brückenschlag zum Unterhaltungsfach. Eine Moderatorin stieg kürzlich auf ihr Pult, um den Beitrag zum Tod eines Schauspielers zu moderieren. Wird sie demnächst unter das Pult kriechen, wenn sie einen Beitrag über den Gazastreifen ankündigen muss? – Ulrich Horn

Stille Post