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Nebenbei

  • Tatkraft und ihr Gegenteil

    Der Amoklauf in München hat starke Reaktionen ausgelöst. Über Stunden herrschten Angst und Unsicherheit. Doch der Staat zeigte Flagge. In München und Bayern demonstrierten Polizei und Rettungskräfte mit aller Macht, dass sie die Lage in den Griff bekommen wollten. Der Bundesinnenminister trat, kaum in den USA gelandet, den Rückflug an. Bundeskanzlerin Merkel unterbrach ihren Urlaub. In Berlin trat das Sicherheitskabinett zusammen. In München tagte Bayerns Landeskabinett unter Ministerpräsident Seehofer. – Diese Reaktionen erinnern unwillkürlich an die Kölner Silvesternacht und an die Reaktionen auf die dortigen Verbrechen. Alles, was nach dem Münchener Amoklauf den Bürgern vermittelte, der Staat komme seinen Schutz- und Aufklärungspflichten nach, hat bei den Kölner Silvesterverbrechen gefehlt. Es gab keine Polizei und keine Rettungsdienste, die entschlossen mobilisiert wurden und in Erscheinung traten. Es gab keinen Innenminister, der auf die erste Meldung der Polizei reagierte. Es gab keine Sondersitzung des Landeskabinetts unter Ministerpräsidentin Kraft. Wohl aber gab es aus dem Polizeiapparat einen Anruf, der das Wort „Vergewaltigung“ aus der Polizeimeldung getilgt und die Verbrechen bagatellisiert sehen wollte. Während sich die Kanzlerin in Köln besorgt erkundigte, war die Ministerpräsidentin noch abgetaucht. – Die Reaktionen auf dem Münchener Amoklauf beleuchten erneut die Nachlässigkeit, mit der die politisch Verantwortlichen in NRW über Neujahr hantierten. – Derzeit wird Münchens Polizeisprecher da Gloria Martins für seine souveränen TV-Auftritte über den grünen Klee gelobt. Dabei hat der Mann doch nur seine Arbeit ordentlich verrichtet. Das aber genügt heutzutage schon, um als ganz und gar außergewöhnlich zu gelten. Wie weit haben wir es gebracht. – Ulrich Horn

Archive | Sport

FIFA-Skandal: Jede Menge Selbsttore

Donnerstag, 28. Mai 2015

7 Kommentare

Spitzenfunktionäre der FIFA wurden verhaftet. Die Aktion sorgt weltweit für Schlagzeilen. Plötzlich sind alle Medien überzeugt, dass der eingetragene Verein FIFA eine mafiöse Vereinigung sei. Tatsächlich gibt es seit Langem viele Hinweise, dass hinter der biederen Fassade in großem Stil gut organisiert Verbrechen begangen wurden. Dass FIFA-Funktionäre über Jahrzehnte unbehelligt ihr Unwesen treiben konnten, wirft Fragen auf. [weiter]

Der FC Bayern scheitert an seinem Erfolg

Donnerstag, 1. Mai 2014

3 Kommentare

(uh) Bayern München hat es weit gebracht. Dennoch sind Mannschaft und Verein – gemessen an ihrem Anspruch – gescheitert. Sie wollten ihren Erfolg in der Champions League von 2013 wiederholen. Real Madrid hat das verhindert. Nicht einmal das Endspiel erreichte der FCB. Die Halbfinal-Niederlagen offenbaren die Grenzen der Mannschaft. Sie stellen auch den hypertrophen Verein und sein serviles Umfeld bloß. [weiter]

Schalke nun im Buch der Geschichte

Dienstag, 29. April 2014

4 Kommentare

(uh) Die Ukraine-Krise elektrisiert Politik und Medien. Nun hat sie auch das Ruhrgebiet erfasst. Die Region, die kürzlich noch den Städten im Donezbecken glich, hat geschafft, was ihr schon lange nicht mehr gelang: Sie brachte sich und andere in Wallung. Das vor sich hindösende Revier vibriert inzwischen im Wirbel der Weltpolitik. Wem hat es das zu verdanken? Schalke und dem russischen Präsidenten Putin. [weiter]

Der König, der selbst über Merkel herrscht

Montag, 7. April 2014

6 Kommentare

(uh) Der Fußball steht auf dem Höhepunkt seiner Macht. Ende der 70-er, Anfang der 80-er Jahre war sein Ruf dahin. Inzwischen setzt er Maßstäbe. Er bewegt viel mehr Menschen als jeder andere gesellschaftliche Zusammenschluss. Längst übertrifft er die Bindungskraft der Kirchen, Parteien und Gewerkschaften. [weiter]

Hoeneß: Die Schattenseite des Fußballs

Montag, 17. März 2014

7 Kommentare

Der Fall Hoeneß hat zwei Seiten. Im Prozess kam nur eine zur Sprache – der Steuerbetrug. Die Verteidigung erweckte den Eindruck, es gehe lediglich um das Verhalten des Privatmannes Hoeneß. So gelang es ihr zu verhindern, dass dessen Steuerbetrug mit seiner Tätigkeit als Fußball-Funktionär verbunden wurde. Nachhaltig war dieses Manöver nicht. Inzwischen dreht sich der Wind. [weiter]

Ist Zuschauen auf Schalke gefährlich?

Samstag, 14. September 2013

1 Kommentar

(uh) Beim Fußball rasten selbst ruhige Zeitgenossen aus. Nähme man den CDU-Landtagsabgeordneten Biesenbach aus Hückeswagen ernst, müsste man fürchten, 68 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg drohe wieder Krieg. Als Auslöser hat Biesenbach NRW-Innenminister Jäger (SPD) ausgemacht. Der Minister habe eine „Kriegserklärung an die gesamte Bundesliga“ ausgesprochen, so der Abgeordnete in einer Presseerklärung. [weiter]

Der Nabel des Fußballs

Samstag, 31. August 2013

10 Kommentare

(uh) In dieser Woche zeigte sich das Gefälle im deutschen Fußball. Die Spiele Schalke gegen Saloniki und Bayern gegen Chelsea waren spannend. Die deutschen Clubs gewannen. Doch Krösus Bayern spielte zwei Klassen besser als Schulden-Meister Schalke. Mag sein, dass NRW Fußball-Hochburg ist. Doch den Ton im Fußball gibt der FCB an. [weiter]

Liegen Leichen im Keller?

Freitag, 2. August 2013

8 Kommentare

(uh) Skandale wirken wie Krebsgeschwüre. Sie neigen dazu, Metastasen zu bilden. Das kann man im Fall Berlusconi studieren. Viele freut, dass er jetzt wegen Steuerbetrugs verurteilt wurde. Man muss nicht nach Italien schauen, um das hoch-maligne Wesen von Skandalen zu beobachten. Auch in Deutschland agiert ein prominenter Steuerbetrüger in der Öffentlichkeit. Ulrich Hoeneß tut so, als sei nichts geschehen. Dabei hat auch sein Skandal weitere Skandale erzeugt. [weiter]

Der saubere deutsche Fußball

Montag, 13. Mai 2013

0 Kommentare

(uh) Der deutsche Fußball steht vor einem Triumph. Mit Borussia Dortmund und Bayern München bestreiten erstmals zwei deutsche Mannschaften das Endspiel der Champions League. Unbeschwert genießen lässt es sich kaum. Es wird vom Hoeneß-Skandal überschattet. Er nährt den Verdacht, dass der deutsche Fußball keineswegs so sauber dasteht, wie er glauben machen will. [weiter]

Rosstäuscher noch im Niedergang

Mittwoch, 24. April 2013

1 Kommentar

(uh) Ulrich Hoeneß hat eingeräumt, er habe einen großen Fehler gemacht, als er Steuern hinterzog. Mit seiner Selbstanzeige habe er ihn teilweise wieder gutmachen wollen, behauptet er. Das klingt nach großen Bedauern und tiefer Reue. Und ist doch nichts anderes als Quatsch. Bis zum Dezember 2012 hat Hoeneß gehofft, sich hinter dem Steuerabkommen mit der Schweiz verstecken und seinen Steuerbetrug vertuschen zu können. [weiter]