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Nebenbei

  • Köln: Ein Weiser mit Stein

    Löst oder schafft die Politik Probleme? Das fragt man sich, wenn man sich anschaut, wie Kölner Politiker mit Zweifeln am Ergebnis der Kommunalwahl umgehen. Die CDU entdeckte, dass in Rodenkirchen das Wahlergebnis aller Erfahrung widerspricht. Sie verlangt, dass die Stimmen dort neu ausgezählt werden. Sollten sie vertauscht worden sein, verlöre die SPD ein Mandat und Rot-Grün die Mehrheit. Ob die Zweifel zutreffen, erfahren die Kölner bisher nicht. Die SPD hat in Gestalt ihres Innenministers die Nachzählung untersagt. Die CDU soll sie einklagen. Die Grünen argwöhnen, es könnte auf eine große Koalition hinauslaufen. Sie verlangen, alle Kölner Stimmen neu auszuzählen – in der Hoffnung, dass sich Zählfehler dann ausgleichen. Was also ist zu tun? Es braucht einen Stein des Weisen. In Köln ist ein Weiser leicht zu finden. Er meldet sich selbst. Er heißt Börschel und ist Chef der SPD-Fraktion. Er schlägt vor, vorübergehend so zu tun, als habe die SPD eine Stimme weniger. Entscheidet das Gericht dann, es dürfe ausgezählt werden, ändert sich nichts, wenn sich die Fehlbuchung der Stimmen bestätigt. Stellt sie sich als Irrtum heraus, bleibt es bei der knappen rot-grünen Mehrheit. Lehnt das Gericht die Nachzählung ab, muss Köln halt mit den Zweifeln leben. Selbst ausräumen mag Börschel sie nicht. Das Problem soll die Justiz lösen. Sein Stein hat eine politische Scheinlösung hervorgebracht. - Ulrich Horn

Archive | Rückschau

Kohl 2: Kanzler-Worte

Samstag, 27. März 2010

2 Kommentare

(uh) Die Süddeutsche Zeitung verzichtete darauf, den Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen zu interviewen. Dessen Management wollte nicht nur die Zitate, sondern auch den redaktionellen Text redigieren, in die die Zitate eingebettet werden sollten. Diese Abstimmungsprobleme erinnerten mich an mein erstes Interview mit Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl. Es lief genau in die entgegensetzte Richtung. Deshalb widme ich diesen Rückblick dem Kabarettisten und seinem Management. [weiter]

Am Vorhof der Macht

Montag, 15. März 2010

4 Kommentare

(uh) Als politischer Journalist kommt man Politikern zwangsläufig nahe. Gerade deshalb ist man gut beraten, zu allen politischen Gruppierungen einen gewissen Abstand zu wahren. Das erschwert zwar die Arbeit, dient jedoch der eigenen Glaubwürdigkeit. [weiter]

Eis essen mit Rau

Dienstag, 2. März 2010

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(uh) Im Sommer 1996 lud der damalige NRW-Ministerpräsident Johannes Rau zu einer Pressekonferenz in das Hotel Holiday Inn am Düsseldorfer Graf-Adolf-Platz. [weiter]

Rot-schwarz-gelb-grün

Samstag, 27. Februar 2010

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(uh) Politiker neigen dazu, Journalisten, die über Politik berichten, den Parteien zuzuordnen. Auch Journalisten selbst sortieren Ihresgleichen gern in diese Schubkästen. Damit nicht genug: Viele Journalisten suchen auch selbst die Nähe zu einer Partei. [weiter]

Kohl 1. – Abgekanzelt

Donnerstag, 4. Februar 2010

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(uh) Zum ersten Mal begegnete ich Helmut Kohl im Sommer 1982. Er trat an einem warmen Sonntagmittag bei einem Straßenfest der Gelsenkirchener CDU auf. Damals war er noch nicht Kanzler, aber es war klar, dass er es bald sein würde. [weiter]