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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Der Herr Trump

Sonntag, 4. Oktober 2020

Politik

Nun ist auch US-Präsident Trump Opfer seiner Politik geworden. Er hat das Corona-Virus heruntergespielt und zu dessen Verbreitung beigetragen. Wie viele Menschen könnten noch leben, wenn er die erforderlichen Schutzmaßnahmen gegen das Virus nicht immer wieder diskreditiert hätte?

Ungebremst und unkontrolliert

Auch dass er selbst von ihm betroffen ist, hat er seinem fahrlässigen Umgang mit ihm zu verdanken. Besorgniserregend ist, dass Trump wider besseres Wissen handelte.

Doch das ließe sich noch ertragen. Ignoranten finden sich schließlich in allen Lebensbereichen, auch in der Politik. Schlimmer ist, dass seine Unterstützer in der republikanischen Partei seine destruktive Pandemiepolitik mittragen.

Sein Lager bremst und korrigiert Trump nicht, weil es sich von seinem Vorgehen den Machterhalt verspricht. Das Ergebnis ist verheerend.

Eingeschränkt und verharmlost

Die Zahl der Corona-Opfer in den USA spricht Bände. Sogar in der Machtzentrale der Weltmacht, dem Weißen Haus, grassiert die Pandemie. Trumps Mitarbeiter sind vom Virus befallen. Wie viele Menschen er angesteckt hat, ist noch gar nicht absehbar.

Deutlich ist bereits: Trumps Handlungsfähigkeit ist eingeschränkt. Er und sein Apparat versuchen vergeblich, seinen Gesundheitszustand zu verharmlosen. Mit diesem Versuch stellen sie die USA auf eine Stufe mit Diktaturen und Autokratien wie China, Brasilien, Iran, Russland und Ägypten.

Dass Trump die Behandlung im Krankenhaus bis zum Wochenende hinauszögerte und nun seinen Gesundheitszustand bagatellisiert, entspringt vermutlich der Sorge, die Börsen könnten am Montag einbrechen und seine Wirtschaftsbilanz vollends ruinieren.

Abgestürzt und entkräftet

Was Trumps Umgang mit der Pandemie für ihn und die USA bedeutet, die sich der Leitlinie „Amerika First“ verschrieben haben, ist das eine. Wie das Verhalten der Weltmacht auf den Rest der Welt wirkt, ist das andere.

Noch vor dem möglichen Absturz der Börsen an kommenden Montag ist an diesem Wochenende zunächst einmal das Ansehen der USA  abgestürzt. Sie haben derzeit nicht die Kraft, Schutz- und Führungsmacht zu sein.

Was heißt das für Europa? Will es sicher sein, wird es nicht umhinkommen, die eigenen Kräfte zu mobilisieren. Das ist schon deshalb nötig, weil es nicht nur von außen, sondern auch von innen bedroht ist. – Ulrich Horn


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11 Kommentare zu “Der Herr Trump”

  1. Markus sagt:

    Der Herr Trump ist nicht der liebe Gott und darf auch mal krank werden! Immerhin hat es trotz „Pandemie“ bei dem „Corona-Leugner“ Trump gut sechs Monate gedauert, bis er sich und seine Umgebung infiziert hat.

    DAS spricht eher für die relative Harmlosigkeit des Coronavirus.

    Und wenn der mediale Wirbel um dieses sog. Killervirus nicht so groß wäre, würde man jetzt von einer Grippe des US-Präsidenten sprechen.

    • E. Becker sagt:

      Immerhin wird diese „Grippe“, wie Sie sie nennen, behandelt mit Sauerstoff, Remdesivir, einem Medikament mit nicht vollständig geklärten Nebenwirkungen, das schwere Verläufe abkürzen soll, aber nicht heilen kann, Cortison, das nur bei schwerem Verlauf gegeben werden soll, und einer experimentellen Therapie, dem polyclonalen Antikörper, der noch nicht zugelassen ist. Das würde ich nicht als Harmlosigkeit bezeichnen.

      • Markus sagt:

        Trump wird für seinen leichtfertigen Umgang mit der Corona-Pandemie gerügt. Wie kann es dann aber sein, daß die Corona-Maskenträger auch erkranken können?

        • E. Becker sagt:

          Das ist schon etwas naiv. Wenn das Maskentragen einen hundertprozentigen Schutz bieten würde, wären wir fein raus. Nein: A-H-A, Kontaktdauer, drinnen oder draussen, persönliche Empfänglichkeit, Viruslast, das sind doch alles Faktoren, die wir alle mittlerweile kennen sollten. Die Maske ist kein Voodoozauber, sondern ein Faktor von mehreren, und Herr Trump hat nun auch mehrere ausser Acht gelassen, wahrscheinlich weil er sich für unverwundbar hält.

          • Markus sagt:

            Abstand halten und Hygieneregeln hält man auch in Schweden ein, aber Masken tragen gibt es dort nicht. Vermutlich wird Trump jetzt etwas vorsichtiger sein. Corona ist kein Killervirus, für das man die ganze Welt auf den Kopf stellen muß. Es gibt auch noch andere Krankheiten, die genauso gefährlich sind. Alle Welt ist derzeit leider einzig auf Corona eingeschworen und fixiert.

    • Peter Korall sagt:

      Eine Million Tote weltweit sprechen dann wohl auch für die Harmlosigkeit des Virus? Entschuldigung, das ist dumm.

  2. Jochen Hensel sagt:

    Ich glaube, dass Trump wiedergewählt wird. 75% der Amerikaner leben in kleinen oder mittleren Städten: absolutes Trump-Wählerreservoir. In den USA herrscht die Paradoxie, dass nach der Verfassung Staat und Kirche getrennt sind, in der Wirklichkeit muss sich aber jeder hochrangige Politiker fromm gerieren. Also sind auch die Evangelikalen ein großes Potential. Die Art und Weise, wie Trump sich gibt, ist seinen Wählern egal, man hat das Gefühl, dass er ihnen sogar imponiert (das Franz-Josef-Strauß-Gefühl). Und Joe Biden ist ja nun überhaupt keine imponierende Persönlichkeit…

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