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  • Trumps nächster Job

    Seit Monaten beschäftigen sich die Medien mit der Frage, was Trump täte, wenn er die Wahl verlöre. Nun ist der Fall da. Die Spekulationen schießen noch stärker ins Kraut. Aufschluss bieten sie nicht. Trumps Pläne liegen nach wie vor im Dunkeln. Gewiss scheint nur: Erstens: Am 20. Januar wird er das Weiße Haus verlassen. Zweitens: Danach wird er mit vielen Klagen zu kämpfen haben. Drittens: Er wird dann jede Menge Geld benötigen. Der Bedarf ergibt sich aus drei Umständen: Erstens: Trump wird zu seiner Verteidigung Unsummen an Anwaltshonoraren ausgeben müssen. Zweitens: Er muss in den nächsten Jahren hohe Kredite ablösen. Er soll mit 900 Millionen Dollar in der Kreide stehen, allein bei der Deutschen Bank mit 350 Millionen. Drittens: Seine Einnahmen sind über die Corona-Krise geschrumpft. Zwei Drittel seiner 24 Luxushotels und Golfklubs sind wegen ausbleibender Gäste geschlossen. Trump steht also vor der Frage: Woher Geld nehmen und nicht stehlen? – Sein größtes Kapital sind seine 90 Millionen Twitter-Follower. Seit er die Wahl verlor, versucht er, sie bei der Stange zu halten. Die Mär von der gestohlenen Wahl hilft, die Aufmerksamkeit seiner Gegner hoch und die Bindung zu seinen Fans eng zu halten. Solange sie wider die Fakten glauben, Biden habe die Wahl gestohlen, hat Trump gewonnen. Er kann nun tun, was er als Präsident nur rudimentär vermochte: seine Popularität zu Geld machen. Als Influencer könnte er sein wahres Talent hemmungslos entfalten und mühelos Millionen scheffeln. Nebenbei ließen sich auch noch die Republikaner an die Kandare nehmen. Das einträgliche Influencer-Geschäft könnte ihm nicht einmal ein Lockdown vermasseln. Nach dem 20. Januar werden wohl die Kunden bei Trump Schlange stehen. Warum sollte er bei solchen Aussichten 2024 noch einmal für das Weiße Haus kandidieren? – Ulrich Horn

Elon Musk im Land der Schnarchnasen

Freitag, 4. September 2020

Politik

In Deutschland gibt es etliche Milliardäre. Einige reisen auch. Kaum einer erregt mit einem Ortswechsel große Aufmerksamkeit. Anders Elon Musk. Als er hier auftauchte, wurde er bestaunt wie das siebte Weltwunder. Warum das so war, liegt auf der Hand. Jemand wie er ist hierzulande nur schwer zu finden.

Aus dem Boden gestampft

Der Mann beschränkt sich nicht darauf, sein Vermögen zu mehren, indem er es verwaltet. Er ist Unternehmer und Pionier. Leute, die sinnvoll investieren, haben es in Deutschland schwer. Sportförderer Hopp, den in den Fußballstadien regelmäßig Rudel von Dummköpfen attackieren, weiß ein Lied davon zu singen.

Es sind weniger Dummköpfe als Bürokraten, die in Deutschland das Denken und Trachten in allen Lebensbereichen prägen. Auch vor diesem Hintergrund fällt Musk aus dem Rahmen. Sein Auftritt mit einigen Regierungsvertretern von Brandenburg und vom Bund wirkte beinahe skurril. Dieses Bundesland und der Bund haben es mit Berlin über ein Jahrzehnt lang nicht geschafft, den Hauptstadt-Flughafen fertigzustellen. Die drei öffentlichen Investoren setzten Milliarden in den Sand.

Musk schreckte dieses weltweit belachte Paradebeispiel deutscher Dösigkeit nicht davon ab, in Deutschland zu investieren. Er stampft wenige Kilometer vom Skandalflughafen entfernt eine Autofabrik aus dem Boden. Eineinhalb Jahre nach der Grundstein-Fete soll sie im Sommer 2021 Autos produzieren.

Hechelnd hinterherlaufen

Sie werden, anders als die meisten deutschen Autos, nicht auf Benzin und Diesel laufen, sondern auf Strom. Sie werden nicht nur der Fortbewegung dienen, sondern auch Daten erheben und verwerten.

Lange hielten sich die deutschen Autobauer für Weltspitze. Doch im Vergleich mit Musk entlarvten sie sich als Schnarchnasen. Er baute am Auto der Zukunft. Sie verlegten sich darauf, ihre Kunden bei den Abgaswerten zu betrügen und leichtes Geld mit Autos zu verdienen, die technisch überholt waren.

Auf Musk schauten die deutschen Auto-Macher geringschätzig herab. Sie profilierten sich lieber mit der Präzision der Karosseriefugen. Während er das Auto auf den Kopf stellte, lagen die Eigentümer der deutschen Autokonzerne, ihre Manager, Belegschaften und Gewerkschaften im Tiefschlaf. Heute läuft die deutsche Vorzeige-Industrie Musk hechelnd hinterher.

Die Entwicklung behindert

Besonders tief schliefen die Abgeordneten von Bund und Ländern. Die Umweltbewegung hat sie zwar geweckt. Doch richtig wach sind sie noch nicht. Sie haben zwar begriffen, dass Erwerbstätige nicht nur im Betrieb, sondern auch daheim über das Internet arbeiten können und Schüler zu Hause und in der Schule digital lernen müssten. Die Abgeordneten bekommen es aber nicht hin, die Voraussetzungen zu schaffen. Die Programme, mit denen sie Deutschlands digitalen Rückstand beheben wollen, erreichen die Haushalte, die Schüler, Lehrer und Schulen nicht.

Dieser Skandal und seine Ursachen waren am Mittwoch im ZDF zu bestaunen. Während Politiker mit dem Pionier Musk parlierten, präsentierte der Sender den Beitrag: „Deutschland im Datenstau – Der verschlafene Glasfaserausbau“. Er schildert, wie die Abgeordneten in Regierungen und Parlamenten Hand in Hand mit der Telekom Deutschlands Entwicklung verschlafen und behindern. Sie bremsen das Land und verursachen riesigen Schaden.

Das Desaster, das die drei Bauherren Bund, Berlin und Brandenburg beim Flughafen anrichteten, hat Deutschland viel Renommee gekostet. Der Schaden wüchse, sollte Musk mit seiner Fabrik an der Bürokratie scheitern. Noch sieht es so aus, als könne er die Produktionsstätte pünktlich 2021 fertigstellen. Dass sie dann produziert, ist aber noch nicht ausgemacht. 10.000 sollen dort Arbeit finden. Doch wo sie wohnen werden, ist bis heute ungewiss. Verfährt die Bürokratie beim Wohnungsbau für die Fabrik wie beim Berliner Flughafen, wird Musk sein blaues Wunder erleben. – Ulrich Horn


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8 Kommentare zu “Elon Musk im Land der Schnarchnasen”

  1. Roland Appel sagt:

    Elon Musk ist eine zutiefst antidemokratische Persönlichkeit. In seinen Fabriken in den USA werden Arbeitsschutzgesetze und Gewerkschaftsrechte unterlaufen. Seine Autos sind vorgeblich innovativ, tonnenschwere Monster, die durch den Lithiumabbau in Chile einen üblen menschenrechtlichen Rucksack tragen. Sie sind obendrein schlampig verarbeitet und illegale Datenstaubsauger, die sich – wie Facebook und Google – um die Persönlichkeitsrechte ihrer Nutzer einen Dreck scheren. Er baut um die 3 Tonnen schwere 700 PS-Elektroschleudern und schaffte es nicht, ein kleines Elektroauto zu produzieren, da unterschiedet er sich keinen Deut von VWBMWMERCEDESAUDI. Während die Corona-Krise Kalifornien erschütterte und die Todeszahlen in die Höhe schnellten, beschimpfte er die Maßnahmen der Regierung als totalitär und faschistisch. Er kann nur deshalb Raketen bauen, weil die Republikaner den Etat der NASA seit Jahrzehnten ausgeplündert und Superreiche wie ihn mit Steuergeschenken subventioniert haben. Sein Unternehmen Space X plant, 11.927 Satelliten in Umlaufbahnen von 340 bis 1.325 km Höhe zu stationieren – ein gigantisches Projekt der Lichtverschmutzung des Weltalls rund um den Planeten Erde und der Versuch, ein weltweites Monopol für schnelles Internet zu errichten. Ein tolles Vorbild für Deutschland. Endlich mal einer, der mutig Gesetze bricht, sich um Staaten und Demokratie einen Teufel schert und sich selber voran bringt.

    • Ulrich Horn sagt:

      Seit der Ölkrise und dem ersten autofreien Sonntag am 25. November 1973 hätte es für die deutsche Autoindustrie nahegelegen, sich nach Alternativen zum Antriebsmittel Öl anzuschauen. Sie hat es versäumt, Leute wie Musk überflüssig zu machen. Sie hat nicht nur ihre Kundschaft betrogen und den technischen Wandel verschlafen, sondern auch die technologische Führerschaft verloren.

    • Markus sagt:

      Ausgezeichneter kritischer Beitrag! Meine Anschlußfrage wäre nun: Warum setzt man um alles in der Welt jetzt nur noch so wild auf E-Autos? Warum ist man offenbar völlig abgekommen von dem Drei-Liter-Auto? Mein Antwortversuch: Weil auch die Grünen längst zu Kapitalisten geworden sind und der „grüne Kapitalismus“ kaum besser ist als der alte es war.

      • Roland Appel sagt:

        Sie haben beide recht: Der vielgeschmähte und von Sigmar Gabiel entlassene Dr.Axel Friedrich, Umweltbundesamt a.D., jetzt Gutachter der DUH, der die Konzerne mit seinen Messungen beim Schummeln erwischt hat, predigt schon seit 2001 – da erlebte ich ihn das erste mal auf einem Umweltkongress – dafür, kleine, leichte saubere Verbrenner mit 1-3l Verbrauch zu bauen – das geht!!! – und die CO² Probleme würden kleiner. Audi A2, Lupo 3l und die erste A-Klasse waren auf dem richtigen Weg. Der Golf 1 wog 750 kg und verbrauchte 8l – der Golf 8 wiegt fast 2 Tonnen und verbraucht – wenn nicht geschummelt – 8 Liter. So bauen die Entwickler lieber Motoren, die zwar spezifisch weniger verbrauchen, aber 350 PS haben – Q7, Tiguan, Cayenne, M-Klasse, X3-8 usw. Und die Grünen waren – von wenigen Ausnahmen wie Trampert oder Ebermann sowieso niemals Antikapitalisten. Und wenn sie es wären, würden sie die von den Managerehefrauen nicht mehr gewählt…

      • Martin sagt:

        Warum ein 3 Liter Auto, wenn selbst ein 500 PS „Monster“ mit 1,8(!) Tonnen nur das Äquivalent von 2 Litern verbraucht?

        Tesla bezieht sein Lithium übrigens nicht aus Chile und schlampig verarbeitet sind die neueren Modelle absolut nicht. Unser Model 3 hat in 18 Monaten und mit 37.000km noch keine Werkstatt von innen gesehen. Wartung ist übrigens auch nicht nötig.

        Dahin kommen die sog. Premiummarken noch lange nicht.

        M.

    • Jannik sagt:

      @Roland Appel
      So einen Artikel kann nur jemand schreiben, der im hier und jetzt lebt und nicht über den Tellerrand hinausschauen kann, Veränderungen machen Ihnen Angst.

      Hier geht es um weit mehr als Autos und Raketen. Es geht um zukünftige Mobilität, insbesondere deren Autonomität, und eine Welt hin zu sauberem Strom.

      Bezüglich SPaceX, insbesondere Starlink, Milliarden von Menschen werden von einem global die Welt umspannenden Internet profitieren. Sie selbst scheinen ja schon einen Internetanschluss zu besitzen, schreiben zu können und somit Zugang zu Information und Bildung zu haben. Jedoch gehören Sie da weltweit wohl einer Minderheit an.

      @Markus
      In meinen Augen ist ein 3-Liter-Auto nach aktuellem Stand nicht möglich bzw. ist sich unsere Automobilindusitrie zu schade, in eine entsprechende Weiterentwicklung ausreichend Geld zu investieren.
      Warum E-Auto? Sind Sie schon mal eins gefahren? Kann ich Ihnen nur raten. Und dann schauen Sie sich doch mal den Umweltaspekt an. Natürlich, wir benötigen für das E-Auto genauso Resourcen wie für den Verbrenner, teils auch andere, teils auch mehr. Aber der Betrieb eines E-Autos ist umso effizienter. Geringere Wartungskosten, leiserer Fahrbetrieb, lokal keine Emissionen, energieeffizienter (Wirkungsgrad Verbrennungsmotor zu Elektromotor) und dank aktuell (in Deutschland) ca. 50% Strom aus erneuerbarer Energie (Tendenz steigend) immer umweltfreundlicher.

      Ich habe nichts gegen Kritik oder kritische Stimmen, aber blindes Bashing oder eine generelle Antihaltung in die Zukunft hilft niemandem.

      • Markus sagt:

        Beim Drei-Liter-Auto braucht es zudem keine umfassende neue Infrastruktur, weil man auf die bestehende bauen kann, und auch keine staatlichen Subventionen wie beim nicht wettbewerbsfähigen E-Auto. Und die Frage zu beantworten, wo der Strom herkommen soll?

        Zumindest sollte man auf beide setzen, das Wunderding E-Auto und das Drei- oder sogar Ein- bzw. Zwei-Liter-Auto!

        Aber mit Volldampf ab ins Öko-Paradies kann böse scheitern!

  2. Fred sagt:

    Zutreffendster Beitrag! Deutschland’s Schnarchnasen sind bundesweit besonders in der Politik und in angehäuften, aufgeblasenen Behörden und Ämtern anzutreffen. Besonders letztere Isollten unbedingt reduziert bis gänzlich abgeschafft werden und bitte nicht auch noch mit zusätzlich weitere Milliarden Euro gefüttert werden, wie aktuell jene Gesundheitsämter, die nicht nur Masernimpfungen mit Zwang durchsetzen.

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