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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Trump und Konsorten

Samstag, 22. August 2020

Nebenbei, Politik

Viele US-Präsidenten strebten eine zweite Amtszeit an. Doch kaum einer wollte so wie Trump auf Biegen und Brechen im Amt bleiben. Dass er sogar die Wahl manipulieren will, lässt vermuten, es gehe ihm nicht nur darum, vier weitere Jahre Politik zu machen. Seit jeher vermarktet er seinen Namen. Die Präsidentschaft gab seinen Unternehmen Auftrieb. Bewahrte sie ihn vor der Pleite? Nun droht die Pandemie seine Geschäfte auszutrocknen. Es liegt nicht in seinem Interesse, der Krise mit Einschränkungen zu begegnen. Je länger er im Amt ist, desto größer wird seine Aussicht auf Profit. Dass es seine engste Umgebung mit Recht, Gesetz und Geld nicht so genau nahm, ist belegt. Etliche Komplizen auf seinem Weg ins Amt sitzen im Gefängnis, fahren demnächst wohl ein oder befinden sich nur auf freiem Fuß, weil Trump sie begnadigte. Längst ist die Staatsanwaltschaft auch hinter ihm her. Mit Händen und Füßen verwehrt er ihr die Einsicht in seine Finanzen. Was würde sichtbar? Ein Abgrund an Vergehen? Verbrechen gar? Sollte er den Schutz des Amtes verlieren, könnte es schwer für ihn werden, seine Präsidentschaft umzumünzen. 400 Staatsanwälte gaben zu Protokoll, dass ihn nur sein Amt davor bewahre, angeklagt zu werden. Er habe die Justiz behindert. Als Ex-Präsident droht Trump womöglich eine Prozesslawine. Wie viele wünschen sich ihn hinter schwedische Gardinen? Sieht auch er sich in seinen Albträumen hinter Gittern? Dass er diese Perspektive fürchtet, würde erklären, warum er seit Wochen die Wahl infrage stellt, seine Amtszeit von ihrem Ausgang entkoppeln und sie immer weiter verlängern möchte. Je näher die Wahl rückt, desto heftiger geht er zur Sache. Vielleicht ließe sich Trumps Problem mit seiner Zukunft und das Problem der Welt mit ihm lösen, wenn ihm sein Herausforderer Biden im Gegenzug zum Rücktritt Straffreiheit zusicherte. Trump bliebe dann zwar das Gefängnis erspart, der Menschheit aber dieser Präsident. – Ulrich Horn

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20 Kommentare zu “Trump und Konsorten”

  1. Markus sagt:

    „Nun droht die Pandemie seine Geschäfte auszutrocknen. Es liegt nicht in seinem Interesse, der Krise mit Einschränkungen zu begegnen. Je länger er im Amt ist, desto größer wird seine Aussicht auf Profit.“

    Also wann denn nun? Es liege nicht in Trumps Interesse, der Krise mit Einschränkungen zu begegnen, aber die Pandemie trockne seine Geschäfte aus? Und man sollte aber auch zur Kenntnis nehmen, daß ein US-Präsident so allmächtig nicht ist, sondern es die Gouverneure in den Bundesstaaten sind, die die Corona-Politik hauptsächlich machen.

    Was die vielen Trump-Gegner immer wieder übersehen oder übersehen wollen, ist, daß man keineswegs weiß, was (…) Biden bringen würde und daß die Demokratische Partei in den USA tief zerstritten ist und nur durch die manische Gegnerschaft zu Trump zusammengehalten wird sowie innerparteilich selbst auch sehr stark radikalisiert ist.

  2. Fritz Basseng sagt:

    Altes Sprichwort:
    „Durch Schaden wird man klug!“

    Verbesserung:
    „DURCH SCHADEN WIRD MAN ARM!!“

    Viele Amerikaner werden immer ärmer, je länger Trump im Amt ist!
    Viele Amerikaner werden dann klüger!!

  3. Die Betrachtung der Fakten ist sicherlich richtig. Aber Ursache und Wirkung sind meiner Ansicht nach andere. Donald Trump ist der Inbegriff eines pathologischen Narzissten, und er handelt wirklich lehrbuchartig. Unbewusst hat er sich als kleiner Junge ein grandioses Spiegelbild geschaffen, an das er -um nicht die Wahrheit sehen zu müssen- seit über 60 Jahren glaubt. Dieses irreale Bild braucht Bestätigung, und deshalb genießt er es, wenn es von außen mit permanenter Aufmerksamkeit gefüttert wird. Es ist damit ständiges Drama (deshalb auch seine Probleme mit der nüchternen Angela Merkel). Kratzer an diesem Bild müssen also unter allen Umständen vermieden werden. Dazu ist dem Narzissten jedes Mittel recht, denn sein grandioses Selbstbildnis ist für ihn lebensnotwendig,
    Wenn man aber grandios ist, macht man keine Fehler, und damit greift hier Ihr Gedanke meiner Ansicht nach zu kurz. Trump ist logischerweise ohne jeglichen Selbstzweifel. Deshalb braucht er sich auch an keine Gesetze zu halten, denn die sind für die Leute, die Fehler machen. Ergo: Ein Schuldgefühl gibt es bei ihm nicht, auch nicht für Gesetzesüberschreitungen. Schuld haben immer die anderen, da die Fehler gemacht haben, die er nun korrigieren muss.
    Wenn Sie nun schreiben, dass er Alpträume haben könnte, hinter Gitter zu kommen, würde so ein Gedanke bei ihm totale Verständnislosigkeit erzeugen. Wieso soll er diese Sorge haben, wenn er alles richtig gemacht hat?
    Der Antrieb wiederum, die nächste Wahl zu gewinnen, ist also nicht darin zu sehen, dass er die Anklagen oder Ähnliches fürchtet, sondern dass sein Spiegelbild weiter Zufuhr an dringend benötigter, äußerer Aufmerksamkeit braucht, ohne die ein Narzisst nicht leben kann.

    • Ulrich Horn sagt:

      Ihre Erklärung klingt so, als sei er das Opfer seiner Natur. Das, was Sie an ihm erkennen, ist antrainiert. Es handelt sich um die Überlebensstrategie eines stark beschränkten Menschen. Trump hat begriffen, dass es von Vorteil ist, sich an nichts zu binden als an sich und seine Interessen. Im Unterschied zu seinen Kontrahenten, die sich an ihre Überzeugungen, an das Recht und an Gesetze gebunden fühlen, agiert er frei von allen Skrupeln. Erfolg besteht für ihn darin, sich über andere zu erheben und sie zu diskreditieren. Diese Stärke hat zwei Schwachpunkte. 1. Seine Amtszeit ist begrenzt. Ist sie abgelaufen, verliert er seine Relevanz. Deshalb versucht er, unbegrenzt im Amt zu bleiben. 2. Doch schon heute hat ihm das Oberste Gericht deutlich gemacht, dass er auch als Präsident dem Recht unterliegt und schon heute nicht das Maß aller Dinge ist. Es gibt eine Instanz, der er sich wie andere auch beugen muss. Schon heute ist seine Relevanz eingeschränkt. In seinem Fall bedeutet dies: Er muss seine Finanzen offenlegen. Verliert er das Amt, schrumpft seine Relevanz noch mehr. Sie könnte sich dann darauf reduzieren, Schuldner der Deutschen Bank zu sein. Ohne das Amt wächst das Risiko, dass er Rechenschaft ablegen, sich verantworten und für Vergehen und Verbrechen bezahlen muss. Sein Narzissmus und seine Skrupellosigkeit werden dann bedeutungslos. Ich denke, er weiß das sehr genau.

  4. Ehrlich gesagt wissen wir beide es nicht, da wir nicht wissen, was da hinter seiner Stirn tickt. Wahrscheinlich weiß er das selbst nicht, darf mancher einschlägigen Literatur glauben schenken. Mir ging es darum, den Grund seines Handelns von einem anderen Blickwinkel zu sehen. Narzissten wissen nicht, warum Sie sich zu dieser oder jener Handlung entschließen. Was sie möglicherweise wissen, ist, dass sie Unrecht tun.

  5. Baron sagt:

    Herr Horn

    wäre es schön wenn Sie ein Artikel verfassen können über die
    Kommunalwahl in Düsseldorf am 13 September. Danke!

    Herzlich

    Baron

  6. Markus sagt:

    @ Ulrich Horn

    Was soll denn diese Polemik?
    „Und wo bleibt die Antwort auf meine Frage: Trifft es zu, dass Sie selbst nie Maske tragen, keinen Abstand halten und auch von Desinfektionsmitteln rein gar nichts halten?“

    Trump ist kein Arzt und ihn für eine eventuelle Falschbehandlung von Schwarzen verantwortlich zu machen, zeigt nur Ihre tiefe Abneigung gegenüber Trump.

    Streeck: „Aber wir müssen uns vor Augen führen, dass die Sterblichkeitsrate bei 0,37 Prozent liegt. Das ist mehr als bei der Grippe, aber Covid-19 wird nicht unser Untergang sein.“

    • Ulrich Horn sagt:

      Es geht hier nicht um Zuneigung oder Abneigung. Es geht hier um Sachverhalte, nicht um Polemik.
      Sitzt in Trumps Kabinett ein Gesundheitsminister oder nicht? Ist er für die Gesundheitspolitik verantwortlich oder nicht? Ist Trump der Chef des Gesundheitsministers oder nicht?
      Handelt es sich um eine tatsächliche Falschbehandlung der Schwarzen oder nur um eine „eventuelle Falschbehandlung“, wie Sie schreiben? Im ersten Fall müsste Trump dafür sorgen, dass sie abgestellt werden. Im zweiten Fall müssten Sie sich fragen lassen, warum Sie eine Mutmaßung als Tatsache ausgeben, um die extrem hohen Todeszahlen der Pandemie in den USA zu relativieren?

      Sie sind unablässig bemüht, die Pandemie zu verharmlosen. Sie bringen es aber nicht über sich, Ihr Verhalten zu dem Virus zu beschreiben. Nun geben Sie sich doch mal einen Stoß und beantworten Sie die Frage: Trifft es zu, dass Sie selbst nie Maske tragen, keinen Abstand halten und auch von Desinfektionsmitteln rein gar nichts halten?

      • Markus sagt:

        Prof. Bhakdi, in Ihren Augen wahrscheinlich auch ein böser Verschwörungstheoretiker, sagt, daß es in den USA (wie auch anderswo) Hotspots gibt, aber keine Übersterblichkeit. Ähnliches sagt doch auch Prof. Streeck schon seit Wochen und Monaten, der meines Wissens nach noch nicht als Verschwörungstheoretiker bezeichnet worden ist. Was ist denn so schwer zu verstehen? Vermutlich ist das bei Ihnen als Journalist jedoch eine Art Betriebsblindheit, daß Sie nicht sehen wollen, was Ihre Zunft mit der ständigen Angst- und Panikmache anrichtet. In den USA in Wahlkampfzeiten ist das natürlich alles noch viel schlimmer.

        Wie gesagt, daß Schwarze mehr von Corona als Todesopfer betroffen sind, dürfte medizinische Gründe haben. Aber glauben Sie nicht, daß die Ärzteschaft sich von Trump in die Karten gucken läßt!

        Also, um Sie zufriedenzustellen: Ich halte mich an alle uns aufoktroyierten Regeln und Verordnungen, würde dieser Tage aber liebend gerne in Schweden leben, wo es keinen Maskenzwang gibt.

        • Ulrich Horn sagt:

          Verschwörungstheoretiker sind nicht böse, sondern töricht. Wer nicht an Gedächtnisschwund leidet, hat noch die Massengräber in New York und die Leichenstapel in Italien vor Augen.
          Sie suchen krampfhaft nach Aussagen, die der Pandemie ihren Schrecken nehmen. Das ist verständlich. Sie tun das, weil Sie Angst vor dem Virus und seinen schlimmen Folgen haben, die ständig beschrieben werden. Sie verschaffen Ihrer Angst ein Ventil, indem Sie diejenigen, die zur Vorsicht mahnen, der Panikmache bezichtigen. Obwohl Sie das Virus bagatellisieren, weil sie es sich gerne als Bagatelle wünschen, halten Sie sich an die Anweisungen derjenigen, die das Virus für gefährlich halten. Sie schimpfen über die Unannehmlichkeiten der Vorsorge, nehmen Sie aber auf sich. Da sind Sie dann auf der sicheren Seite. Das ist nur allzu menschlich. Man spielt die Gefahr herunter, wappnet sich aber dennoch gegen sie.
          In Schweden beklagen immer mehr Leute, dass es angesichts der hohen Infektions- und Todesfälle so gut wie keine staatlichen Verhaltensregeln gibt. Auch ohne Lockdown ist die Wirtschaft in Schweden in die Knie gegangen.

          • Markus sagt:

            Falsch! Einfach mal lesen, was Streeck sagt:
            Streeck: „Keine Angst vor den Infektionszahlen“

            Die Bilder in Italien waren zum Teil ein Fake. Sie können ja mal recherchieren, ob die Bilder mit den Särgen echt waren oder ob das Bilder von Lampedusa waren, wo vor Jahren ein großes Flüchtlingsboot gekentert war. Und in New York sind auch Zweifel angebracht, denn die Massengräber gibt es dort schon seit den 1980er Jahren als AIDS viele hinwegraffte -übrigens möglicherweise auch wegen einer Falschbehandlung, wie Dr. Claus Köhnlein vermutet (Buch:“Virus-Wahn“).

          • Ulrich Horn sagt:

            Wenn es Ihnen hilft, die Pandemie besser zu ertragen, fahren sie nur getrost fort, sie zu verharmlosen. Ich freue mich über jeden der sich trotz der Pandemie pudelwohl fühlt.

            Übrigens: Ich habe auch gehört, die Amerikaner seien gar nicht auf dem Mond gewesen. Die Fernsehbilder vom Mond seien in Wirklichkeit in den Filmstudios von Hollywood entstanden. Auch die Stadt Bielefeld soll es gar nicht geben. Es soll sich um eine Erfindung handeln, die durch die Kooperation zwischen Dr. Oetger, Lego, dem DFB und der Deutschen Bahn entstanden sei.

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