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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Wer führt die SPD?

Freitag, 22. Mai 2020

Nebenbei

Schauen sich die SPD-Mitglieder gelegentlich noch Umfragen an? Denjenigen, die sich diesen Tort antun, müsste es beim jüngsten ZDF-Politbarometer mulmig geworden sein. Unter den zehn wichtigsten Politikern finden sich dort sechs von der Union, zwei von den Grünen und sogar einer von der FDP. Auch von der SPD ist einer dabei, nur einer. Ausgerechnet der, den die SPD-Mitglieder nicht zu ihrem Vorsitzenden machten: Olaf Scholz. Anders als unter seinen Genossen genießt er in der Bevölkerung offensichtlich großen Respekt. In der Umfrage steht er auf Platz 3. Die Sympathie, die er bei den Wählern findet, wirkt sich auf die Partei aber nicht aus. Sie stagniert seit langer Zeit bei 15 Prozent. Die Bürger unterscheiden offenbar zwischen Scholz und der SPD. Sie wissen: Die SPD will sich nicht hinter ihm versammeln. Wie soll sie da von ihm profitieren? Sie hat sich von ihrer Jugendorganisation die Doppelspitze Esken/Walter-Borjans aufschwatzen lassen. Unter den zehn wichtigsten Politikern tauchen sie nicht auf. Sie prägen weder die politische Diskussion noch die Richtung der Politik. Sie werden kaum wahrgenommen. Viele kennen sie gar nicht. Sie wirken einfallslos, um nicht zu sagen: einfältig. Walter-Borjans fordert in einem fort Steuererhöhungen, Esken trampelt von Fettnapf zu Fettnapf. Bei ihrer Wahl vor einem halben Jahr kündigten beide an, sie würden die Partei bis Ende 2020 auf 30 Prozent bringen. Diesem Ziel ist das Duo keinen Schritt näher gekommen. Man kann mit Fug und Recht feststellen: Bisher haben sie alle Erwartungen erfüllt. – Ulrich Horn

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6 Kommentare zu “Wer führt die SPD?”

  1. asisi1 sagt:

    Ich kann keinen Politiker der letzten 40 Jahre erkennen, der nur einen Hauch für mich getan hat. Nach 50 Jahre Arbeit haben sie mir 50 Prozent meiner Rente genommen. Anscheinend ist dem normal Deutschen das noch zu viel!

  2. Jochen Hensel sagt:

    Ich kann nur meinen alten Spruch wiederholen: Was ist der Unterschied zwischen der SPD und der Titanic?
    Die SPD kann den Eisberg jetzt schon sehen!

  3. Markus sagt:

    Na ja, nicht nur Scholz ist beliebt. Merkel auch. Ob das verdient ist?

    Und der heimliche SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert weiß Bescheid …
    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/kevin-kuehnert-sieht-spd-umfragewerte-gelassen,RzPwvxf

  4. Wer mich fragt, was die SPD für mich getan hat: Frau Nahles hat mir die Rente mit 63 geschenkt. Die Schwarzen hätten das nie für mich getan. Und es gibt noch ein paar weitere Dinge, über die heute geschwiegen oder dummes Zeug geredet wird. Wahr ist, die SPD ist durch. Sie hat das falsche Personal und vor allem keinen Blick für das, was den Wählern wirklich wichtig ist. Mir fällt es sehr schwer, das zu akzeptieren. Vielleicht werden einige sich noch schütteln (auch von denen, die hier kübelweise Mist ausschütten), wenn die Union und die Grünen gemeinsam eine nächste Regierung bilden. Die SPD wird dann endgültig raus sein, also gibt’s für linke Positionen keine Zukunft. Glückwunsch zu diesem Deutschland.

  5. Der Artikel von Ulrich Horn ist doch nur eine Momentaufnahme und die hat, was das Gestrüpp innerhalb der SPD-Führung auch ihre Berechtigung wie ich meine. Das gilt aber ebenso für das Statement von Kevin Kühnert (s. Verlinkungen oben).
    Alle anderen hier blicken stets in die Vergangenheit oder besser noch in die Zukunft. Beides hat, was ihren Wahrheitsgehalt angeht, noch nie funktioniert. Bestenfalls seit Corona sollte doch dem Letzten klar geworden sein, wie schnell sich alles, auch die politische Landschaft, wieder ändern kann. Also Kopf hoch, Herr Schulte!

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