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Nebenbei

  • Nackenschlag zu Neujahr

    Seit Anfang Dezember sind die beiden SPD-Chefs im Amt. Seither suchen sie nach Autorität. Sie wehren sich, Handlanger von Jusos-Chef Kühnert zu sein, und geben viele Erklärungen ab. Esken wirkt noch etwas gehemmt. Walter-Borjans, seit jeher sein eigener Pressesprecher, hantiert routinierter. Kaum ein Thema, zu dem er schweigt. Sein Spektrum reicht vom Kassenbon über die Geschäfte, mit denen sich die WestLB unter seiner Aufsicht in Verruf brachte, bis hin zur neuen Ostseepipeline, die sein Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vorgänger Schröder beaufsichtigt. Auch die Rolle der SPD weiß Walter-Borjans zu definieren. „Sozialdemokratie notwendiger denn je“, heißt es bei ihm auf Twitter. Er und Esken kamen an ihre Posten mit der Verheißung, die Großen Koalition zu verlassen. Inzwischen dämmert ihnen wohl, dass die Behauptung, die SPD sei unverzichtbar, und der Koalitionsbruch sich widersprechen. Über ihn reden sie kaum noch. Ihr Generalsekretär Klingbeil dagegen sieht Klärungsbedarf. Er sagt den Koalitionsbruch endgültig ab. Für die SPD-Chefs, die nach Autorität streben, ein herber Nackenschlag. Alle ihre Forderungen verlieren nun ihr Sprengpotenzial. Etliche Wähler dürften die beiden SPD-Chefs nun für Maulhelden, wenn nicht gar für Rosstäuscher halten. Deutlich wird auch: Mit ihrer Autorität ist es nicht weit her. Machtfragen beantworten nicht sie, sondern ihr Generalsekretär. Kaum einen Monat sind sie im Amt, und schon stellt sich die Frage: Wie lange wird es dauern, bis Klingbeil (oder Kühnert) an ihre Stelle rückt? – Ulrich Horn

Der WDR, sein Kinderchor und die Schweiz

Wo Omas großes Schwein haben

Dienstag, 7. Januar 2020

Medien, Politik

Der WDR soll mit fast 4300 festen Beschäftigten die zweitgrößte Sendeanstalt Europas sein. Ob alle Mitarbeiter das wissen? Man kann es bezweifeln. Warum? Die Kölner Mediengroßmacht macht gerade europaweit von sich reden, bezeichnenderweise mit einem Liedchen des hauseigenen Kinderchors, über das der Sender seit Tagen immer mehr zur Skandal- und Lachnummer wird.

Alles doch nur Spaß

Er ließ die Chorkinder auf die Melodie von „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ unter anderem die Zeile singen: „Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau“. Einem Mitarbeiter der zweitgrößten Sendeanstalt des Kontinents war das nicht genug. Er nannte die Omas der Kritiker, denen das Liedchen übel aufstieß, „Nazisäue“. Ob er die Trümmerfrauen meinte, die nach dem Krieg in Stadt und Land oft mit bloßen Händen den Kriegsmüll entsorgten?

Es kam, wie es kommen musste. Es hagelte Protest. Um die gekränkten Omas zu besänftigen, erzählten ihnen WDR-Mitarbeiter, das alles sei doch nur ein Spaß, Satire eben. Der Beschwichtigungsversuch schlug fehl. Er sorgte für noch mehr Protest. Und so befehden sich nun seit Tagen auf der einen Seite WDR-Gegner, Klimaleugner und Rechtsradikale und auf der anderen Seite WDR-Mitarbeiter, die ihren Kritikern vorwerfen, die Meinungsfreiheit zu bedrohen.

Diese Sorge teilen auch 40 Satireexperten, die den WDR-Leuten den Rücken stärken. Gemeinsam kämpfen sie in Köln an zwei Fronten: gegen die WDR-Kritiker vor der WDR-Pforte und gegen den WDR-Intendanten Buhrow in der WDR-Chefetage. Er hat sich für das Lied entschuldigt. Nun werfen ihm WDR-Beschäftigte vor, er sei ihnen in den Rücken gefallen. Da können alle Omas, die sich als „Umweltsau“ verunglimpft fühlen und besorgt auf die Krise im Nahen Osten schauen, nur staunen.

Fragen über Fragen

Die WDR-Mitarbeiter werden durch Gebühren finanziert, denen sich niemand entziehen kann. Auch „Umweltsäue“ müssen sie entrichten. Sie zählen zur Kernhörerschaft des WDR. Der Sender gehört also nicht den Beschäftigten allein, sondern auch allen anderen Gebührenzahlern. Dieser Umstand wirft manche Frage auf, die das aktuelle Kampfgetümmel zu überlagern droht.

Wozu unterhält der WDR in Köln einen Kinderchor? Hat er an seinen anderen Standorten in NRW Chöre? Wie viele Hobby- und Freizeitklubs hält er sonst noch vor? Wie viele WDR-Beschäftigte sind Oma? Wo haben sie und ihre WDR-Kollegen 2019 ihren Urlaub verbracht? Wie groß war der Umweltschaden durch die Urlaubsreisen? Wie viel Diesel und Benzin verbrauchte der Fuhrpark des WDR 2019? Wie viel Strom verbraucht der WDR für seinen Betrieb? Handelt es sich um Öko-Strom?

Warum thematisierte der Kinderchor nicht auch die Opas? Halten es die Feministinnen beim WDR nicht für frauenfeindlich, Omas als „Umweltsäue“ zu bezeichnen? Wie will der WDR jenen seiner Kundinnen (Hörerinnen) helfen, die sich beschimpft fühlen und nichts damit anfangen können, dass die Beschimpfung Satire genannt wird? Die Liste ließe sich leicht verlängern.

160 Millionen Stunden

Omas, die der WDR „Umweltsäue“ nennt, gibt es auch in der Schweiz. Dieses Land hat knapp halb so viele Einwohner wie in NRW. Das Schweizer Bundesamt für Statistik hat ermittelt, dass die Omas und Opas der Alpenrepublik 2016 rund 160 Millionen Stunden damit zugebracht haben, ihre Enkel zu betreuen, um die Eltern zu entlasten. Diese Zeit soll dem Gegenwert von 8,146 Milliarden Franken entsprochen haben.

Wie mögen wohl die Betreuungswerte der Großeltern im doppelt so großen WDR-Land NRW aussehen? Als besonders betreuungsaktiv erwiesen sich in der Schweiz übrigens die „Umweltsäue“. Sie betreuten ihre Enkel doppelt so lange, wie dies die Opas taten. Als „Umweltsau“ beschimpft wurden dort, so weit ich weiß, bisher weder die Omas noch die Opas. Da haben sie, alle übrigen Schweizer und die Schweiz insgesamt großes Schwein gehabt. – Ulrich Horn


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12 Kommentare zu “Wo Omas großes Schwein haben”

  1. Roland Mitschke sagt:

    Auch vom „Satiriker“ darf man doch ein Mindestmass an Respekt erwarten, Respekt vor der Lebensleistung und dem Alter der Zielgruppe. Wer sich dem Auftrag verpflichtet fühlt oder durch Bezahlung auch verpflichtet ist, die Gesellschaft zusammen zu halten, der darf zur Spaltung der Gesellschaft auch „Satire“ zur Verunglimpfung einer ganzen Generation nicht einsetzen.
    Vielleicht haben die „Umweltsäue“ bei der Erziehung der „Satiriker“ die Zügel zu locker gelassen.

  2. Roland Appel sagt:

    Lieber Herr Horn, Widerspruch! Satire darf keinen Respekt haben. Wer Ihrer Argumentation folgt, dann darf der WDR, weil er gebührenfinanziert ist, nur noch ausgewogene Satire „light“ senden. Hallo? S-A-T-I-R-E ! Das Motorradlied war dumm, schlecht, daneben, aber Satire! Dieter Nuhr macht das derzeit schlechteste Kabarett Deutschlands, beleidigt ständig Greta Thunberg, hat sich schon über ihre Behinderung lustig gemacht, verunglimpft massenhaft vegetarische und vegane Omas und Opas, die sich um dieses Land verdient hgemacht haben – na und? Das ist peinlich, aber SATIRE! Der muss das dürfen! Wer soll künftig beschließen, welche Satire laufen darf und welche nicht? Sie, Ich? Es gibt den Rundfunkrat, da kann das diskutoert werden. Punkt. Weniger Buhrows voreilige Entschuldigung die Zensur des Beitrags ist mehr als peinlich für die Meinungsfreiheit. Ich möchte – Informationsfreiheit – , diesen Beitrag in der Mediathek zumindest mal sehen. Wo kommen wir hin, wenn Kampagnen, die über die (a)sozialen Netzwerke von Neonazis und AfDlern gegen die freie Meinungsäußerung geführt werden, künftig noch mehr Erfolg haben? Was hätte der WDR mit Karl Kraus gemacht, mit Ossietzky und Tucholsky? Wehret den Anfängen – unsere liberale Demokratie ist wirklich in Gefahr!

  3. Geht es denn von allen Seiten nicht eine Nummer kleiner? Zur Orientierung empfehle ich das gute alte Ekel Alfred in der Sylvesterfolge: https://youtu.be/IIMUHsxyzGk Beleidigungen über Beleidigungen, gerichtet gen Randgruppen jeglicher Couluer. Meines Wissens nach haben es alle überlebt und sogar gelacht, übrigens die meisten von der heutigen Hühnerstallgeneration. Satire, auch wenn sie nachträglich an den Haaren herbei gezerrt wurde, muss treffen und das hat sie offensichtlich! Und was den freien Mitarbeiter angeht wollen wir doch Mitleid mit seinen Kollegen haben, die dieses schwache Licht tagtäglich in seiner Bedeutungswichtigkeit ertragen müssen.

  4. Markus sagt:

    Kinder werden für politische Zwecke instrumentalisiert und mit grüner Ideologie auf die Menschheit losgelassen. Alles natürlich Satire!

    Und klaro, waren diese „kleinen Umweltsäue“ schon auf großer Weltreise:
    https://www.mmnews.de/vermischtes/136512-wdr-umweltsau-kinderchor-flog-nach-korea

  5. Jochen Hensel sagt:

    Die Enkel meiner Freunde (8 Stück, 7 Mädchen, ein Junge, Alter zwischen 6 und 16) haben mir schon ganz andere Lieder beigebracht. Fragen Sie mal eins der Vorschulkinder, das sie haben oder kennen, wie etwa „O Tannenbaum“ richtig geht. Oder das schöne „Freut euch des Lebens, Großmutter wird mit der Sense rasiert“, mit der traumhaften Zwischenstrophe: „Zwei Jungen lagen in Heu und Stroh, vom oberen sah man nur den Po, vom unteren nur die Knie, ich glaube, das war Marie!“
    In dem hier verhandelten Song haben die Kids alle Spaß und denken bestimmt nicht an ihre eigene Oma.

  6. Düsseldorfer sagt:

    Das Problem ist aus meiner Sicht eigentlich weniger die Tatsache, dass Omas von einem WDR-Kinderchor „Umweltsäue“ genannt wurden. Ich sehe das Problem hauptsächlich darin, dass der linkslastige WDR mit seinen Mitarbeitern ein linkslastiges Programm produziert und dabei ständig und einseitig entsprechende Kampagnen bedient – in dem in Rede stehenden Fall eben die rotgrüne Klimakampagne. Politisch Andersdenkende, die durch ihre Gebührenzahlungen die rotgrüne Berieselung zwangsweise finanzieren müssen, haben verständlicherweise die Nase voll.

  7. Roland Appel sagt:

    Ich finde es immer wieder interessant, wie weit sich rechtsextremistische Weltsicht in die Mitte der Gesellschaft eingeschlichen hat. Dabei schreiben wir doch 2020 und nicht 1955.

    • Ulrich Horn sagt:

      Worauf bezieht sich Ihre Bemerkung?

      • Markus sagt:

        Sehr richtig! Worauf bezieht sich „rechtsextremistische Weltsicht“? Vielleicht auf das Unwort des Jahres 2020 „Klimahysterie“? Denn wer schürt unentwegt die Klimahysterie? Ist das nicht die hl. Greta der Medien höchstpersönlich und ihre diversen Fanklubs, zu denen auch der WDR-Kinderchor mit den unschuldigen kleinen Kindern gehört?

  8. Roland Appel sagt:

    Ich halte geschlossene Weltbilder für ein wichtiges Indiz für rechtsextremes Denken. Die Vertreter geschlossene Weltbilder blenden Realitäten aus – das war z.B. in der DDR die SED so, die an den „realen Sozialismus“ als „Internationalismus“ glaubte, aber die Leiharbeiter aus Vietnam als „Fidschis“ diskriminiert hat.
    Und das sind meines Erachtens alle Klimaleugner, die die Wissenschaft, die seit dem Bericht „Global 2000“ von 1978 alles, was heute passiert, bereits aufgezeigt hat, aus ideologischen Scheuklappen heraus ignorieren und ausblenden.
    Wer den kreuzbürgerlichen WDR als „linkslastiges Programm“ bezeichnet, der sagt doch eine Menge über seine eigne Position im politischen Spektrum aus, oder? Und wie hier mancher über Greta Thunberg, Robert Habeck oder Annalena Baerbock schreibt, ist doch selbst entlarvend: Da wird nicht gesagt, „ich finde deren Politik doof oder falsch“ „ich bin aber völlig anderer Meinung“ mit Begründung – nein da wird hergezogen, herabgesetzt, diffamiert die „hl Greta der Medien“ohne jedes sachliche Argument abgetan. Ich bin auch kein Greta-Fan, habe eher Sorge, was das mit einem so jungen Menschen macht, der so früh so populär wird.
    Aber Ihre Art und Weise, hier zu kommentieren, meine ich genau, ist Diskriminierung pur.

    „Linksgrüne Berieselung mit Zwangsgebühren finanziert“ – es gibt einen von allen gesellschaftlichen Gruppen besetzten Rundfunkrat, an den Sie sich wenden können, wenn Ihnen etwas nicht passt. Da sitzen übrigens m.E. viel zu viele konservative Vertreter drin. Aber: Das spiegelt die Pluralität unserer Gesellschaft wieder. Ich vermute mal ganz offen, Sie möchten einen pluralistischen, Öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen. Der wurde gegründet aus den Erfahrungen mit der Nazi-Zeit, aufgrund der Erfahrung mit Manipulation, rechter Zensur der Gleichschaltung der Presse im Nationalsozialismus. Wer das angreift, muss erklären, was er stattdessen will. Möchten Sie immer nur hören, was Ihrem Weltbild entspicht? Möchten Sie einen Rundfunk, der dem „gesunden Volksempfinden“ wieder mehr Raum gibt? Könnte es sein, dass Sie auf Kriegsfuß mit der freien Presse stehen?

    Diese Gedanken und Methoden vertiefen die Spaltung unserer Gesellschaft in Freund und Feind. Und auch das – Feindbilder, Sündenböcke für Mißstände zu benennen, ob sie schuld sind oder nicht – z.B. Flüchtlinge Juden und Einwanderer – das sind alles Methoden der Spaltung, Methoden des Rechtsextremismus und Faschismus. Ich sage ausdrücklich nicht, dass her jemand Faschist ist – ich will nur sensibel machen für die kleinen Schritte, Gedanken und Ansätze, mit denen es beginnt. „das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ ist dann eine gerne geäußerte Reaktion. Ich finde, es wird schon viel zuviel gesagt – ohne Zensur, das die demokratische Gesellschaft an den Abgrund bringt.

    Ich gebe zu bedenken: Wir haben vor ein paar Tagen erlebt, dass es Schüsse auf das Büro eines schwarzen SPD-Abgeordneten in Halle gab, wir haben den Überfall auf die Synagoge gesehen, vor wenigen Tagen hat sich ein AfD-Politiker zwar dafür „entschudigt“, dass seine Äußerungen anlässlich einer Demonstration rechtsextremer vor dem SWR als Aufruf zur Gewalt mißverstanden werden könnte, aber in der Sache, Journalisten aus ihren Sesseln jagen zu wollen, hat er sich nicht entschuldigt. Das aber sind genau die Parolen, mit denen SA und NSDAP 1930-33 Journalisten bedroht und nach der Gleichschaltung auch umgesetzt haben. Später haben dann ganz viele gesagt, sie hätten von allem nichts gewusst.

    Das ist unser alle Sache. Wer sich angesichts dieser Brutalisierung der Gesellschaft, in der die AfD als Katalysator (geht aus der chemischen Reaktion scheinbar unbeteiligt hervor) für eine beispiellose Rechtsentwicklung mit einer gefährlichen Ausbreitung von Rassismus und Antisemitismus frei von Verantwortung wähnt, der irrt sich. Wir, Sie, alle auch hier auf diesem Blog von Herrn Horn entscheiden durch Ihr Verhalten mit, wie demokratisch unser Umgang miteinander und wie friedlich unsere Gesellschaft ist.

    Glauben Sie mir, ich habe als Grüner Abgeordneter 1993 – 1996 so viele Morddrohungen bekommen, weil ich mich für das Grundrecht auf Asyl eingesetzt habe, dass mich nichts mehr beeindrucken kann. Auch damals gab es anonyme Drohungen per Post und sogar solche mit Absender.

    Ich werde hier auch immer wieder als Grüner, Bürgerrechtler und Liberaler in Schubladen gesteckt – damit kann ich leben, nicht zuletzt weil ich als Unternehmer unabhängig von jeglichen politischen Winkelzügen bin. Vielleicht würde es manchen überraschen, wenn er wüsste, dass ich als Grüner trotzdem Autofan bin und einen Boliden mit 354 PS in der Garage habe, dass ich Batterie-Elektromobilität zwar für einen grossen Irrweg, aber trotzdem die Energiewende für unverzichtbar halte. Und darüber mit meiner Partei und einem Automobilkonzern, den ich berate, solidarisch in der Sache streite.Trotzdem bleibe ich in meiner Partei, obwohl ich auch viele Freunde in der FDP, der CDU in der SPD und der Linken habe. Aber so differenzierte Positionen, dass weiss ich, sind heute nicht mehr in Mode. Sie werden im Wettstreit um das schönste Feindbild gerne abgestempelt.

    Ich habe als Jungdemokrat in meiner damaligen Heimatstadt Anfang der siebziger Jahre neben Jusos und allerlei linken Sekten auch mit den „Jungen Nationaldemokraten“, der Jugendorganisation der NPD, bis auf den Grund der Existenz gestritten. Gewalt und Diffamierung war damals untereinander noch undenkbar – ich glaube, weil wir uns als Menschen ohne Medium (und schon gar nicht Internet) am Infostand gegenüber standen und den anderen als solchen wahrnehmen und akzeptieren lernten. Heute ist das leider anders. Und ich wiederhole es deshalb:

    Ich bin immer wieder erschrocken, wie weit rechtsextreme, weil intolerante, vereinfachende, spaltende und abqualifizierende, in Schubladen einordnende, antisemitische und latent rassistische Denkmuster sich in der Mitte der Gesellschaft etabliert haben.

    • Markus sagt:

      Die Polarisierung der Gesellschaft ist meines Erachtens ein Ergebnis der Politik der Eliten, die die Meinungen, Sorgen und Nöte der Bevölkerung offenbar nicht mehr wahrnehmen wollen oder können.

      Wie wäre es, wenn mit Hilfe des Klimaschutzes nun dieselbe Politik betrieben würde, wie das mit dem höchst umstrittenen Neoliberalismus der Fall war? Nur mit dem Unterschied, daß hier auf eine elegante Art und Weise die Umverteilung von unten nach oben entpolitisiert wird!

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