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Nebenbei

  • Armes NRW

    Mehr als eine Woche lang stand in den Kreisen Gütersloh und Warendorf der Lockdown in Rede. Auch wenn er nicht gleich angeordnet wurde, als bei Tönnies das Virus zuschlug: Umsichtige Politik hätte einen Lockdown zumindest in Betracht ziehen müssen. NRW-Ministerpräsident Laschet wehrte ihn zunächst ab. Der Regierungschef tat sich schwer, die Freiheitsrechte erneut einzuschränken. – Doch NRW ist nicht allein auf dieser Welt. Ganz gleich, ob es den Lockdown ausruft oder nicht: Andere Bundesländer gehen so oder so in Deckung. Ihnen reicht die hohe Zahl der Infizierten, um für Besucher aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf hohe Hürden aufzurichten. Österreich warnt sogar vor Reisen nach NRW. – Inzwischen hat Laschet doch noch den Lockdown angeordnet und die Bürger in und um Gütersloh und Warendorf aufgerufen, sich testen zu lassen. Die Bürger folgten brav. Das Ergebnis: Bis zu vier Stunden mussten sie am Mittwoch vor einem Testzentrum warten. Die Tester fühlten sich überfordert. Sie schickten die Bürger nach Hause und vertrösteten sie auf Donnerstag. Armes NRW. Zuerst ärgerten sich die Bürger über den erneuten Lockdown. Nun ärgern sie sich darüber, dass die Politiker und die Verwaltungen es nicht fertig brachten, zügiges Testen zu ermöglichen. Genügend Zeit, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen, war durchaus vorhanden. – Was lehrt uns das? Erstens: Der Amtsschimmel kann, wenn er nicht gerade eben steht und grast, sich wohl nur im Schritttempo bewegen. Und zweitens: Viele Politiker sind für ihren Job offenbar fehlqualifiziert. Sie ließen sich wählen, obwohl sie gar nicht reiten können – schon gar nicht den Amtsschimmel. – Ulrich Horn

Fußball und Ruhrgebiet

Mittwoch, 28. August 2019

Nebenbei

Über das Ruhrgebiet kursieren viele Mythen. Vielen fehlt die Substanz. Weil sie intensiv propagiert werden, vermittelt sich der Eindruck, dass sie es sind, die das Ruhrgebiet zusammenhalten. Einer dieser Mythen ist die Behauptung, das Ruhrgebiet wäre die Hochburg des Profi-Fußballs. Ein Blick auf die Tabellen der 1., 2. und 3. Liga zeigt: Die wahre Hochburg des Profifußballs ist das Rheinland. Es stellt in den drei Ligen fast doppelt so viele Mannschaften wie das Ruhrgebiet. Das Revier bringt es mit Borussia Dortmund und Schalke in der 1. Liga, dem VfL Bochum in Liga 2 und dem MSV Duisburg. lediglich auf vier Vereine. Das Rheinland stellt sechs: Fortuna Düsseldorf, den 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen in der ersten Liga und dazu Victoria Köln und den KFC Uerdingen in der 3. Liga. – Von jedem Mythos befreit ist die lange umstrittene Frage, welcher Verein die Vormacht im Ruhrgebiet darstellt. Es handelt sich zweifelsfrei um Borussia Dortmund. Die Schalke-Fans scheinen sich mit dem Nachrang ihres Vereins abgefunden zu haben. Mehr noch: Es scheint ihnen nichts mehr auszumachen, dass ihre Mannschaft auf den Hund gekommen ist. Als das Schalke-Team bei seinem jüngsten Heimspiel vom FC Bayern mit 3:0 rasiert worden war, bejubelten die Schalke-Fans nach dem Schlusspfiff ausgiebig ihre Mannschaft. Sie eifern offensichtlich ihren Erzgegnern vom 1. FC Köln nach, die für ihre kritische Distanz zum Leistungsgedanken bekannt sind. Die FC-Fans pflegen ihre Mannschaft, wenn sie verloren hat, seit jeher mit Applaus zu belohnen und manchmal sogar zu jubeln, wenn der Gegner ein Tor schießt. Die Schalke-Fans sind offenbar dabei, sich zu Rheinländern zu entwickeln. – Ulrich Horn

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Ein Kommentar zu “Fußball und Ruhrgebiet”

  1. Jochen Hensel sagt:

    Bayern hat Schalke nicht rasiert. Wenn man 2 hundertprozentige Elfmeter, die jeder im Stadion und am Bildschirm gesehen hat, nicht bekommt, kann man nicht gewinnen.
    Irgendwie scheint es mit allen Schiedsrichtern abgesprochen zu sein, in jedem Spiel den Bayern was zuzuschustern, im ersten Spiel die nur gelbe Karte für Kimmich.
    Ich komme auf meinen alten Vorschlag zurück, dass alle Mannschaften bis auf Dortmund nur ihr Reserveteam schicken. Dann ist der erste richtige Gegner ein Club aus der Champions-League. Da wissen wir ja, was die Bayern da leisten.

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