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Nebenbei

  • Der Minister für heiße Luft

    Kaum ein Minister der Bundesregierung hat seit Beginn der Pandemie so viel heiße Luft produziert wie Gesundheitsminister Spahn (CDU). Das jüngst Beispiel: Er plaudert in der nachrichtenarmen Zeit der Osterfeiertage über die guten Aussichten für jene, die geimpft sind. „Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde“, erklärte er. Spahns Geplauder lenkt von der trüben deutschen Impfbilanz ab. Die erste Impfung erhielten gerade mal etwas mehr als 12 Prozent der Bürger, die zweite bisher nur gut 5 Prozent. Spahns Heimatland NRW liegt im Länderranking auf dem vorletzten Platz. Dort sind noch nicht einmal alle 80-Jährigen geimpft. Spahns Politik und seine öffentlichen und öffentlich gewordenen Auftritte haben seine Sympathiewerte und die die seiner Partei in den Keller gebracht. Man fragt sich, warum seine Medienberater ihm solche Auftritte nicht ausreden. Wollen sie ihn ins Verderben führen oder die Union bei der Bundestagswahl in die Opposition treiben? – Ulrich Horn


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Zerredeter Koalitionsbruch

Samstag, 6. Juli 2019

Nebenbei

Die Große Koalition wird zum Ende des Jahres Bilanz ziehen. Die SPD will dann entscheiden, ob sie das Bündnis bricht. Die Partei ist auch über diese Frage zerstritten, wie sich in der Diskussion um den Wechsel von der Leyens nach Brüssel zeigt. Die SPD kritisiert ihn einvernehmlich. Uneins ist sie darüber, welche Konsequenzen sie ziehen soll. Ein Teil wünscht den raschen Ausstieg aus der Koalition. Zu dieser Gruppe gehören jene, die wie Ex-Parteichef Gabriel nichts mehr zu gewinnen haben, und jene, die sich vom Ausstieg den Aufstieg versprechen. Mit dem Bruch der Koalition würden viele SPD-Funktionäre entmachtet, die für den Niedergang der Partei verantwortlich sind. Abgelehnt wird der Bruch vor allem von jenen, die befürchten, er könnte für sie und die Partei Einbußen nach sich ziehen. Dreyer, eine der drei SPD-Übergangsvorsitzenden und Regierungschefin die Rheinland-Pfalz, schließt den Ausstieg aus. Die Partei ist auf eine vorgezogene Neuwahl nicht eingerichtet. Die Union weiß das. Auch in ihren Reihen gibt es viele, denen eine Neuwahl ungelegen käme. Dennoch provoziert Hessens CDU-Regierungschef Bouffier die SPD. Er lästert: Statt ständig über den Bruch zu reden, solle sie ihn doch vollziehen. – Offensichtlich wird er gerade zerredet. Auch wenn er in den Koalitionsparteien nicht gewünscht wird: Auszuschließen ist er nicht. Schließlich haben sie schon oft genug gegen ihre eigenen Interessen agiert. – Ulrich Horn

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3 Kommentare zu “Zerredeter Koalitionsbruch”

  1. Schlimm finde ich, dass sich der Eindruck, den die EU derzeit erzeugt, fast 1:1 in Deutschland zu beobachten ist. Es geht nicht ums Land, sondern immer nur um Eigeninteressen. Ich bin nicht naiv. Aber kann diese offensichtliche Missachtung der Interessen des Landes folgenlos bleiben?

    • Herr Schulte, wann ging es denn Ihrer Ansicht mal um ˋs Land? Oder anders herum: Glaubt denn irgendwer, dass ein Politiker in Verantwortung die Monstranz „Zuerst das Land“ vor sich herträgt? Ist es nicht eher so, dass, wer einmal am Honig gesaugt, nur schwer wieder davon lassen kann? Das wiederum spiegelt sich doch auch wunderbar in dem oben geschriebenen Artikel. Jeder ist sich zunächst selbst der Nächste und jeden Monat klingelt ein fünfstelliger Betrag auf dem Konto. Dazu Vergünstigungen hier und Bewunderungen dort. Da können die Kühnerts und Bouffiers dieser Welt schreien, wie sie wollen, das Pattex hält bis 2021. Das ist mal sicher!

  2. Markus sagt:

    Meines Erachtens sollte die SPD nicht den Fehler begehen, die sog. Große Koalition voreilig zu verlassen. Die Folge wäre eine schwarz-grüne Bundesregierung mit Merkel als Kanzlerin und Habeck als Wauwau.

    Die nun anstehende Einsetzung von der Leyens als Merkels verlängerter Arm im EU-Brüssel sollten sich die Sozialdemokraten aber widersetzen und könnten bei dieser Gelegenheit auch etwas an eigenem Profil zeigen.

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