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Nebenbei

  • Das Elend des Fußballs

    Der deutsche Fußball macht nicht mehr viel her. Der aktuelle DFB-Präsident Grindel, ein Journalist, flüchtet vor unangenehmen Fragen. Er zeigt sich überfordert, wie schon sein Vorgänger Niersbach, ebenfalls ein Journalist. – Die Nationalmannschaft überstand nicht einmal die WM-Gruppenspiele. Auch stieg sie aus der Nations League ab. – Die Bundesliga-Klubs sind in der Champions League früh gescheitert. Die zweite Hälfte der 1. Liga spielt drittklassig. – Auf dem gleichen Niveau bewegen sich die Spielberichte der TV-Sender. Seit dem WM-Sieg 2014 verharmlosen sie die Defizite des deutschen Fußballs. Da ihn die Sender mitfinanzieren, scheuen sie sich, ihr Produkt schlechtzureden. Um diese Falle zu umgehen, entschärfen sie die Information durch Moderation – und landen prompt in der nächsten Falle: Sie machen sich zum Teil des Fußballs. Sie reden ihn schön. Sie blasen ihn auf. Sie lassen ihre Moderatoren wie Animateure agieren. Der graue Zustand des Fußballs verschwindet unter einer rosaroten TV-Verklärung. Kritik bleibt rar. Sie scheint unerwünscht. Das bekam Felix Magath zu spüren, als er am Samstag im ZDF-Sportstudio auf das Fußballelend hinwies. Statt ihn zu ermuntern, seine Kritik am DFB, an den Klubs, am Bundestrainer und am Medienbetrieb weiter auszuführen und zu begründen, lenkte Breyer von ihr ab: Er machte Magath zum Thema. Breyer schien sich von Magaths Kritik am Fußballbetrieb beleidigt zu fühlen. Er drängte seinen Gast in die Rolle des Sonderlings. Dennoch brachte Magath seine Botschaften über. Das Hamburger Abendblatt hat sie zutreffend zusammengefasst. Magath lieferte den Zuschauern, was ihnen Testimonials wie Breyer seit Jahren vorenthalten. Nicht auszudenken, was Magath noch von sich gegeben hätte, wenn ihn an diesem Abend ein(e) Journalist(in) interviewt hätte. – Ulrich Horn

Stegner: Der SPD-Prophet

Mittwoch, 27. Februar 2019

Nebenbei

Der Politiker Stegner interpretiert seinen Job als Vize-SPD-Chef neu: Er mutiert zum Propheten. Er glaubt, mit dem Ausstieg der SPD aus der Agendapolitik und ihrem Konzept „Sozialstaat 2025“ rücke eine rot-rot-grüne Koalition im Bund näher. Wähler, die nun in Jubel ausbrechen oder verschreckt zusammenzucken, mögen einen Blick auf die jüngste Umfrage werfen. Sie werden feststellen: Es gibt keinen Grund, nervös zu werden – weder aus Freude oder noch aus Angst. SPD, Grüne und Die Linke bringen es derzeit gerade mal auf 44 Prozent, zu wenig, um in der Bundespolitik Bäume auszureißen. Selbst wenn die drei Parteien in nächster Zeit noch ein Stück wachsen sollten, wäre nicht garantiert, dass sie eine Koalition zustande brächten. Die SPD stünde dann nämlich vor der Wahl, vom Juniorpartner in der großen Koalition zum Juniorpartner bei Rot-Rot-Grün zu werden. In dieser Konstellation sind die Grünen mit großem Abstand der stärkste Partner. Um mit ihnen auch nur auf Augenhöhe zu kommen, müsste die SPD fünf Prozentpunkte oder 33 Prozent hinzugewinnen. Wie gewiss ist das? So, wie die Dinge heute liegen, zöge bei Rot-Rot-Grün ein Grüner ins Kanzleramt. Glaubt jemand außer Stegner, die SPD könnte es über sich bringen und einen Grünen zum Kanzler machen? – Ulrich Horn

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4 Kommentare zu “Stegner: Der SPD-Prophet”

  1. Roland Mitschke sagt:

    Man kann der SPD für jeden Stegner-Auftritt nur dankbar sein. Er hat sich richtig ins Zeug gelegt: Hartz 4 ist weg und der Volkspartei-Status gleich mit, schade für´s Land.

  2. Emscher-Lippizianer sagt:

    Gerd Schröder hat ja schon betont, wie wichtig es in einer Koalition zu wissen, wer Koch und wer Kellner ist. Das wäre im hier beschriebenen Horrorszenario dann klar.

  3. Markus sagt:

    Anstatt feuchte Träume von Rot-Rot-Grünen-Koalitionen mit einem SPD-Kanzler zu haben, sollten sich die Sozis eher einmal fragen, wie es sein kann, daß eine aufgehübschte Chaostruppe wie die Grünen an ihnen vorbeigezogen ist? Einzige Hoffnung für die Sozialdemokraten ist, daß sich die Grünen mal wieder nur als Umfragenweltmeister erweisen …

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