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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Die Bahn soll radikal umgebaut werden

Dem Berliner Flughafen droht Konkurrenz

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Politik

Der deutsche Michel trägt sein Kreuz wie Hiob. Seit Jahren sprudeln die Steuerquellen. Seit Jahren fehlen Betreuungsplätze und Betreuer für Kinder. Seit Jahren blockieren Funklöcher und schwache Leitungen die wirtschaftliche und private Kommunikation. Seit Jahren wächst der Mangel an Pflegekräften.

Effektiver organisiert

Seit Jahren verrotten Straßen und Brücken. Seit Jahren bricht auf Flughäfen immer wieder Chaos aus. Seit Jahren veröden Dörfer. Seit Jahren fehlen in Großstädten Wohnungen für Normalverdiener. Seit Jahren betrügen Unternehmen die Verbraucher.

Seit Jahren kollaborieren Kontrollbehörden mit denen, die sie kontrollieren. Seit Jahren werden Leistungen der öffentlichen Hand teurer und schlechter. Seit Jahren arbeitet die öffentliche Verwaltung schleppend. Seit Jahren verschwendet sie Milliarden.

Seit Jahren zahlen Internetkonzerne kaum Steuern. Seit Jahren pochen die Bundesländer auf Zuständigkeiten, die sie nur unzureichend ausfüllen, weil sie zu wenig Geld haben. Seit Jahren wird in den Nachbarstaaten manches effektiver organisiert, ohne dass es in Deutschland Schule macht.

Ein Konzept verlangt

Die Republik müsste in Schuss gebracht werden. Nach jeder Wahl hätten es die Bundes- und Landtagsabgeordneten in der Hand. Doch die sich ständig verlängernde Mängelliste zeigt: Die Mandatsträger in den 17 deutschen Regierungen und Parlamenten schaffen es einfach nicht. Womöglich haben sie zu viel damit zu tun, sich mit sich selbst und dem Innenleben ihrer Parteien zu beschäftigen, das die meisten Bürger kaum interessiert.

Immerhin haben Abgeordneten kürzlich entdeckt, was die Bürger schon seit Langem wissen: dass die bundeseigene Bahn kollabiert. Nun verlangen die Abgeordneten vom Bahnvorstand bis März ein Konzept für den radikalen Umbau des Konzerns.

Diese Forderung verheißt nichts Gutes. Sie weckt die Erinnerung an den Berliner Flughafen, der dem Bund und zwei Bundesländern gehört. Erste Überlegungen zu seinem Bau wurden vor 28 Jahren angestellt. Ob er 2020 in Betrieb gehen kann, ist bis heute ungewiss.

Fehlerhafte Planungen

Wann über das Bahnkonzept, wenn es denn bis März vorliegen sollte, Einvernehmen hergestellt sein wird, steht in den Sternen. Wann es realisiert sein wird, ebenfalls. In der Zwischenzeit wird sich das Bahnchaos vergrößern.

Aus Fachkreisen verlautet: Ausschreibungen der Bahn seien inzwischen müde Veranstaltungen. Viele Unternehmen beteiligten sich nicht mehr an ihnen. Und warum nicht? Die Bahn, so heißt es, präsentiere oft fehlerhafte Planungsunterlagen. Die Unternehmen müssten sie kostenaufwendig überarbeiten, damit die Projekte bei Bau nicht zu ihrem finanziellen Nachteil aus dem Ruder liefen. Viele Unternehmen hätten keinen Lust mehr, sich mit den schludrigen Bahnplanungen abzugeben.

Unter solchen Voraussetzungen darf man dem Umbaukonzept, das der Bahnvorstand demnächst vorlegen soll, gespannt entgegensehen. Es hat das Potenzial, den Berliner Flughafen weit in den Schatten zu stellen. – Ulrich Horn


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4 Kommentare zu “Dem Berliner Flughafen droht Konkurrenz”

  1. Markus sagt:

    Vielleicht sind die Managementfehler der Bahnbosse teilweise aber auch der chronischen Unterfinanzierung der Deutschen Bahn geschuldet? Und warum wird die Bahn nicht mehr als umweltfreundliches Personenverkehrs-und Gütertransportmittel auf den Schild gehoben? Die Klimaretter sind heute doch Legion und „retten“ auf internationalen Großkonferenzen oder auch im Hambacher Forst nicht weniger als die ganze Welt!

  2. dr.pingel sagt:

    Die A 44 soll weitergebaut werden. Dazu muss der Angerbach mit einer großen Brücke versehen werden. Die Pfeiler stehen schon, die tonnenschweren Brückenteile sind bereits fertig produziert irgendwo im Osten. Pfeiler und Brücken können nicht zusammen kommen, weil eine große Zahl von Brücken, über die die Transport-LKWs fahren sollen, so marode sind, dass sie die Last der LKWs mit der neuen Brücke nicht tragen können. Es wird nach einer Lösung gesucht, die über Schleichpfade durch die halbe Republik.

  3. faxen dicke sagt:

    Weniger Beamte und weniger Berufspolitiker, die allesamt in der freien Wirtschaft keinen „Fuß auf die Erde“ bekommen würden – das alleine wäre die Lösung.

    Geht bei den kleinen Kommunen los und endet dann irgendwo bei Großprojekten, die im Chaos und finanz. Fiasko versinken oder halt sowas wie die Bahn.

    Da fehlt nur der Menschenverstand und rationales wirtschaftl. Denken.

    Unsere Politiker und Beamten leben in Ihrer eigenen Welt!!!
    Das muss man denen mal wieder klar machen und die Flügel stutzen.

  4. Düsseldorfer sagt:

    Auch bei der Bahn fehlen Ingenieure.

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