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Nebenbei

  • Nackenschlag zu Neujahr

    Seit Anfang Dezember sind die beiden SPD-Chefs im Amt. Seither suchen sie nach Autorität. Sie wehren sich, Handlanger von Jusos-Chef Kühnert zu sein, und geben viele Erklärungen ab. Esken wirkt noch etwas gehemmt. Walter-Borjans, seit jeher sein eigener Pressesprecher, hantiert routinierter. Kaum ein Thema, zu dem er schweigt. Sein Spektrum reicht vom Kassenbon über die Geschäfte, mit denen sich die WestLB unter seiner Aufsicht in Verruf brachte, bis hin zur neuen Ostseepipeline, die sein Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vorgänger Schröder beaufsichtigt. Auch die Rolle der SPD weiß Walter-Borjans zu definieren. „Sozialdemokratie notwendiger denn je“, heißt es bei ihm auf Twitter. Er und Esken kamen an ihre Posten mit der Verheißung, die Großen Koalition zu verlassen. Inzwischen dämmert ihnen wohl, dass die Behauptung, die SPD sei unverzichtbar, und der Koalitionsbruch sich widersprechen. Über ihn reden sie kaum noch. Ihr Generalsekretär Klingbeil dagegen sieht Klärungsbedarf. Er sagt den Koalitionsbruch endgültig ab. Für die SPD-Chefs, die nach Autorität streben, ein herber Nackenschlag. Alle ihre Forderungen verlieren nun ihr Sprengpotenzial. Etliche Wähler dürften die beiden SPD-Chefs nun für Maulhelden, wenn nicht gar für Rosstäuscher halten. Deutlich wird auch: Mit ihrer Autorität ist es nicht weit her. Machtfragen beantworten nicht sie, sondern ihr Generalsekretär. Kaum einen Monat sind sie im Amt, und schon stellt sich die Frage: Wie lange wird es dauern, bis Klingbeil (oder Kühnert) an ihre Stelle rückt? – Ulrich Horn

Schulz und sein Kritiker

Sonntag, 11. Februar 2018

Nebenbei

Monatelang kritisierte Handelsblatt-Herausgeber Steingart SPD-Chef Schulz. Endlich sieht sich der SPD-Chef und Außenminister in spe gezwungen, aufzugeben. Und was passiert? Sein Kritiker Steingart stürzt mit ihm. Ein Treppenwitz der Geschichte. Steingart sah in Schulz einen Hinterbänkler des EU-Parlaments, den nicht die eigene Fähigkeit, sondern eine glückliche Fügung des Schicksals an die Spitze des Parlaments katapultiert hatte, ehe ihn Fehlentscheidungen seiner Parteifreunde zum Chef und Kanzlerkandidaten der SPD machten. Wie richtig Steingart lag, zeigte sich, als Schulz daran ging, seine neuen Aufgaben mit Leben zu füllen und die Partei dabei immer tiefer in den Schlamassel führte. Getrübt wurde Steingarts Kritik ein wenig durch die Vorliebe für den Schulz-Konkurrenten Gabriel. Seit Langem pries er ihn als Hoffnungsträger der SPD, auch in diesem Punkt offenbar einig mit dem Handelsblatt-Kolumnisten und Gabriel-Berater Hombach. Ein heftiger Kommentar, in dem Steingart Schulz vorwarf, Gabriel gemeuchelt zu haben, war für Georg Dieter von Holtzbrinck, den Chef der Verlagsgruppe Holtzbrinck, zu der das Handelsblatt gehört, willkommener Anlass, sich von Steingart zu trennen. Ihm wird offenbar angelastet, wirtschaftlich erfolglos zu sein und im Unternehmen fragwürdige Personalentscheidungen bei Führungsposten getroffen zu haben. Auch in dieser Hinsicht ist er dem gescheiterten SPD-Politiker Schulz nicht ganz unähnlich. – Ulrich Horn

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6 Kommentare zu “Schulz und sein Kritiker”

  1. Martin Böttger sagt:

    Eine öffentlich sichtbare Gemeinsamkeit der Herren Steingart, Gabriel und Hombach ist ihr Umgang mit Menschen und ihre Selbstverliebtheit. Andere mögen das vielleicht ähnlich hässlich handhaben, manche kenne ich persönlich, können es aber geschickter verbergen. So lange offenes Intrigieren für seinen Urheber noch schädlich ist, gibt es noch Hoffnung.

  2. Bayern Baby sagt:

    Nicht Georg, sondern Dieter von Holtzbrinck :-). Sonst alles sehr gut und richtig

  3. Sie erwähnen Bodo Hombach? Der ist Berater von Sigmar Gabriel? Paßt!

    Bodo Hombach und die WAZ Geschäfte mit der Top Balkan Mafia in Serbien
    http://balkanforum.org/print.php?threadid=6021&page=1&sid=1427d42e7e5d13ac345c506f23e1c4ad

  4. Sonntag, 11. März 2012
    Bodo Hombach, Geschäfte nur mit der Mafia, das SPD und FES Syndrom
    http://balkan-spezial.blogspot.fr/2012/03/bodo-hombach-geschafte-nur-mit-der.html

    3. MÄRZ 2015
    Jetzt auch abgehalfterte Politiker in die Ukraine
    http://eussner.blogspot.fr/2015/03/jetzt-auch-abgehalfterte-politiker-in.html

    Tut mir leid, mehr ist nicht!

  5. Die Dinge eskalieren. Wenn eine Parteivorsitzende der SPD ein Statement ihres Generalsekretärs (Einen Tag länger und sie hätten uns das Kanzleramt auch noch übergeben!) zulässt und Merkel selbst das so hinnimmt, dann ist der CDU wirklich nicht mehr zu helfen. Das ist einfach nur noch devot!

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