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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Spahn auf dem Hochseil

Montag, 11. Dezember 2017

Nebenbei

Es kommt der Tag, an dem sich Regierungschefs fragen: Wer übernimmt meinen Job, wenn ich ausfalle? Manche installieren Kronprinzen. Werden sie sichtbar, weiß alle Welt: Mit dem Regenten geht’s bergab. Selbst wer keinen Kronprinzen benennt, ist vor dem Niedergang nicht gefeit. Stets findet sich jemand, der sich selbst zum Kronprinzen kürt und den Niedergang forciert. In der CSU heißt er Söder. Er scheint sein Ziel zu erreichen. In der CDU heißt er Spahn. Er lässt sich in Talkshows als möglicher Merkel-Nachfolger ankündigen. Ausgegoren ist die Sache bei ihm noch nicht. Die Kabarettisten haben ihn auf dem Kieker. Er liefert ihnen emsig Material. Sie legen jedes seiner Worte auf die Goldwaage und prüfen, ob und wie sie Merkel schaden. Gern ziehen sie ihn als Nörgler vom Dienst durch den Kakao. Bis zum Netzbeschmutzer ist es da nicht mehr weit. Längst steht der Verdacht im Raum, er spiele mit Gegnern und Konkurrenten der Union über Bande, etwa mit FDP-Chef Lindner. Die Medien verfolgen gespannt Spahns Pirouetten auf dem Hochseil. In der Union schaut mancher eher auf das Netz tief unter dem Seil und fragt sich, ob und wann es wohl – wie von magischer Hand gezogen – verschwinden wird. – Ulrich Horn

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2 Kommentare zu “Spahn auf dem Hochseil”

  1. Markus sagt:

    Merkel hat in der CDU ganze Arbeit geleistet: Die Partei von Konrad Adenauer ist inhaltlich heruntergewirtschaftet worden und ist demzufolge auch personell ausgeblutet. Der Ziehvater Helmut Kohl würde auf sein einstiges Mädchen Angela heute wohl kaum allzu stolz sein können. Wenn ein Dünnbrettbohrer wie Jens Spahn ein potentieller Nachfolger von Angela Merkel sein sollte, dann kann einem eigentlich nur noch traurig zumute werden. Im Vergleich zu Spahn sind Markus Söder und auch Christian Lindner als Politiker zumindest ernst zu nehmen.

  2. Joachim sagt:

    Jens Spahn ist ein Pharmalobbyist.
    Er wird sicher versuchen, eine Impfpflicht durchtzupeitschen.
    Dann ist ihm nach seiner Zeit als Politiker ein fürstlich dotierter Job als Früstücksdirektor bei BigPharma sicher.

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