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Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Sissy, Soraya, Frauke

    Die AfD kann mit der Resonanz ihres Kölner Parteitags zufrieden sein. Die Partei ist zerstritten. Ihre Umfragewerte sind gesunken. Dennoch beherrscht sie die Schlagzeilen. Ihre Gegner, die in Köln aufmarschierten, und die Medien, die seit Wochen über jede Regung der kleinen Partei berichten, verschafften ihr wieder einmal unverhältnismäßig starke Beachtung. Großes Verdienst daran hat auch Frauke Petry. Sie betätigt sich in der AfD seit Wochen als Spaltpilz und scheint darüber an Einfluss zu verlieren. Bisher ließen sich die Medien von der AfD mit Beschimpfungen und Tabubrüchen zu üppiger Berichterstattung provozieren. Nun aber beginnen Journalisten, bei der AfD das Feld der Politik mit dem des Glamours zu verbinden, auf dem sich üblicherweise die Stars, die Beauties und die Royals tummeln. Der MDR versah seinen Vorbericht auf den AfD-Parteitag mit der Schlagzeile: „Schicksalstage für Frauke Petry?“ Erinnert das nicht an Romy und ihre Paraderolle, die Sissy? Langsam, aber unaufhaltsam wird Frauke in die Riege der Sissys und Sorayas samt ihrer vielen Nachfolgerinnen vorrücken. Die AfD mag Frauke schnöde beiseiteschieben oder gar vollständig ausmustern. Uns wird sie auf lange Zeit erhalten bleiben, nicht nur auf den Titelbildern der Magazine, die beim Friseur, im Wartezimmer des Hausarztes und in den Stadtcafés herumliegen, sondern vielleicht sogar als ständige Gästin bei der jährlichen Bambiverleihung. Ist das nicht tröstlich? – Ulrich Horn

Alles beim Alten

Montag, 14. November 2016

Nebenbei

Trumps Wahlsieg hat viele Menschen überrascht. Sie waren über die Voraussetzungen seines Erfolges schlecht informiert. Zwei Defizite bewirkten diesen betrüblichen Sachverhalt: Beobachter und Analysten kamen ihrer Aufgabe, die Realität widerzuspiegeln, nicht hinreichend nach. Ihren Nutzern erschloss sich dieser Mangel nicht, sodass sie ihm aufsaßen.Dieser Befund ist schon deshalb bestürzend, weil die Chance, sich ein zutreffendes Bild der Wirklichkeit zu verschaffen, in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß war wie heute. Offenbar mangelt es an der Fähigkeit und dem Willen, mit den vielen Informationsmöglichkeiten sachgerecht umzugehen. – Nichts belegt dieses Versagen eindringlicher als die Behauptung, am Wahltag habe sich die Welt verändert. Die Welt ändert sich ständig. Was wir am Wahltag erlebten, war die Erkenntnis, dass der Blick der Beobachter und Analysten, die uns die Welt darstellen, mit ihrem Wandel nicht Schritt gehalten hatte. – Nach der Wahl sind sie vollauf damit beschäftigt, diese Defizite beheben. Nach und nach nehmen wir nun staunend wahr, wie labil seit langer Zeit die Verhältnisse sind, die nicht beachtet oder als stabil geschildert wurden. – Was ist aus diesem Sachverhalt zu schließen? Beobachter und Analysten müssen die Entwicklung der Welt intensiver untersuchen. Sie müssten sich von Vorfestlegungen und Vorurteilen lösen, um Fehlurteile zu vermeiden. – Zu hoffen, Beobachter und Analysten würden nach der Wahl Fehler unterlassen, die ihnen vor der Wahl unterliefen, wäre naiv. Über Jahre eingeschliffene und trainierte Verhaltensweisen lassen sich von einem Tag zum anderen nicht beheben. – Will sich der Nutzer gegen Überraschungen wie bei der US-Wahl feien, bleibt ihm nicht erspart, den Schilderungen der Wirklichkeit kritischer zu begegnen. Einfach ist das nicht. Gewohnheit macht träge. –Es ist zu befürchten, dass der Lerneffekt der US-Wahl rasch verpufft. Viele Nutzer werden wohl demnächst wieder feststellen, dass ihnen, wie den Beobachtern und Analysten, die Wirklichkeit erneut davonlief – und, wie schon viele Male zuvor, in dieser Hinsicht alles beim Alten blieb. – Ulrich Horn

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Ein Kommentar zu “Alles beim Alten”

  1. herrmann.hirsch sagt:

    Kurz, knapp, gut.
    Zur Analyse: Es wird alles beim Alten bleiben.

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