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Nebenbei

  • Die Torhüter und ihre Teams

    Warum spielt Fußballtorwart Neuer nicht mehr bei Schalke? Und warum sein Kollege ter Stegen nicht mehr bei Gladbach? Beide Spieler waren zu gut für diese Vereine. Beide zählen weltweit zu den besten Torhütern. Beide wollen auf ihrem Niveau spielen. Deshalb wechselten sie zu Mannschaften, die zu den besten der Welt zählen, Neuer zu Bayern München und ter Stegen zum FC Barcelona. In Fußballkreisen wird gerade darüber gestritten, wer von beiden in der Nationalmannschaft spielen soll. Dort steht fast immer Neuer im Tor, ter Stegen sitzt – trotz ähnlicher Leistungen wie Neuer – meistens auf der Reservebank und ist unzufrieden. Er will öfter zum Zuge kommen. Über dieses Problem beharken sich sogar führende Fußballfunktionäre. Der Laie staunt und fragt sich: Warum legen Torleute von Weltklasse Wert darauf, das Tor einer zweitklassigen Nationalmannschaft zu hüten? Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 versäumten der DFB und sein Cheftrainer Löw, das Nationalteam systematisch zu erneuern. Weltklassespieler wie Neuer und ter Stegen passen nicht in das schwache Team. So, wie sie Schalke und Gladbach den Rücken kehrten, sollten sie auch auf Einsätze im Nationalteam verzichten. Es spielt viel zu tief unter ihrem Niveau. – Ulrich Horn

Jäger: Ein Kind des Reviers

Dienstag, 11. Oktober 2016

Nebenbei, Politik

Wer hat NRW-Innenminister Jäger geweckt? Er hat bemerkt, dass es in NRW-Städten Parallelgesellschaften gibt, in denen Zugewanderte ein Leben lang ohne ein Wort Deutsch gut klarkommen. Diesen Fakt hat Jäger gerade der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) als seine neueste Erkenntnis mitgeteilt. In NRW atmet man auf. Zumindest in dieser Frage ist der Minister auf der Höhe der Zeit angekommen. Wer ihm dabei geholfen hat, wissen wir nicht. Bisher hatte er das Problem jedenfalls nicht auf dem Radar. Das ist erstaunlich, denn Jäger kommt aus Duisburg. Dort wie in anderen Ruhrgebietsstädten gibt es seit Jahrzehnten Parallelgesellschaften. Wer sich heute über sie wundert und ärgert, muss über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte im Koma gelegen haben. Das könnte auch erklären, warum gegen sie nichts unternommen wurde. Man fragt sich, mit welchem Bild der NRW-Gesellschaft Jäger sein Amt als Innenminister antrat. Seit fast 30 Jahren hockt er in politischen Gremien. Wird er demnächst auch entdecken, dass es in NRW No- Go-Areas gibt? Als er in die Politik einstieg, war die Parallelgesellschaft längst da. Während seiner ganzen politischen Laufbahn hat sie sich prächtig entwickelt, parallel zu seiner Karriere. Beide Welten, seine und die Welt der Zuwanderer, blieben gut voneinander isoliert. Gegenüber der NOZ lässt Jäger zwar erkennen, dass er das Problem identifiziert hat. Eine Idee, wie es verkleinert oder gar gelöst werden könnte, teilt er der Zeitung und uns jedoch nicht mit. Er hat kein Konzept. Als Bilanz für drei Jahrzehnte in der Politik und für sechs Jahre als Innenminister ist das etwas dürftig, aber durchaus typisch für die Region, aus der Jäger stammt. Im Ruhrgebiet wartet man gern auf Hilfe von außen – oder darauf, dass sich die Probleme von selbst erledigen. – Ulrich Horn

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3 Kommentare zu “Jäger: Ein Kind des Reviers”

  1. Hubertus Bruch sagt:

    Es ist schon ein Kreuz für uns mit den ganzen Ruhrpöttlern!

  2. Reiner H. sagt:

    Nicht WER, sondern WAS ihn geweckt hat, ist die Frage.
    Im Mai 2017 sind in NRW Wahlen.
    Dass hat er bemerkt.

    Auch unsere Umwelt-, Bau-, und Reaktorministerin Barbara Hendricks ist schon aufgewacht. Drei Jahre lang hat man nichts von ihr gehört. Seit einigen Wochen meldet sie sich nun ständig zu Wort. Wird aber auch ihr nix nutzen. Die SPD ist in beschleunigter Talfahrt, also im September 2017 noch weiter unten als im Mai.

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