Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Laschets Wunderkind

    Die Regierungsmannschaft des neuen NRW-Ministerpräsidenten Laschet (CDU) gilt als kluge Mischung aus alten Hasen und jungen Talenten. Einen, der bisher im Hintergrund agierte, umweht bereits der Ruf des Wunderkindes: Nathanael Liminski, bisher Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, wurde zum Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei befördert. Was Laschets rechte Hand aus der Regierungsmannschaft heraushebt, ist das Alter. Der Mann ist gerade einmal 31 Jahre alt. Er ist vermutlich der jüngste Staatssekretär, der je in NRW tätig war und gewiss der jüngste Chef der Staatskanzlei in der Geschichte des Landes. Obwohl er gerade erst den Kinderschuhen entwachsen ist, werden ihm bereits Erfahrung, Umsicht und strategisches Geschick nachgesagt. Die medialen Würdigungen, die für seine noch kurze Laufbahn schon ziemlich lang ausfallen, haben eines gemeinsam: Sie benennen seine Stärken, nicht aber seine Schwächen. Man könnte meinen, es gäbe sie nicht. Eine kann man doch entdecken, wenn man genau hinschaut. Bei jedem Karrieresprung in NRW gab er zu verstehen, dass die gerade gewonnene Position wohl nur eine vorläufige sei. Als er mit 28 Jahren 2014 Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion wurde, merkte er an, dass er sich langfristig ein Mandat vorstellen könne. Als er nun zum Chef der Staatskanzlei befördert wurde, gab er zu Protokoll: „Ob ich selber irgendwann mal in erster Reihe Politik machen will, schließe ich nicht aus.“ Die Wahlkreiskandidaten und die Nachwuchstalente der NRW-CDU haben diese Ankündigung sicher aufmerksam registriert. Mancher wird sie als Kampfansage verstehen. Mit solchen Bemerkungen weckt man schlafende Löwen und wertet die Aufgabe, mit der man gerade erst betraut wurde, als Übergangslösung ab. Zeugt dieses Verhalten von strategischem Geschick? – Ulrich Horn

Jäger: Ein Kind des Reviers

Dienstag, 11. Oktober 2016

Nebenbei, Politik

Wer hat NRW-Innenminister Jäger geweckt? Er hat bemerkt, dass es in NRW-Städten Parallelgesellschaften gibt, in denen Zugewanderte ein Leben lang ohne ein Wort Deutsch gut klarkommen. Diesen Fakt hat Jäger gerade der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) als seine neueste Erkenntnis mitgeteilt. In NRW atmet man auf. Zumindest in dieser Frage ist der Minister auf der Höhe der Zeit angekommen. Wer ihm dabei geholfen hat, wissen wir nicht. Bisher hatte er das Problem jedenfalls nicht auf dem Radar. Das ist erstaunlich, denn Jäger kommt aus Duisburg. Dort wie in anderen Ruhrgebietsstädten gibt es seit Jahrzehnten Parallelgesellschaften. Wer sich heute über sie wundert und ärgert, muss über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte im Koma gelegen haben. Das könnte auch erklären, warum gegen sie nichts unternommen wurde. Man fragt sich, mit welchem Bild der NRW-Gesellschaft Jäger sein Amt als Innenminister antrat. Seit fast 30 Jahren hockt er in politischen Gremien. Wird er demnächst auch entdecken, dass es in NRW No- Go-Areas gibt? Als er in die Politik einstieg, war die Parallelgesellschaft längst da. Während seiner ganzen politischen Laufbahn hat sie sich prächtig entwickelt, parallel zu seiner Karriere. Beide Welten, seine und die Welt der Zuwanderer, blieben gut voneinander isoliert. Gegenüber der NOZ lässt Jäger zwar erkennen, dass er das Problem identifiziert hat. Eine Idee, wie es verkleinert oder gar gelöst werden könnte, teilt er der Zeitung und uns jedoch nicht mit. Er hat kein Konzept. Als Bilanz für drei Jahrzehnte in der Politik und für sechs Jahre als Innenminister ist das etwas dürftig, aber durchaus typisch für die Region, aus der Jäger stammt. Im Ruhrgebiet wartet man gern auf Hilfe von außen – oder darauf, dass sich die Probleme von selbst erledigen. – Ulrich Horn

Schlagwörter: , , , ,

3 Kommentare zu “Jäger: Ein Kind des Reviers”

  1. Hubertus Bruch sagt:

    Es ist schon ein Kreuz für uns mit den ganzen Ruhrpöttlern!

  2. Reiner H. sagt:

    Nicht WER, sondern WAS ihn geweckt hat, ist die Frage.
    Im Mai 2017 sind in NRW Wahlen.
    Dass hat er bemerkt.

    Auch unsere Umwelt-, Bau-, und Reaktorministerin Barbara Hendricks ist schon aufgewacht. Drei Jahre lang hat man nichts von ihr gehört. Seit einigen Wochen meldet sie sich nun ständig zu Wort. Wird aber auch ihr nix nutzen. Die SPD ist in beschleunigter Talfahrt, also im September 2017 noch weiter unten als im Mai.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.