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Nebenbei

  • Lösung für Berlins Krise

    Berlin, so ist zu lesen, wächst jährlich um 40.000 Menschen. Der Andrang überfordert den Senat der Hauptstadt. Ihre Infrastruktur hält nicht Schritt. Es mangelt an Wohnungen. Sie sind knapp und teuer geworden. Den Plan, hohe Mieten stark zu deckeln, musste die rot-rot-grüne Koalition abschwächen. Er wird Berlins Wohnungsproblem nicht lösen. Die CDU schlägt nun vor, für einige Jahre den Zuzug nach Berlin zu unterbinden. Auch dieser Plan wird wohl nicht umgesetzt. Auch er wird Berlins Problem nicht mildern. Alle Pläne gegen die Berliner Krise kranken daran, dass sie sich nur mit Symptomen befassen. Es wäre längst an der Zeit, Berlins Problem an der Wurzel zu packen. Die Stadt ist offensichtlich ihrer Rolle als Hauptstadt nicht gewachsen. Ihr Problem verschärfte sich, als die Bundesregierung von Bonn nach Berlin zog. Seither wirkt Berlin auf viele Bürger wie ein Magnet. Die Krise der Stadt wäre schlagartig behoben, wenn der Bundestag und die Bundesregierung nach Bonn zurückkehrten. Der Zustrom der Bürger nach Berlin würde verebben, die Mieten würden sinken, der Wohnungsmarkt würde durchlüftet. Sogar der Bau des Berliner Flughafens könnte eingestellt und der Airport zur Gedenkstätte umgewandelt werden. Mit dem Geld, das sich dort einsparen lässt, könnte die Rückkehr des Parlaments- und Regierungsapparates nach Bonn finanziert werden. Damit sich Berlin nicht geplündert vorkäme, sollten der Bundespräsident und die Geheimdienste in Berlin bleiben. Und natürlich sollte das große nationale Feuerwerk in der Silvesternacht dann nicht auf dem Bonner Marktplatz, sondern wie bisher am Brandenburger Tor abgebrannt werden. – Ulrich Horn

     

Auslese … 8 – 2016

Donnerstag, 7. April 2016

Auslese

Im Konflikt zwischen CDU und CSU ist die SPD hilfloser Zuschauer. Die CDU versucht, Seehofer in die Ecke zu stellen und als Dauernörgler abzustempeln. Das Referendum in den Niederlanden bekommt durch die Medienresonanz mehr Gewicht, als ihm zusteht. NRW-Ministerpräsidentin Kraft demonstriert, dass sie so gut wie nichts mehr im Köcher hat.

Die SPD und das Machtwort

SPD-Vizechef Stegner verlangt von Merkel ein Machtwort. Sie soll es gegen CSU-Chef Seehofer aussprechen und damit seinen Versuch stoppen, einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik über die Blockade von Regierungsvorhaben zu erzwingen. Stegners Aufforderung erklärt, warum die SPD auf keinen grünen Zweig kommt. Machtworte sind das letzte Mittel der Hilflosen.

Seehofer und Nichtigkeiten

Lange drohte CSU-Chef Seehofer, gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung zu klagen. Der Plan und das Tamtam um ihn erwiesen sich als Luftnummer. Nun versucht CDU zu zeigen, wie man jemanden zur Raison bringt, der aus dem Ruder läuft. Sie führt Seehofer vor, ohne sich in die Riemen zu legen. Ihr Innenminister de Maizière erklärt, er wolle die Kontrollen zu Österreich abbauen, weihte Bayern aber noch nicht ein. Seehofer reagiert prompt. Er regte sich auf. Ginge er über solche Kinkerlitzchen hinweg, würde er seine Anhänger enttäuschen. Regt er sich auf, festigt er seinen Ruf als notorischer Nörgler über Nichtigkeiten. So oder so schadet er sich.

Miniknall und Maxiecho

Das ohrenbetäubende Presseecho über den Ausgang des Referendums in den Niederlanden wirkt überzogen. Nur 32 Prozent der Wahlberechtigten nahmen teil, nur 18 Prozent lehnten das EU-Abkommen mit der Ukraine ab. Europa geht von diesem Ergebnis nicht unter. Es zeigt doch nur, was ohnehin seit Langem klar ist: Es gibt Europagegner. Sie sind deutlich in der Minderheit. Im Blick auf die EU-Gegner die Politik zu ändern, indem man sie nach deren Wünschen ausrichtet, würde die Verhältnisse auf den Kopf stellen.

Kraft und ihre Botschaft

Lange lehnte es Ministerpräsidentin Kraft abgelehnt, den Landeskorrespondenten regelmäßig Rede und Antwort zu stehen. Während sich andere Länderchefs wöchentlich der Presse stellen, sträubte sich Kraft. Inzwischen hat sie ihren Widerstand aufgegeben. Viermal im Jahr steht sie nun für die Journalisten bereit. Das erste Treffen fand kürzlich statt. Der Niederschlag in der Presse einhellig. Auch der lange Bericht in der FAZ macht erschreckend deutlich, warum sich Kraft gegen solche Veranstaltungen sträubte. Sie hat den Journalisten über ihre Landespolitik so gut wie nichts mehr mitzuteilen. – Ulrich Horn


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Ein Kommentar zu “Auslese … 8 – 2016”

  1. Hubertus Bruch sagt:

    Der Hornsche Ticker bringt ’s mal wieder auf den Punkt! Apropos Medienecho: Das holländische Wahlergebnis hat eine ähnliche Brisanz wie die Wortmeldungen des Muschelschubsers von der Waterkant oder seines Widerparts von der Isar – Tendenz gegen Null! Umgekehrt verhält es sich bei Hanni Kraftlos. Sie weiß wohl um ihre Nullnummer. Das ihr das nun diese blöden Journalisten viermal im Jahr aufs Brot schmieren werden, erklärt ihr mürrisches Wesen.

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