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Nebenbei

  • Sissy, Soraya, Frauke

    Die AfD kann mit der Resonanz ihres Kölner Parteitags zufrieden sein. Die Partei ist zerstritten. Ihre Umfragewerte sind gesunken. Dennoch beherrscht sie die Schlagzeilen. Ihre Gegner, die in Köln aufmarschierten, und die Medien, die seit Wochen über jede Regung der kleinen Partei berichten, verschafften ihr wieder einmal unverhältnismäßig starke Beachtung. Großes Verdienst daran hat auch Frauke Petry. Sie betätigt sich in der AfD seit Wochen als Spaltpilz und scheint darüber an Einfluss zu verlieren. Bisher ließen sich die Medien von der AfD mit Beschimpfungen und Tabubrüchen zu üppiger Berichterstattung provozieren. Nun aber beginnen Journalisten, bei der AfD das Feld der Politik mit dem des Glamours zu verbinden, auf dem sich üblicherweise die Stars, die Beauties und die Royals tummeln. Der MDR versah seinen Vorbericht auf den AfD-Parteitag mit der Schlagzeile: „Schicksalstage für Frauke Petry?“ Erinnert das nicht an Romy und ihre Paraderolle, die Sissy? Langsam, aber unaufhaltsam wird Frauke in die Riege der Sissys und Sorayas samt ihrer vielen Nachfolgerinnen vorrücken. Die AfD mag Frauke schnöde beiseiteschieben oder gar vollständig ausmustern. Uns wird sie auf lange Zeit erhalten bleiben, nicht nur auf den Titelbildern der Magazine, die beim Friseur, im Wartezimmer des Hausarztes und in den Stadtcafés herumliegen, sondern vielleicht sogar als ständige Gästin bei der jährlichen Bambiverleihung. Ist das nicht tröstlich? – Ulrich Horn

Mittel für Flüchtlinge fehlgeleitet

NRW-Regierung tut sich schwer mit Geld

Sonntag, 20. Dezember 2015

Politik

Die Zuwanderung zerstört einen Mythos. Sie deckt auf, wie schlampig und unsachgerecht Deutschland zum Teil regiert und verwaltet wird.

Unter freiem Himmel

Im Bundesamt für Flüchtlinge verstauben seit Jahren viele Tausend unerledigte Asylverfahren. Neu ankommende Flüchtlinge können nicht rasch registriert werden, weil die Computerprogramme der Behörden nicht zusammenpassen.

In Berlin erweckt das Landesamt für Gesundheit und Soziales den Eindruck, es verschleppe die Registrierung, um nachzuweisen, dass es zu wenig Personal habe. Es ließ vor seiner Tür Hunderte Flüchtlinge wochenlang unter freiem Himmel kampieren.

Fehlsteuerung erzwungen

Den neuesten Fall von Desorganisation liefert NRW. Die rot-grüne Landesregierung hat einen dreistelligen Millionenbetrag für die Versorgung der Flüchtlinge falsch an die Städte verteilt, meldet die Rheinische Post. 35 Kommunen erhielten insgesamt 162 Millionen Euro zu viel. 37 Städte erhielten insgesamt 99 Millionen Euro zu wenig. Wie das passieren konnte?

Der NRW-Landtag hat einen Verteilungsschlüssel beschlossen, der diese Fehlsteuerung erzwingt. Ihm liegt die Zahl der Flüchtlinge zugrunde, die den Städten zugewiesen werden. Die Hilfsmittel fließen unabhängig davon, ob die Flüchtlinge dort leben oder in andere Städte abgewandert sind.

Alles beim Alten

So bekam Duisburg für 2813 Flüchtlinge Geld, die gar nicht dort wohnten. Auch Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach zählen zu den Profiteuren, Neuss und Weeze zu den Verlierern dieses Konzepts.

Die Zahlungen sind rechtens, aber unsachgerecht. Fehler erkannt, Fehler gebannt? Nicht in NRW. 2017 soll das Recht geändert und dann auch gerecht werden. Bleibt bis dahin alles beim Alten? Verwundern würde es nicht. Die NRW-Regierung muss nicht mehr beweisen, dass sie Probleme hat, mit Geld umzugehen.

Eine Milliarde entdeckt

Obwohl sie Jahr für Jahr mehr Steuern einnimmt, macht sie stetig neue Schulden. Das Verfassungsgericht musste sie von beidem abhalten – davon, mehr auszugeben, als rechtlich erlaubt ist, und davon, weniger auszugeben, als rechtlich erforderlich ist.

Der Finanzminister fand im Landeshaushalt sogar schon einmal über Nacht eine gute Milliarde. Er hatte sie nicht etwa verloren. Er wusste nichts von ihr. – Ulrich Horn


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2 Kommentare zu “NRW-Regierung tut sich schwer mit Geld”

  1. […] als Spitzenkandidat fest…RP Online NRW: Landesregierung tut sich schwer mit Geld…Post von Horn NRW: Land schiebt 2015 rund 4000 Menschen ab…AZ Debatte: Pinsel, Phallus und […]

  2. Wann melden Sie sich wieder?
    In Köln ist die Hölle los!
    Herr Jäger mußte schon einen Polizeipräsidenten frühzeitig (das wird teuer) in Rente schicken.

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