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Nebenbei

  • Vom Wähler abgewrackt

    Die einstigen Volksparteien bieten ein jämmerliches Bild. Die SPD zerfleischte sich über Jahrzehnte. Sie schrumpfte zur Kleinpartei. Rechtzeitig vor der Bundestagswahl stellte sie sich ruhig. Prompt erhielt sie Aufwind. Die Union zerfleischt sich seit 2015. Sie steigerte das Gemetzel im Wahlkampf sogar. Viele Wähler kehrten ihr erzürnt den Rücken. – Heute warten die dürftigen Reste der Volksparteien darauf, dass ihnen die kleine FDP und die kleinen Grünen zur Macht verhelfen. Union und SPD regierten in 12 der 16 Regierungsjahre Merkels gemeinsam. Beide Gruppierungen haben den Erfolg und den Misserfolg dieser Ära zu verantworten. Beide haben die Mängel verursacht, der in der Pandemie sichtbar wurden. Beide haben sich mehr mit ihren internen Problemen als mit denen des Staates und der Gesellschaft befasst. Dass beide nicht gewohnt sind, sachgerecht zu agieren, zeigte sich in der Pandemie. Dass sie der jeweils anderen Partei vorwerfen, die Modernisierung des Landes verschlafen zu haben, ist lächerlich. Die Wähler sind nicht dumm. Sie wissen: Beide Parteien haben sich durch eigenes Verschulden auf Grund gesetzt. Die Wähler haben begonnen, beide Volksparteien abzuwracken. Der SPD gaben sie bei der Bundestagswahl noch einmal Paddel, der Union nahmen sie die Segel. Doch ohne die Schlepper FDP und Grüne kämen die beiden schrottreifen Dickschiffe nicht mehr vom Fleck. – Ulrich Horn

SPD-Frauen mögen es grün

Freitag, 11. Dezember 2015

Nebenbei

Ist die SPD noch zu retten? Diese Frage stellt sich ihr offenbar nicht. Das lassen die Schlagzeilen vermuten, die sie vor ihrem Parteitag produzierte. Obwohl die Partei schrumpft, möchte die Wortführerin der SPD-Frauen, Elke Ferner, den Funktionärsapparat aufblasen. Sie fordert die Doppelspitze für SPD-Führungsposten. – So fürsorglich es ist, dass sich SPD-Funktionärinnen für SPD-Funktionärinnen einsetzen: Seit 27 Jahren herrscht in der SPD die Quote. Sie verhinderte weder den Niedergang der Partei, noch führte sie eine Frau an die Spitze, noch brachte sie die SPD-Funktionärinnen dazu, sich den Beschwernissen des Alltags stärker zuwenden. Was gäbe es nicht alles zu tun, wenn man nur wollte? Unter den Zuwanderern befinden sich nicht nur junge Männer, sondern auch viele Frauen und Kinder. Viele sind traumatisiert, entkräftet, krank. Auch wenn sie nun ein Dach über dem Kopf haben: Ihre Lebensumstände und –perspektiven sind nach wie vor prekär. Ganz zu schweigen von den Einheimischen, bei denen Not an Mann und Frau ist – auch das ein weites Feld, das darauf wartet, bestellt zu werden. Die SPD-Frauen halten es für dringlich, Spitzenplätze im Parteiapparat geschenkt zu bekommen, durch die Satzung garantiert, dem Wettbewerb weitgehend entzogen. Wohin das führt, ist bei den Grünen zu bewundern, die bei Quote und Doppelspitze Vorreiter waren. Ihre beiden Sprecher wetteifern darum, blass zu bleiben. Die Öko-Partei liegt fest bei zehn Prozent. Allzu weit hat es die SPD bis zu diesem Wert nicht mehr. – Ulrich Horn

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Ein Kommentar zu “SPD-Frauen mögen es grün”

  1. Roland Appel sagt:

    Böse, böse, lieber Herr Horn: Ist es doch eine Binsenweisheit, dass die Hälfte der Welt nicht 40% sind – insofern wollen die Sozifrauen doch nur Selbstverständliches – allerdings erst Jahrzehnte nach den Grünen und sogar der „Linken“ – DAS sollte zu denken geben. Bei vielen anderen gesellschaftlichen Fragen sind die Sozis Bremser, nicht Treiber von gesellschaftlichen Entwicklungen – z.B. bei der Energiewende – also objektiv eine konservative Partei. Diese Stelle ist aber leider schon besetzt. – Fatal. Erst wenn sie die (ja gar nicht so) „Linke“ überflüssig machen würde, wäre sie zurück als Volkspartei. Schaunmermal.

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