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Nebenbei

  • Opposition: Trübe Aussicht

    Über die Probleme, eine Jamaika-Koalition zu bilden, geraten die Schwierigkeiten der Oppositionsparteien ein wenig aus dem Blick. SPD, Linke und AfD sind in sich zerstritten. In allen drei Parteien kämpfen verschiedene Lager gegeneinander (siehe: hier, hier und hier). Vermutlich kommt eher eine Jamaika-Koalition zustande, als dass die Opposition funktionsfähig wird. Reicht es nicht, wenn die Opposition parat steht, sobald die Jamaika-Regierung ihre Arbeit aufnimmt? Schön wär’s. Die Aversionen innerhalb der Linken sind wohl nicht mehr zu heilen. Die AfD zerbröselt, ohne dass ein Ende absehbar wäre, das die Mehrheit der Bürger auch gar nicht wünscht. Und die SPD? Sie will sich das ganze Jahr 2018 mit sich, ihrer Dysfunktion und deren Heilung befassen. Unter diesen Bedingungen wird es der Opposition schwerfallen, der Jamaika-Koalition, wenn sie denn zustande kommt, im nächsten Jahr Dampf zu machen. Derzeit spricht alles dafür, dass sich die Regierung ein Jahr lang Zeit damit lassen kann, in die Gänge zu kommen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Probleme der Bürger nicht so lange warten und der nächsten Regierung Beine machen werden. – Ulrich Horn

Der Scherbenhaufen wächst

Dienstag, 13. Oktober 2015

Nebenbei

VW sitzt auf einem Scherbenhaufen. Er wird von Tag zu Tag teurer. Um ihn bezahlen zu können, planen die neuen Führungsspitzen, drastisch zu sparen. Das traut man Vorstandschef Müller und Aufsichtsratschef Pötsch unbesehen zu. Sie werden die Krise nutzen, viel mehr als nur das abzuschmelzen, was vor der Krise gegen die IG Metall, die Betriebsräte und Niedersachsens Landesregierung durchsetzbar war. Müller und Pötsch wollen auch die VW-Kultur ändern, weg von der Kommandostruktur, hin zur Diskussionskultur. Diesen Umbruch traut man ihnen nicht zu. Beide sind VW-Gewächse. Sie wurden in der Kommandokultur groß. In Teilen der Wirtschaft gilt ihre Berufung als Fehler. Sie verstoße gegen die Regeln guter Unternehmensführung und beschädige die Marke VW noch stärker, meint der Deutsche Bank-Manager Henning Gebhardt. Wie sehr VW mit diesen Regeln auf Kriegsfuß steht, zeigt nicht nur der Abgas-Skandal. Ex-Vorstandschef Winterkorn duldete Steuerbetrüger Hoeneß im FC Bayern-Aufsichtsrat. Niemand im Vorstand und Aufsichtsrat rief Winterkorn zur Ordnung. Wie Müller und Pötsch das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen wollen, die der Konzern betrogen hat, haben sie bisher nicht erkennen – auch das ein Zeichen schlechter Unternehmensführung. So gesehen ist VW dabei, den Scherbenhaufen, auf dem es sitzt, noch zu vergrößern. – Ulrich Horn

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Ein Kommentar zu “Der Scherbenhaufen wächst”

  1. Roland Appel sagt:

    Der Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und Sportpolitik des Konzerns ist ein besonders interessanter. Die vielfältigen Verstrickungen und das verflochtene Sponsoring z.T. konkurrierender Vereine ist ja auch sportpolitisch ein Skandal. In der Krise sollte man ja glauben, ein Autobauer konzentriere sich nun aufs Kerngeschäft und die Entwicklung dort, wo die Schwächen liegen, nämlich im Umweltbereich. Davon ist aber am wenigsten die Rede – der Fisch stinkt nach wie vor vom Kopf her. Schließlich war Pötsch Finanzvorstand, während aus Kostengründen statt umweltfreundlicher Motoren Betrügersoftware entwickelt wurde. Statt überteuerte Logenplätze in den Stadien und überflüssige Privatjetflotten abzuschaffen, wollen die Herren wohl lieber Arbeitsplätze vernichten. Sie sollten sich mal am Beispiel Middelhoff ansehen, wohin das führen kann.

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