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Nebenbei

  • Wem die „Straße“ nutzt

    Schauen wir drei, vier Monate zurück. Was stellen wir fest? Damals vollzogen sich Metamorphosen. Rechtzeitig zur Wahl in den Niederlanden Mitte März verwandelten sich Journalisten in Auguren. Voller Inbrunst sagten sie Europas Ende voraus. sahen so abenteuerliche Gestalten wie Wilders, Le Pen, Höcke und Gauland die Macht übernehmen und die EU zerstören. Doch die Niederländer spielten nicht mit. Sie ließen sich nicht verrückt machen. Sie erteilten den Rechtsradikalen eine Abfuhr. Die Auguren in den Medien beruhigten sich nicht. Sie schauten auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich und malten erneut den Teufel an die Wand. Wieder vergeblich. Die Franzosen kehrten Le Pen den Rücken, hissten die Europa-Flagge und folgten Macron. Auch dieses Wahlresultat beruhigte die Journalisten nicht. Nun sorgten sie sich, die französischen Wähler könnten bei der Wahl zur Nationalversammlung Europa in den Untergang treiben. Die Wähler taten das Gegenteil. Sie verschafften Macron die absolute Mehrheit, ließen den Front National verkümmern und mit ihm den Rest des vertrockneten politischen Establishments. Und nun? Nun raunen die Auguren, die Wahlbeteiligung sei extrem niedrig gewesen. Macron und seine absolute Parlamentsmehrheit könnten mit ihren Reformen am Widerstand der „Straße“ scheitern. Die „Straße“, wer ist das? Es ist vor allem der Gewerkschaftsbund CGT, der den Kommunisten nahesteht. Er ist für die Probleme mitverantwortlich, die Frankreich paralysieren und die Macron mit den vielen Anhängern seiner Partei La République en Marche! beheben will. Warum so viele Franzosen dennoch nicht wählen gingen? Vielleicht sammeln sie Kraft, um demnächst gegen die CGT und für Macrons Reformen auf die Straße zu gehen. Wen würde das wundern? Mich nicht. – Ulrich Horn

Gewinn mit Verlust

Samstag, 15. November 2014

Nebenbei

Die Warhols aus Aachen sind verkauft. Nun fließt viel Geld in die Kassen des NRW-Glücksspielunternehmens WestSpiel. Die Millionen werden gebraucht, um die heruntergekommenen Kasinos des Unternehmens zu modernisieren und in Köln eine neue Spielbank zu bauen. WestSpiel ist nicht in der Lage, aus dem laufenden Spielbetrieb die erforderlichen Investitionsmittel zu erwirtschaften. Ohne die Einnahmen aus dem Verkauf der Bilder wäre das Unternehmen über kurz oder lang wohl ins Trudeln geraten. Ob es ertragreicher wird, wenn die Kasinos modernisiert sind, ist aber noch längst nicht ausgemacht. Gelingt es den Spielbanken nicht, mehr Zocker anzulocken, könnte sich WestSpiel schnell dort wiederfinden, wo es vor dem Verkauf der Warhols stand. Ob diese aufsehenerregende Operation für WestSpiel ein Gewinn ist, wird sich in einigen Jahren zeigen. Ein Verlierer der Aktion steht jedoch heute schon fest: die rot-grüne Koalition. Sie setzt derzeit alles daran, Sympathisanten zu vergraulen. Zuerst brachte sie die Beamten auf die Palme, als sie ihnen die Tariferhöhung verweigerte. Dann schickte sie zu wenige Polizisten zum Einsatz und trug so dazu bei, dass viele verprügelt wurden. Schließlich vergraulte sie auch noch Kunstfreunde und Künstler. Früher legte vor allem die SPD großen Wert darauf, von Künstlern und Intellektuellen unterstützt zu werden, weil sie davon überzeugt war, sie würden Trends setzen. Wenn das heute noch gilt, sieht es für SPD und Grüne düster aus. – Ulrich Horn

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6 Kommentare zu “Gewinn mit Verlust”

  1. […] würde Einzug in den Landtag schaffen…Kölnische Rundschau NRW: Gewinn mit Verlust…Post von Horn Bochum: Stadtwerke-Chef Bernd Wilmert hört 2015 auf…Der Westen Dortmund: Zu doof zum […]

  2. Roland Appel sagt:

    Wer sich in den letzten Tagen im Sendebereich der südwestlichen Rundfunkanstalten aufhielt, wurde jenseits nordrhein-westfälischer Nabelschau mit ganz anderen Fragestellungen konfrontiert: Zum einen, wieso der Staat, der stattdessen besser seine Schulen mit Laptops ausrüsten sollte, angesichts der aktuellen dramatischen Verlagerung von Handel und auch Glücksspiel ins Internet überhaupt auf die Schnapsidee kommen könne, NOCH einen Tempel einer offensichtlich sterbenden Branche zu errichten. Darüber hinaus fanden die Schwaben natürlich weniger den Verkauf der Bilder einen Skandal, als die Tatsache, dass wohl der Finanzminister auch noch Millionen verschenkt habe, weil er unnötigerweise mit Christie’s einen Garantiepreis vereinbart habe und sich das Land nun alles, was über diesem liegt, mit dem Auktionshaus teilen muss. Das hat die Opposition auch nicht gmerkt. Das Ganze scheint kein Partei-, sondern ein Bildungsproblem zu sein.

  3. Düsseldorfer sagt:

    Für Kraft ist die Rechnung ganz simpel: Als „Schuldenkönigin“ hat sie kein Geld mehr, um der landeseigenen Lotteriegesellschaft „WestLotto“ eine Alternative zur Finanzierung einer neuen Spielbank (einem „Räppelchen“ der Kölner Genossen) zu ermöglichen. Daher interveniert sie nicht, um den Tabubruch des Bilderverkaufs zu verhindern. Gewichtige Argumente, dass die Pop-Art einen besonderen historischen Bezug zu Nordrhein-Westfalen hat, weil Düsseldorfer und Kölner Künstler, Galeristen und Kuratoren diese Kunst bereits früh entdeckt, gefördert und künstlerisch reflektiert haben, und dass die avantgardistische Kunstszene der 1960er Jahre in NRW nicht ohne den Impuls der Pop-Art zu erklären ist, schlägt die kulturpolitische Bankrotteuse, deren Kunstverständnis sich auf dem Niveau des SPD-Ortsvereins Leverkusen Alkenrath bewegt (https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Beuys%E2%80%99_Badewanne), folgerichtig in den Wind. Wie sagte schon Bertolt Brecht: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“

  4. Düsselbarsch sagt:

    Bei allem Verständnis für die Initiative der NRW-Museumsdirektoren bleibt anzumerken: Weder diese amtlichen noch andere sich jetzt profilierende Kunstfreunde haben gegen die „Tresorhaft“ der Warhols protestiert. Erstere haben in all den Jahren die beiden Drucke nie zu einer Ausstellung ausgeliehen, um sie der Öffentlichkeit vorzustellen.

    Das Auktionshaus hat übrigens verlautbart, die neuen Besitzer stünden einer Ausleihe an Museen aufgeschlossen gegenüber.

  5. […] wackligen Argumenten?…Welt NRW: Die ISIS-Idioten…Bild NRW: Gewinn mit Verlust…Post von Horn NRW: Islamist aus Nordrhein-Westfalen verübt Selbstmordanschlag…Welt Debatte: Trotzige […]

  6. Katharina sagt:

    Wer geht schon in große Casinos, wenn an jeder Ecke eine Spielhalle, Spielhölle steht?

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