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Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Sissy, Soraya, Frauke

    Die AfD kann mit der Resonanz ihres Kölner Parteitags zufrieden sein. Die Partei ist zerstritten. Ihre Umfragewerte sind gesunken. Dennoch beherrscht sie die Schlagzeilen. Ihre Gegner, die in Köln aufmarschierten, und die Medien, die seit Wochen über jede Regung der kleinen Partei berichten, verschafften ihr wieder einmal unverhältnismäßig starke Beachtung. Großes Verdienst daran hat auch Frauke Petry. Sie betätigt sich in der AfD seit Wochen als Spaltpilz und scheint darüber an Einfluss zu verlieren. Bisher ließen sich die Medien von der AfD mit Beschimpfungen und Tabubrüchen zu üppiger Berichterstattung provozieren. Nun aber beginnen Journalisten, bei der AfD das Feld der Politik mit dem des Glamours zu verbinden, auf dem sich üblicherweise die Stars, die Beauties und die Royals tummeln. Der MDR versah seinen Vorbericht auf den AfD-Parteitag mit der Schlagzeile: „Schicksalstage für Frauke Petry?“ Erinnert das nicht an Romy und ihre Paraderolle, die Sissy? Langsam, aber unaufhaltsam wird Frauke in die Riege der Sissys und Sorayas samt ihrer vielen Nachfolgerinnen vorrücken. Die AfD mag Frauke schnöde beiseiteschieben oder gar vollständig ausmustern. Uns wird sie auf lange Zeit erhalten bleiben, nicht nur auf den Titelbildern der Magazine, die beim Friseur, im Wartezimmer des Hausarztes und in den Stadtcafés herumliegen, sondern vielleicht sogar als ständige Gästin bei der jährlichen Bambiverleihung. Ist das nicht tröstlich? – Ulrich Horn

Grüner Stabilisator

Sonntag, 19. Oktober 2014

Nebenbei

Die NRW-Grünen erwecken den Eindruck, als könnten sie den nächsten Landtagswahlkampf gar nicht mehr abwarten. Kürzlich legten sie sich fest, die Koalition mit der SPD fortzusetzen, sage und schreibe zweieinhalb Jahre vor der Wahl. Welchem Zweck dient die frühe Festlegung? Ist sie Teil eines internen Konflikts? Will die linke Mehrheit der NRW-Grünen verhindern, dass der Landesverband über die Öffnung zur Union diskutiert? An der grünen Basis ist man nicht nur über die Energiepolitik, sondern auch über die Haushalts- und Flüchtlingspolitik der NRW-SPD enttäuscht und entsetzt. Der Treueschwur dient dazu, die grüne Basis davon abzuhalten, die Politik der NRW-SPD zu attackieren und damit zur Erosion der rot-grünen Koalition beizutragen. Es gibt Bedarf, das Bündnis zu stabilisieren. Er wird von der SPD erzeugt. Die Grünen würden die Instabilität verstärken, wenn sie die Fehlschläge der SPD thematisierten. Die Harmonie in der Koalition wäre schnell dahin. Die Wahlchancen beider Partner würden sinken. Die Grünen betrieben 2010 die Minderheitsregierung. Nun stützen sie die Koalition. Bezogen auf die nächste NRW-Wahl ist ihre Koalitionsaussage nur von begrenztem Wert. Zwei Jahre sind in der Politik eine lange Zeit. Sollten die Grünen in den nächsten Monaten den Eindruck gewinnen, die NRW-Probleme seien mit der SPD nicht mehr zu lösen, werden sie sich neu ausrichten müssen, wenn sie nicht in der Opposition landen wollen. Die NRW-SPD wird sich in diesem Punkt wohl keine Illusionen machen, zumal die Grünen 2017 auch SPD-Wähler abwerben wollen. – Ulrich Horn

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9 Kommentare zu “Grüner Stabilisator”

  1. Freifrau sagt:

    Ich finde es erstaunlich, dass die eklatanten Fehler der Landespolitik nur der SPD angelastet werden. Fast ohne Skandalisierung durch die Medien – wird von der grünen Schulministerin Löhrmann die Inklusion auf dem Rücken der Betroffen (behinderten und nichtbehinderten) Kinder, der LehrerInnen und der Kommunen durchgepeitscht. Schauen Sie sich die Zustände in den Schulen an. Hospitieren Sie in Gymnasien, Gesamtschulen, Realschulen. Schauen Sie sich in Klassen um, in denen unvorbereitete Lehrer Kinder mit psychiatrischem Störungsbild unterrichten sollen – bei gleichbleibender Klassengröße von 30 Kindern, versteht sich. Wie schaffen es eigentlich die angeblich sozialen Grünen, eine solche Politik zu fahren, ohne dass sie jemand an den Pranger stellt. Kein Kind zurück lassen? – Ein (schlechter!) Witz ist dieser Slogan.

  2. Düsseldorfer sagt:

    @ Freifrau

    Stimmt, die Löhrmann ist nicht viel besser als ihre rote Schwester. Auf ihre Lehrer will sie angeblich „nichts kommen lassen“ – so eine Schlagzeile in der Rheinischen Post – aber die Zustände an den Schulen zeigen mir ein anderes Bild. Dort rollt ein Notstand mit Ansage auf uns zu. Neben den Anforderungen durch Inklusion müssen die Lehrer auch verdichtete und erhöhte Lehrinhalte bewältigen. Im Übrigen sehen Schulgebäude und Schulhöfe immer schlimmer aus. Auch Löhrmann trägt Verantwortung dafür, dass das gesamte Land auf Ramsch-Niveau heruntergewirtschaftet wird.

    • christoph sagt:

      @Düsseldorfer, wie schön, dass man alle heruntergewirtschafteten Bereiche in NRW und anderswo nur Rot/Grün anlasten kann, da glänzen die Schwarzen gleich viel besser. Und der Glanz färbt auch ab auf ‚Mutti‘ und diejenigen im Bund, die die Kohle verteilen.
      Erst müssen natürlich die Pfründe der Banker und anderen Eliten gesichert sein, dann kommen die Wiederwahlprojekte der eigenen Partei dran und zum Schluss kann man noch einige Schulen, Jugendtreffs und Straßen sanieren, wenn noch etwas Geld übrig ist im Sparhaushalt. Schöne neue Woche wünscht Christoph.

    • katharina sagt:

      Freifrau,
      Ihre Ansicht teile ich. Herr Jäger läßt auf seine Polizisten nichts kommen, Löhrmann läßt aus Lehrer nichts kommen. Dieser Arbeitsansatz bringt uns nicht weiter.
      Wenn bei Lehrer und Polizisten nicht hingeschaut und kritisiert werden darf, kann es weder Änderung noch Verbesserung geben. Bleibt alles beim Alten, nichts tut sich und Weiterentwicklung ist blockiert. Wer sich zuerst bewegt, verliert. Deshalb Vorsicht mit realen und schmerzhaften Veränderungen. Könnte die Macht kosten.
      Um was geht es hier und in anderen Politikfeldern? Bürger oder Partei?

  3. […] Grüner Stabilisator in NRW (Post von Horn) – […]

  4. Johannes Fischer sagt:

    @christoph

    Bei Pfründen der Banker im Zusammenhang mit NRW fällt mir eigentlich nur die WestLB ein, und da glänzen die Roten (um mich ihrer Farbenlehre zu bedienen) wesentlich eindrucksvoller als die Schwarzen.

  5. Martin Böttger sagt:

    @ Johannes Fischer
    Ohne mir die Polemik von @christoph zu eigen machen zu wollen, müssen Sie doch zur Kenntnis nehmen, dass in den Aufsichtsgremien der WestLB immer Schwarz und Rot zusammensaßen, egal wer von ihnen die Landesregierung beherrschte. Es gehörte immer zur Strategie des heute negativ-legendären Friedel Neuber, die Schwarzen mitspielen zu lassen. Und die taten es gern.

    • Johannes Fischer sagt:

      @Martin Böttger

      ich möchte gar nicht in Abrede stellen, dass auch die Christdemokraten vom System Neuber profitierten, weil sie ebenfalls in den Aufsichtsgremien saßen. Trotzdem würde ich den gesamten Komplex WestLB als sozialdemokratisches Husarenstück betrachten.

      Der ARD brachte vor 2 Jahren mal was unter dem Titel: Größenwahn und Selbstbedienung – Der Krimi um die West LB. Gibts als Kopie auch auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=3qdL7qxwd0U

  6. christoph sagt:

    Nochmal zu „grüner Stabilisator“, meine Farbenlehre ist es nicht, wenn von Rot/Grün oder erhofftem Schwarz/Grün geschrieben wird. Alle Welt benutzt solche Kürzel, z. B. wenn im Fernsehen die sog. Sonntagsfrage gesendet wird. Wenn’s weniger anstößig sein soll, dann könnte ich auch nach der Farbenlehre des Bundestages von Marineblau/Grün oder gar Himmelblau/Grün sprechen, es klingt allerdings etwas sperrig. Ich finde, wer das Kürzel Rot/Grün wie selbstverständlich benutzt, sollte auch Schwarz/Grün tolerieren. Mich berührt es auch jedesmal unangenehm, wenn z. B. über Gespräche berichtet wird zwischen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) u. „Kremelchef“ Putin. Diese gezielte Abschätzigkeit gegenüber dem Präsidenten der Russischen Förderation wirkt evtl. ähnlich wie meine ‚Schwarzen Eliten‘.
    PS.: Ich bin gegen Geldverschwendung, ob von ‚Rot‘ oder ‚Schwarz‘ verursacht, von der West-LB, Bayern- oder Sachsen-LB. Danke für den Link. – Herr Horn, nächstes Mal wird’s kürzer, versprochen.

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