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Nebenbei

  • Schwindende Scheinblüte

    Was denken sich die Wähler? Vor einem Jahr gaben sie der SPD bei Forsa 14 Prozent. Drei Monate später, bei der Bundestagswahl, machten sie die Partei mit 25,7 Prozent zur stärksten Kraft. Da die Union handlungsunfähig war, konnte SPD-Kandidat Scholz Kanzler werden. Heute, neun Monate nach der Wahl, befindet sich seine Partei auf dem Abstieg. Während Union und Grüne in Umfragen die absolute Mehrheit erreichen, ist die Kanzlerpartei auf dem Rückweg unter die 20-Prozent-Marke. Bei Forsa hat sie es bereits geschafft. Ihr Ergebnis bei der Bundestagswahl hat sich als Scheinblüte erwiesen. Die SPD droht wieder bei 14 Prozent zu landen. Scholz trägt das Seine bei. Er tritt in jüngster Zeit häufig auf. Dennoch rauschen auch seine Werte abwärts. Ob seine Auftritte den Niedergang forcieren oder mildern – wer weiß es? Sicher scheint, dass sich der Abwärtstrend der SPD beschleunigen dürfte, verlöre sie die nächste Landtagswahl am 9. Oktober in Niedersachsen. Sollte sich dort wie jüngst in Schleswig-Holstein und NRW eine schwarz-grüne Koalition bilden, könnte die SPD in Brand geraten. Es wäre an der Zeit, sich nach Hydranten und Wasserschläuchen umzuschauen. Auch in Niedersachsen sinken die Werte der SPD, während die der Union und der Grünen steigen. – Ulrich Horn

Der Welten Lohn

Donnerstag, 28. August 2014

Nebenbei

Es gab einmal einen Politiker, der erzielte einen großen Erfolg. Er kam zustande, weil ihm ein anderer Politiker geholfen hatte. Kurz nach dem Erfolg telefonierte ich mit dem Helfer. Sein erfolgreicher Parteifreund werde ihn nun doch sicher belohnen, sagte ich. Der Helfer antwortete skeptisch: „In der Politik ist Dankbarkeit flüchtig.“ Daran musste ich denken, als ich jüngst auf zwei Artikel stieß. Der eine stammt von 2011, NRW-Ministerpräsidentin Kraft war gerade ein Jahr im Amt. Damals kam Kritik auf, ihre Kontakte zur Wirtschaft seien unterentwickelt. Der Spiegel berichtete, der damalige WAZ-Geschäftsführer und frühere Berater von Ex-Kanzler Schröder, Bodo Hombach, habe seine Kontakte zur Großindustrie spielen lassen, um Kraft die Wirtschaft näher zu bringen. Über sein Verhältnis zu Kraft sagte Hombach damals dem Spiegel: „Ich glaube, das ist der Beginn einer schönen Freundschaft.“ Der zweite Artikel stammt vom 23. August 2014. Die Rheinische Post berichtete, SPD-Chef Gabriel habe Hombach für das Kuratorium der RAG-Stiftung vorgeschlagen – wohl vergeblich. Kraft solle sich gegen Hombach quergelegt haben. Da fiel mir wieder das Zitat jenes Politikers ein, der seinem Parteifreund zum Erfolg verholfen hatte: „In der Politik ist Dankbarkeit flüchtig.“ Der Volksmund formuliert schroffer: Undank ist der Welten Lohn. – Ulrich Horn

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6 Kommentare zu “Der Welten Lohn”

  1. […] Online NRW: Städte in NRW stöhnen über Flüchtlinge…RP Online NRW: Der Welten Lohn…Post von Horn Ruhrgebiet: Bochumer Betriebsräte warnen vor einem Arbeitsmarkt-Kollaps…Der Westen […]

  2. Herrmann Hirsch sagt:

    Nicht alles, was der Spiegel berichtet, muss auch richtig sein. Wie man weiß, setzt sich Hombach immer gerne in ein positives Licht. Auch bei Schröder drängte er sich schon in den Vordergrund. Aber der hatte ihn immerhin angeheuert. Kraft nicht. Die Frage ist: Wie schütze ich mich vor Freunden?

  3. Kritikus sagt:

    „In der Politik ist Dank flüchtig“. Eine Binse! Ich bin froh darüber, dass das so ist, denn: Was würde der Autor wohl dazu sagen, wenn ausgerechnet ein Motiv wie Dankbarkeit Grundlage von politischen Entscheidungen würde?

  4. Markus sagt:

    Na ja, der „gute Bodo“ hat auch schon so manchen „Parteifreund“ über die Klinge springen lassen …

    „WIR IN NRW“ ist aber trotzdem ein gutes Motto 😉

  5. Martin Böttger sagt:

    Hombachs Karriereweg ist gepflastert von Intrigen. Das wird Frau Kraft nicht verborgen geblieben sein. Die Stadt, aus der beide stammen, ist ja nicht allzu groß. Er selbst ist schon mehrmals über seine Eitelkeit gestolpert. Seine Ausflüge in verschiedene Bereiche der „Großindustrie“ haben überwiegend kein gutes Ende genommen. Das Durchstechen von Gerüchten, wie die von Ihnen verlinkte RP-Meldung, eignet sich kaum für seriöse Bewerbungen.
    An der RP-Meldung fällt außerdem die Rivalität zwischen Gabriels Niedersachsen-Seilschaft und NRW/Kraft auf. Dass man gegen Niedersachsen-Seilschaften eine Allergie hat, kann ich nach der Wulff- und der Edathy-Affäre nachvollziehen. Mir geht es so, das mein Vertrauen in Frau Kraft angesichts solcher Meldungen eher wächst.

  6. kuba4711 sagt:

    Wenn Du solche Freunde hast, dann fühlst Du dich bei deinen ausgewiesenen Gegnern wohler…. Und auf kaum eine politische Person des Zeitgeschehens trifft dies wohl passender zu als bei Herrn Hombach.
    Es gehört ja hoffentlich inzwischen zum Allgemein-Wissen, welche Rolle dieser Mann beim Durchstechen des Neoliberalismus im Auftrag des Brioni-Kanzlers in der sogenannten rosa-grünen Koalition gespielt hat. Eine weitere Wegstrecke auf diesem politisch-ökonomischen Holzweg mit dem Politfreund Hombach als Pfadfinder, und die SPD – nicht nur in NRW – bewirbt sich demnächst um das Erbe der FDP. Ansonsten ist es ja so, dass gute Kontakte zur Wirtschaft immer positiv zu bewerten sind. Allerdings sollten sich diese Kontakte auf Adressen konzentrieren, die geschnallt haben, dass Ökonomie ein Kreislauf ist. Will sagen: Nicht nur der unternehmerischen Angebotsseite muss es gut gehen, sondern den Kunden bzw. den Verbrauchern dieser Wirtschaft und Dienstleistern ebenfalls.
    Sprich: Eine Sozialdemokratie mit politischer Zukunft, die sollte sich wieder mehr auf diese Nachfrage-Seite konzentrieren. Und auch den Staat in aktivem Eingreifen halten, sowohl als Investor wie auch als Verbraucher.
    Damit könnte man ,endlich und überfällig , klare politische Kante gegen die ideologische Ausrichtung des Herrn Hombach und seinen Freunden setzen. Liebe Hanni: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

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