Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Nebenbei

  • Drei Frauen, ein Mann

    Das TV-Duell zwischen Ministerpräsidentin Kraft und CDU-Herausforderer Laschet entscheidet nicht die NRW-Wahl. Dennoch bot es interessante Aufschlüsse – weniger über die Pläne der beiden Spitzenkandidaten als über die Persönlichkeiten selbst. 1. Kraft beschädigte ihr Image als nette Landesmutter. Gleich von Anfang an zeigte sie sich, wie man sie im Düsseldorfer Regierungsviertel kennt: unwirsch, ungeduldig, auch zickig. Sie fährt schnell aus der Haut und andere an, wenn sie meint, die kämen ihr quer. Im TV-Duell bestätigte sie die Hombach-Maxime: Gegen die Wirklichkeit kann auf Dauer kein Image bestehen. 2. Krafts Versuch, das Duell zu dominieren, misslang. Schon zu Beginn erregte sie sich heftig, als wollte sie die Fassung verlieren. Später lächelte sie auch abschätzig über Laschet. Wäre er gegenüber ihr so aufgetreten wie sie gegenüber ihm, hätten sich alle Daumen über ihm gesenkt. 3. Kraft war taktisch schlecht vorbereitet. Über weite Strecken hing sie in der Defensive. Mittel, ihr zu entkommen, fand sie kaum. Selbst wenn sie lautstark angriff, lief sie in Laschets Konter. Präsidentinnenhaft wirkte sie nicht. 4. Inhaltlich hat sie wenig anzubieten. Sie will mehr Polizisten, kostenlose Betreuung in Kindergärten und das Projekt, kein Kind zurückzulassen, weiter ausdehnen. Wie sie das Ruhrgebiet auf die Beine bringen will, das ganz NRW herunterzieht, bleibt ihr Geheimnis. 5. Laschet war taktisch klug eingestellt. Er hatte es mit drei Frauen zu tun, mit Kraft und den beiden Moderatorinnen. Er bewältigte die Aufgabe, ohne unangenehm anzuecken. Er formulierte seine Kritik höflich und verbindlich. Dennoch zwang er Kraft, sich als die Persönlichkeit zu zeigen, die sich sonst hinter der Rolle der Landesmutter verbirgt. Er hob sogar Konsenspunkte hervor. Sein Auftritt war dazu angetan, für die CDU auch Frauen zu gewinnen, denen man nachsagt, sie tendierten zu Kraft. 6. Sie allzu heftig anzugehen, konnte sich Laschet ersparen. Der Eindruck, sie habe NRW herunterwirtschaftet, hat sich derart breit festgesetzt, dass er sich wie ein roter Faden durch alle Fragen der Moderatorinnen zog. – Ulrich Horn

Ohne Knast ehrenwert?

Mittwoch, 12. März 2014

Nebenbei

(uh) Ob Hoeneß 3,5 oder 30,5 Millionen hinterzog, mag für die Strafe, die ihn erwartet, von Bedeutung sein. An einer Tatsache ändert der hinterzogene Betrag nichts: Hoeneß hat die Bürger über viele Jahre um Steuern betrogen. Übrigens auch die Bayern-Fans, die ihr brav versteuertes Geld zur Stadionkasse tragen. Ob Hoeneß bestraft oder freigesprochen wird, ist zweitrangig. So oder so bleibt er ein Steuerbetrüger. Der Umstand, dass ein Mann mit diesem Makel den Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft führt, ist eine bemerkenswerte Premiere. Ebenso der Umstand, dass die Vorstandschefs renommierter Konzerne, die im Aufsichtsrat dieser AG sitzen, den Steuerbetrüger in dem Gremium halten und es von ihm leiten lassen. Damit nicht genug: Sie helfen dem Steuerbetrüger sogar bei seiner Verteidigung, indem sie sein Verbleiben im Amt davon abhängig machen, dass er nicht ins Gefängnis muss. Als ob es die Bestrafung wäre, die Hoeneß zum Steuerbetrüger macht. In der Logik der Manager käme jede Bestrafung, die ihn nicht ins Gefängnis bringt, einem Freispruch gleich und machte ihn wieder ehrenwert. Die Nibelungen-Treue der Manager im Bayern-Aufsichtsrat erweckt den Eindruck, der Spekulant habe sie in der Hand und stecke mit ihnen unter einer Decke. Haben sie etwas zu verbergen? Und wenn ja – was?

Schlagwörter: , , ,

23 Kommentare zu “Ohne Knast ehrenwert?”

  1. Roland Appel sagt:

    Das ist der Zustand demokratischen Rechtstaats im Jahr 2014. Mafiosi wie Höneß können sich öffentlich als verfolgte Unschuld zelebrieren, während die Regierung nichts dabei findet, dass alle ihre Bürgerinnen und Bürger durch die NSA ausgespäht werden. Nein, dieselbe Regierung will die Vorratsdatenspeicherung wieder einführen, und unterstützt skrupellose Oligarchen und Neonazis in der Ukraine. Es wäre schön, wenn unser Außenminister die Worte „Menschenrechte“ und „Selbstbestimmung“ mal ähnlich aggresiv im Munde führen würde, wie in Russland, wenn er sich in Saudi-Arabien, Quatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, oder in Ungarn befindet.

  2. Roland Appel sagt:

    Ach so: Und die Herren, die mit ihm im Aufsichtsrat sind, teilen eins mit ihm: Sie verdienen soviel Knete, dass sie sich über dem Gesetz und außerhalb unserer Gesellschaft stehend fühlen. Sie rechnen nicht damit, dass sie sich an „normalen“ Maßstäben messen müssen. Sie sind „die Elite“.

  3. In diversen Fernsehrunden vermitteln die Diskutanten den Eindruck, wie kann Hoeneß vor einer Gefängnisstrafe bewahrt werden.
    Der Fußballheld muß weiter strahlen, egal was er sich, dem Verein, den Fans von FCB oder dem Fußball überhaupt angetan hat. Ein Ehrgefühl scheint ihm völlig abhanden gekommen zu sein. Hätte er Schaden abwenden wollen, wäre er sofort von seinem Amt zurückgetreten oder hätte es ruhen lassen. Hoffentlich gibt es für ihn keinen Promi-Bonus bei der Strafzumessung. Eigentlich muss die Möglichkeit der Selbstanzeige abgeschafft werden.

  4. Martin Böttger sagt:

    Exakt die richtigen Fragen. Und eine grandiose Aufgabe für das sich selbst feiernde Rechercheteam von NDR, WDR und ….. der Süddeutschen Zeitung!

  5. […] Ohne Knast ehrenwert? In der Logik der Manager käme jede Bestrafung, die ihn nicht ins Gefängnis bringt, einem Freispruch gleich und mache ihn wieder ehrenwert. Die Nibelungen-Treue der Manager im Bayern-Aufsichtsrat erweckt den Eindruck, der Spekulant habe sie in der Hand und stecke mit ihnen unter einer Decke. Haben sie etwas zu verbergen? Und wenn ja – was? Quelle: Post von Horn […]

  6. Syntagma sagt:

    Ja ja. Ich kann’s bald nicht mehr hören. Hoeneß, Steuerbetrug, Steuerhinterziehung. Lenkt einfach so schön ab von der viel schlimmeren Steuerverhinderung der Großkonzerne, dort geht’s um Milliarden. Aber der Michel soll mit Hoeneß seine Rache ausleben.
    Im übrigen ist die Steuereintreibung unter Androhung physischer Gewalt ebenso ein Verbrechen und Diebstahl. Denkt mal drüber nach.
    PS: Der Mann wird sich in Zukunft wohl nie wieder sozial engagieren.

    • Das ist das Problem der Steuergesetzgebung. Ist aber änderbar, wenn die im BT sitzenden Parteien es wollen. Die USA sind in dieser Hinsicht viel rigoroser.

    • Hätte er seine Steuern ordentlich, das heißt nicht nur für den relevanten Zeitraum, sondern von Anfang an und in voller Höhe bezahlt, hätte man auf seine Spendengroschen verzichten können.
      Diese Großkotzende beruhigen ihr schlechtes Gewissen mit abzugsfähigen Spenden und werden dann von den “Fans” noch als “Gutmenschen” umjubelt.

  7. Jeronimo sagt:

    Von was für einem Gesetz redet Ihr da eigentlich? Schaut doch mal in die Abgabenordnung auf §415:http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__415.html

    Die Steuergesetze sind nie in Kraft getreten!!! Was werft Ihr den Nicht-Steuerzahlern eigentlich vor? Wacht endlich auf!!

  8. Syntagma sagt:

    Und noch was: Seht ihr denn nicht, wie der Staat das Steuersubstrat ohne Reue und Verantwortung zum Fenster hinaus wirft? Illegale Kriege werden geführt, in denen unschuldige Zivilisten ermordet werden. Seht ihr denn nicht, wie der Staat Hartz-IV-Empfänger als Menschen 2. oder 3. Klasse gängelt und diskriminiert? Wie der Staat einen neuen Weltkrieg mit Russland provoziert, wie er den Grosskonzernen Geld hinterher wirft, indem sie die Gesetze von denen schreiben lassen? Die Banken werden bei Verlusten vollständig sozialisiert, Gewinne werden aber privatisiert. Dann wollen sie mit dem Steuergeld auch noch die Gen-Tech-Mafia nach Europa holen (Die Stimmenthaltung Deutschlands war doch an Feigheit nicht zu überbieten). Mit TTIP werden auch noch US-Interessen in Geheimverhandlungen untermauert, ja sogar Gewinne werden garantiert. Und das alles und noch mehr auf Kosten des ehrlichen, wenn auch dummen Steuerzahlers.

    Eines ist doch offensichtlich: Sobald der Staat mit seinem Steuergeld irgendetwas anfasst, geht es in die Hose. Der Staat verschwendet die Arbeitsleistung seiner Bürgenden, und trotzdem nimmt er immer mehr Kredit zu Lasten späterer Generationen auf. Das ist in meinen Augen höchst verantwortungslos, betrügerisch – ja gar kriminell.

    Wenn ein Horneß schlau wäre, würde er seine Steuervereitelung an Gewissenskonflikten fest machen. Eine kriminelle Vereinigung wie den Staat sollte man nicht finanziell unterstützen, solange dieser unorganisierte Kriminalität betreibt.

    So, und jetzt macht mich fertig, ihr staatsgläubigen, neidgeplagten Michel.

    • Wachgeworden sagt:

      Das eigentlich Schlimme an deinen Zeilen ist, dass du leider Recht hast. Die BRD GmbH verar…. uns alle. Was die meisten vergessen, die Zeit, die wir aufbringen um unser Geld zu verdienen, ist Teil unserer Lebenszeit. Wir werden also nicht nur um unser sauer verdientes Geld betrogen,sondern um unsere persönliche Lebenszeit.

  9. Samson sagt:

    Syntagma: Dem ist wohl nichts hinzuzufügen!

  10. Ralf sagt:

    Ich finde, der Mann gehört freigesprochen. Wenn jemand sein Eigentum vor dem Zugriff einer Bande von Räubern und Erpressern in Sicherheit bringt, dann ist dies sein gutes Recht.

  11. Nils Greffenius sagt:

    Genau meine Meinung. Schon nach dem Bekanntwerden der Steuerhinterziehung habe ich mich gefragt, wieso wird er nicht gegangen. Wäre konsequent. Und da dachte ich mir, weiß der Hoeneß etwas, welches nicht ans Tageslicht kommen darf?

  12. Rosi sagt:

    Konzern-Kuben und Staats-Kuben, eine Ethnie für sich

    @Syntagma: „So, und jetzt macht mich fertig, ihr staatsgläubigen, neidgeplagten Michel.“

    Um Sie „fertig zu machen“, ist mir ihre Logik zu simpel und in sich selbst von Widersprüchen durchzogen. Für einen Augenblick hielt ich das glatt für Satire und habe mich entschlossen, das nicht ernst nehmen zu können. Doch es regt meine Phantasie an, und Sie haben sogar Fans. Insoweit: Danke dafür, das nenne ich Real-Satire.

    @Syntagma: „Ja ja. Ich kann’s bald nicht mehr hören. Hoeneß, Steuerbetrug, Steuerhinterziehung. Lenkt einfach so schön ab von der viel schlimmeren Steuerverhinderung der Großkonzerne, dort geht’s um Milliarden.“

    Klar, Konzerne bestehen nur aus einem Konstrukt, so etwas wie Kuben, und sie haben nur mittelbar mit menschlichen Wesen zu tun. Einzig und allein für die Kuben werden z.B. Steuern verhindert und Abkommen getroffen, ganz im Sinne des Konstruktes.

    Dahinter stehen also keine menschliche, von persönlichen Interessen geleite Individuen, die sich zu einem Kollektiv verbinden und diesen Kubus zu ihrem Vorteil zu nutzen gedenken, welches erst durch das Kollektiv relevante Dimensionen erreichen könnte.

    Also muss es sich um etwas anderes handeln, solches, was wir gar nicht kennen und noch nirgends in der Literatur adäquat beschrieben wurde. Möglich, es ist tatsächlich außerirdisch oder wurde von der Artenforschung bisher übersehen. Vergleichbar vll. mit Kuben ohne Borg. Eher eine lebendige Mischung einer Kubus-Gestalt, die als eigenständige Lebensform mehr auf Symbionten setzt, ähnlich der Goa’uld, nur wesentlich größer.

    Also ein Kubus, den man mit dem Begriff Konzern konnotiert, bei dem sich keinesfalls über Einwirkung eines menschliches Symbionten-Kollektiv eine Steuerminimierungspolitik ergäbe, die sich nachher auf Einzelindividuen aufteilen ließe. Und sollte es doch einmal anders sein, ganz zufällig vll., und bei den Konzern-Kubus-Kollektiv-Individuen Millionenbeträge kleben bleiben, dann wären das doch nur wieder Beträge, die niemanden zu interessieren hätten. Ist eh nur Peanuts, den der Bruder des Konzern-Kubus, also der Staats-Kubus, sich unrechtmäßig einverleben und verschwenden würde.

    Richtig, Sie haben Recht, man muss stets das Ganze im Auge behalten, und das wäre dann tatsächlich nur der Konzern-Kubus und der Staats-Kubus, was tangieren uns einzelne Symbionten. Es gibt gar keine Investoren, keine Anleger, keine Eigner, keine Mänätscher und Vorstände in dem Sinne. Das sind alles völlig fremdgesteuerte Symbiosen, die sich kollektiv im Lebewesen Kubus vereinigen.

    Das gilt natürlich auch für Aufgaben, wie ein TTIP-Abkommen zu initiieren. Damit vermehrt kein menschlicher Symbiont seinen Reichtum (die tun so etwas nicht), das betrifft ausschließlich eine Kooperation des Konzern-Kubus mit einem Staats-Kubus. Ein Akt auf Augenhöhe, also quasi von Kubus zu Kubus, meine ich.

    Wir sollten am besten einfach alle Strafgesetze fallen lassen und nur noch solche verfolgen, die wir für die „viel schlimmeren“ bzw. „schlimmsten“ Vergehen halten bzw. uns gleich auf die Kubus-Ethnie konzentrieren.

    Das tun wir ab heute nur deswegen, damit die Zuschauer, sprich das Volk (also die Symbionten) nicht weiter mit bis jetzt noch justiziablen „Kinkerlitzchen“ der anderen Symbionten in den Medien belästigt werden. Schließlich gibt es viel schlimmere Dinge auf der Welt, da haben Sie Recht, wir sollten den Fokus stets nur auf das Schlimmste richten und uns nicht mit Klein-Klein aufhalten.

    Wieso wir uns allerdings dann noch mit den verschiedenen, niederen Aufgabenbereichen innerhalb der jeweilige Kuben, also bspw. ‚Vier von Hartz‘ oder dem ‚Gen von ‚Mafia‘ usw. beschäftigen sollen, wo uns doch durch den Staats-Kubus nicht selten sogar offener Symbionten-Mord geboten wird, erschließt sich mir nicht ganz. Finde, dort ist ein Logikbruch in Ihrer Argumentationskette zu erkennen. Denn es gibt weit schlimmeres auf der Welt als Chlor-Huhn, Gen-Mais und Hartz IV. Mancher Stöppke in Äthopien (oder in Katar) wäre doch froh, er hätte Gen-Mais und ein Chlor-Huhn auf dem Teller, von einem monatlichen Hartz IV-Budget will ich erst gar nicht sprechen (wie Sie sehen, wäre das ganz im Sinne Ihrer „Logik“).

    Natürlich interessiert sich der Symbiont ‚Hoeneß von Spiel‘ auch nicht sehr für ‚Vier von Hartz‘. Wieso sollte er auch, wenn aus dieser Richtung etwas Gewinnmaximierendes an seiner Zellhaut kleben bleibt, liegt es doch am Kubus und nicht am Symbionten. Und Symbiontenkollege ‚Kaiser von Spiel‘ interessiert sich ebenso nicht für ‚Sklave von Katar‘. Ihre Haupt-Symbionten-Aufgabe liegt darin, andere Symbionten mit guten Spielen bei Laune zu halten, und so soll es sein. Kann es etwas Wichtigeres geben? Nein, denn für das Brot (u.v.a.m.) sind wieder andere Symbionten zuständig, Sie verstehen?

    http://ver38.wegewerk.org/meldungen/dumpingloehne/hungerlohn-vorwuerfe-gegen-wurstfabrik-von-uli-hoeness

    Im Zweifelsfall, wenn sich die neue Ethnie Kubus noch nicht näher bestimmten lässt, könnten wir doch in der Zwischenzeit Schlimmsten-Vergehen-Hitlisten aufsetzen. Was halten Sie davon?

    @Syntagma: „PS: Der Mann wird sich in Zukunft wohl nie wieder sozial engagieren.

    Klar, das lässt nur einen Schluss zu: Neid, wie könnte es auch anders sein. Gott bewahre, eine solche symbiotische Lichtgestalt mit der Aufgabe Spiele müsste auch noch an den Kubus-Staat Steuern zahlen. Und der wüsste mit solchem Peanuts doch gar nichts Vernünftiges anzufangen. Wo kommen wir denn da hin? Ist uns Symbionten denn nicht klar, was uns drohen könnte?

    Man stelle sich auch nur vor, speziell dieser Spiele-Symbiont würde seine Tätigkeit an den Nagel hängen. Womit sollte man dann die vielen Symbionten unterhalten, wie nur von ihrem schwer erträglichen Symbionten-Los ablenken? Schlimm, schlimm … in der Tat.

  13. So sehen das die griechischen Reeder auch. Sie sind von der Steuer befreit. Wie sagte doch ein Reeder im Interview.: „Dann kann ich das Geld gleich der Mafia geben!“
    Dafür dürfen die Steuerzahler aus Nord/Mitteleuropa die Schulden bezahlen. Die griechischen Millionäre kaufen derweil Immobilien in London und Berlin. Oder sie bunkern es in der Schweiz (?) oder auf den Cayman Islands. Noch Fragen?

    • Rosi sagt:

      Ne, ne, Sie verstehen da etwas völlig falsch, Herr Grossheim. Kommentator Syntagma (und Fans) hat doch anschaulich dargestellt, was uns zu kümmern hätte.
      Sehen Sie, lieber Herr Grossheim, habe doch gerade von ihm lernen müssen, es gibt gar keine menschlichen Einzelindividuen-Millionäre hinter Milliarden-Konzern-Kuben, die mittels eines solchen Konstrukts im Millionen-Bereich reich werden könnten (erst recht dann nicht in Dimensionen von Milliarden). Und wenn doch, dann sind das keine relevanten Hausnummern und/oder es würde ausschließlich einem Missbrauch zugeführt. Das lenkt uns nur vom großen Ganzen ab. Erinnert an die Spiele aus Rom, das sollten wir längst hinter uns gelassen haben. Hach, immer diese Säue, die durchs Dorf getrieben werden …. und es werden auch noch immer mehr …
      Einzelpersonen, wie der arme ‚Hoeneß von Sport‘-Symbiont, die sind völlig unschuldig und sollten mitnichten zur Rechenschaft gezogen werden. Wir haben uns lediglich an Kuben-Konstrukte zu halten (wie kommuniziert man eigentlich mit denen, weiß das schon jemand?). Dann gibt es konsequenterweise doch auch keine Reeder als Individuen mehr, wie kommen Sie also auf derartig Abstruses? Was kann denn der Mehrfach-Millionär-Symbiont eines Reeder-Kubus dafür, wenn der Kubus selbst eine Steuervermeidungspraxis verfolgt? Richtig, eben nichts!

      Also geht’s noch, wie sind Sie denn drauf? Lassen Sie den armen Hoeneß-Symbionten und erst recht die griechischen Reeder-Symbionten aus dem Spiel. Gerade letztere haben schon genug gelitten, haben sie nicht gelesen, wie sich der griechische Staats-Kubus die letzte Zeit aufführt, wie sehr sie unter ihm zu leiden haben? Sie unterstellen doch jetzt den Reeder-Symbionten keine böse Absicht. Jetzt geht aber los, wa? Nein, der Staats-Kubus hat ihnen keine Wahl mehr gelassen, sind konnten nur noch auf die Caymanns fliehen. Davon abgesehen machen die Milliönchen eines Einzelnen den Braten nicht fett. Also wieso lassen wir sie nicht endlich in Ruhe ihr Ding machen?
      Dass so ein paar Symbiontenhansel, wie Sie einer sind, das einfach nicht kapieren wollen … ;). Weiß der Geier, liegt vll. am Neid, vll. auch am ablenkenden Spielefaktor. Schlimmstenfalls ist es sogar eine Kombination davon.

  14. Rosi sagt:

    PS: Aber macht Euch keine Sorgen, die Konzern-Kuben werden schon ihren Symbionten-Schützling mit dem speziellen Dauerablenkungs-Unterhaltungswert ‚Spiele‘ beschützend beiseite stehen.

    Sie haben ganz sicher volles Verständnis für das Verhältnis ihres Schützlings zum Steuer-Obolus, da bin ich mir sicher, damit kennt man sich aus. Man könnte fast formulieren, es sind so etwas Leidensgenossen. Die Kuben leiden mit ihren Symbionten, passen auf sie auf und beschützen sie. Da geht mir doch glatt das Herz auf, Gott ist das niedlich:

    „Im Aufsichtsrat sitzen als stellvertretende Vorsitzende die Chefs von Adidas und Audi, dann als Mitglieder die Chefs der Deutschen Telekom und ein ehemaliger Verwaltungsratsvorsitzender der UniCredit Group, außerdem der Herausgeber des Nachrichtenmagazins Focus Markwort und der ehemalige Ministerpräsident von Bayern, Stoiber.

    Diese Herren haben dafür gesorgt, dass Hoeneß Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident blieb“

  15. kuba4711 sagt:

    Der Fall Hoeneß wird von interessierter Seite auch dazu benutzt, um einen Propaganda-Krieg zum einen gegen den Otto-Normal-Steuerzahler zu führen; und zum anderen wird versucht, die Menschen in unterschiedlich wertvolle Mitglieder der Gesellschaft einzuordnen.
    Wer Misstände im Staatswesen und die Tatsache, dass der Staat in vielen Fällen gegen seine Bürger arbeitet, dazu benutzt, den Zweck von Staatlichkeit überhaupt in Frage zu stellen, der kämpft gegen die große Mehrheit der Bürger, die auf eine gemeinschaftliche Bewältigung von Wechselfällen des Lebens angewiesen sind.
    Denn ohne staatliche Strukturen gäbe es so etwas wie die Sozialversicherungssysteme z.B. nicht. Wenn man also im Falle dieses prominenten (noch-) FC Bayern-Präsidenten quasi eine Art Notwehr-Situation gegen einen oft falsch agierenden Staat postuliert, dann setzt man sich dem Verdacht aus, auch bestimmte staatliche Strukturen in Frage stellen zu wollen. Also z.B. die Sozialversicherungssysteme. Die wiederum auf ein Höchstmaß an Steuerehrlichkeit angewiesen sind.
    Eben nicht nur von den Menschen, die unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdienen. Sondern auch – und gerade – die Einkommensmillionäre wie Hoeneß, die Milliardäre und die professoralen Besser-Verdiener der sog. AfD sehe ich da laut dem Grundgesetz unserer Verfassungsväter in der Pflicht. Warum?
    Weil hervorragende Einzel-Leistung sehr selten aus sich heraus erwächst, sondern weil eine entsprechende Infrastruktur die Basis schafft und Voraussetzung ist. Es besteht in gewissen bürgerlichen Kreisen die Gefahr, dass ein falsch verstandener heroischer Abwehrkampf gegen den bösen Staat in einen tatsächlichen Kampf gegen die Bevölkerungsteile mündet, die – wie gesagt – auf staatliche Strukturen angewiesen sind.
    Ein Fall – wie hier der von Herrn Hoeneß – wird aber auch oft instrumentalisiert ,um prinzipiell eine Wertigkeit zwischen den Steuerzahlern in den Köpfen zu zementieren. Hier der Otto-Normalo mit gläsernen Steuer-Taschen, der schon mit Lohn-Erhalt automatisch zur Kasse gebeten wird. Und dort die wertvollen sog. Leistungsträger der gehobenen Society, wie Hoeneß und seine Vorstands-Kumpels im Präsidium des FC Bayern. Und selbstredend können die nach ihrem Selbstverständnis selbst darüber entscheiden, ob, und wenn, wie viel und für was sie Steuern an den Staat zu zahlen bereit sind. Warum? Weil sie angebliche Leistungsträger, und weil sie sozial sind.
    Als abhängig Beschäftigter lehne ich eine derartige Selektion der Steuerzahler ab. Denn die eigentlichen Leistungsträger dieser Gesellschaft, dies sind die breite Masse der Arbeitenden und die Steuern Zahlenden dieses Landes. Nicht sich selbst beweihräuchernde sog. Eliten.

    • Rosi sagt:

      @kuba4711:„Der Fall Hoeneß wird von interessierter Seite auch dazu benutzt, um einen Propaganda-Krieg zum einen gegen den Otto-Normal-Steuerzahler zu führen; und zum anderen wird versucht, die Menschen in unterschiedlich wertvolle Mitglieder der Gesellschaft einzuordnen“

      Hhhm, um darauf reinzufallen, muss man m.E. doch schon sehr einfach strukturiert sein. Denke nicht, dass es die Masse betrifft und damit noch Punkte im Volk zu gewinnen wären (so blöde kann m.E. nur eine Minderheit sein).

      Wenn all jene, die das befürworten, derart argumentieren, wie ich das hier lesen durfte … dann mache ich mir wenig Sorgen, dass solche Manipulationen erfolgreich Einlass in Volkes Hirn finden.

      Also davon abgesehen, dass offensichtlich dem Volk gerade diese „sich selbst beweihräuchernde sog. Eliten“, die sich offensichtlich über Volkes Pflichten erhaben sehen, dem Volk vermehrt ziemlich auf die Eier zu gehen scheinen. Und bis auf wenige Ausnahmen den meisten schon klar sein dürfte, dass Konzerne keine selbständige Lebensform darstellen, sondern dass Menschen dahinter stehen, die gerade auch durch Steuerersparnisse vermehrt Gewinne in ihre Taschen scheffeln, die sie dann nachher auf die Caymans schleppen zu meinen müssen und dafür auch noch bedauert werden. Gott, die Armen …

      Also entgegen jeder elitären Predigt, langsam reicht es dem Volk, sogar ganzen Völkern, würde ich formulieren.

      • kuba4711 sagt:

        @Rosi.
        Ich würde mir das Gleiche wünschen wie Sie. Aber jetzt versuche ich klassisch zu argumentieren: „Ihre Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!
        Denn das Wahl-Verhalten der Mehrheit dieses Volkes läßt auf einen nur sehr geringen Erkenntnis-Gewinn rückschließen, sorry!
        Trotzdem wünsche ich Ihnen alles Gute, und weiter so in ihrer politischen Sichtweise! :-)))))

  16. Rosi sagt:

    Aus der Sicht eines Gläubigen argumentiert (;-)):

    Sehen Sie, kuba4711, der Unterschied zwischen einem Gläubigen und einem Ungläubigen liegt im Glauben. Dort findet er eine Kraft und Zuversicht, die dem Ungläubigen doch so bitterlich fehlt und ihn in schiere Verzweiflung zu stürzen vermag, wie der nachfolgende Trailer anschaulich und recht abschreckend darstellt ;):

    http://www.youtube.com/watch?v=og1JQiKmmWQ

    :)))

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.