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Nebenbei

  • Versager als Wegweiser

    Die CDU ist gespalten. Die Zuwanderung hat diesen Befund offenbart. Die Suche nach einem Merkel-Nachfolger hat ihn bestätigt. Der konservative CDU-Flügel, der mehr sein will, als er ist, hat die AfD stark und die CDU schwach geredet. Das Ergebnis: Die Union begann zu verdorren, die AfD zu erblühen. Nun kritisieren die Konservativen den Schaden, zu dem sie beitrugen. Obendrein wollen sie ihn nutzen, um die Führung der CDU zu übernehmen.Die konservativen Spitzenkräfte Schäuble und Oettinger fördern den Kandidaten Merz. Er verspricht, die AfD zu halbieren und die Union auf 40 Prozent zu bringen. Was davon zu halten ist, wird klar, schaut man sich die Hochburg der Konservativen an, die CDU Baden-Württemberg. Dieser stockkonservative Verband, dem auch Schäuble und Oettinger angehören, verkörpert wie kaum ein anderer den Niedergang der CDU. Vor zehn Jahren begannen die Konservativen, den Verband herunterzuwirtschaften. Das Ergebnis: Seit 2011 regiert in Stuttgart ein grüner Ministerpräsident. Die Landes-CDU hockte eine Legislaturperiode lang in der Opposition. Seit der Landtagswahl 2016 darf sie wieder mitregieren, aber nur als Juniorpartner der Grünen. Schäuble und Oettinger haben ihren erzkonservativen Verband zur zweiten Kraft im Land verkommen lassen. Das Versagen der CDU Baden-Württemberg hat auch die Bundespartei stark geschwächt. Ausgerechnet dieser Verband will nun der Bundes-CDU den Weg in die Zukunft weisen – mit Merz an der Spitze. Der Blick nach Baden-Württemberg zeigt, was der Bundes-CDU blüht, wenn sie der Empfehlung der Baden-Württemberger Schäuble und Oettinger folgt, Merz zum Vorsitzenden macht und nach rechts rückt: Die CDU wird verkümmern, die AfD wird stabilisiert, und die Grünen werden profitieren. Alles reine Spekulation? Von wegen. Die CSU hat das, was der CDU mit Merz an Spitze drohen würde, in Bayern unter Seehofers und Söders Führung bereits hinter sich. – Ulrich Horn

Konkurrenzlos schlecht

Sonntag, 10. November 2013

Nebenbei

(uh) Die Schulpolitik der 16 Bundesländer ist einer jener Skandale, die hingenommen werden, weil die Hoffnung, es könne sich etwas zum Guten wenden, längst verflogen ist. 15,5 Milliarden Euro pro Jahr gibt allein die NRW-Regierung für Schule und Weiterbildung  aus. Das Ergebnis: Jeder siebte Erwachsene in NRW kann nicht lesen und schreiben. Sage und schreibe 14 Prozent der Erwerbsfähigen befinden sich auf dem Wissensstand von Drittklässlern. Diese riesige Misserfolgsrate, die mit riesigen Steuermitteln produziert wird, ist für die Schulbürokratie und die Landesregierung beschämend. Unternehmen mit solchen Resultaten sind nicht konkurrenzfähig. Sie verschwinden vom Markt. Viele Betroffene besuchten NRW-Schulen. Diese Kinder wurden zweifellos zurückgelassen. Es stellt sich die Frage: Wie will die Landesregierung verhindern, dass die NRW-Schulen immer weiter Schüler entlassen, die nicht lesen und schreiben können? Die Landesregierung sollte sich auch fragen, wie sie den vielen schlecht ausgebildeten Erwachsenen helfen kann, die Opfer des NRW-Schulwesens wurden. Wann ist der Zeitpunkt gekommen, tätig werden? Jetzt sofort – oder wenn die Rate auf 20 oder 25 Prozent gestiegen ist?  Die Schulen, deren Effizienz die Landesregierung zu verantworten hat, sind jene Nahtstelle, an der die Gesellschaft beginnt, sich zu spalten, und das Land anfängt, abwärts zu trudeln.

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6 Kommentare zu “Konkurrenzlos schlecht”

  1. […] NRW: Konkurrenzlos schlecht…Post von Horn […]

  2. Franz Weiler sagt:

    Wir müssen begreifen, dass sowohl in der Landes- als auch in der Bundespolitik nur ganz wenige fähige Köpfe tätig sind. Diese gewählten Politik-Darsteller sind allesamt nur auf ihr eigenes Wohlwollen und Fortkommen bedacht und haben keinerlei Sinn für die Probleme der Menschen. Aber leider wurden sie ja von „UNS“ gewählt.
    Aber je ungebildeter die Menschen sind (siehe Mittelalter),desto leichter sind sie zu manipulieren und zu führen (Brot u. Spiele im alten Rom).
    Also alles beginnt bei der Bildung … aber so lange ein Draghi etc. an der Macht ist, wird sich wohl nicht viel zum Besseren wenden. Eigentlich müsste man alle zum Teufel jagen.
    Wie viele Politiker gäbe es wohl noch, wenn jeder für seine Fehler privat zur Verantwortung gezogen würde?

  3. dr.pingel sagt:

    Es ist noch viel schlimmer. Als pensionierter Lehrer weiß ich, wovon ich spreche, und schildere hier mal die Lehrerperspektive. Fast jedes Jahr gab es Arbeitszeitverlängerungen, Gehaltskürzungen, Erhöhung der Klassenfrequenzen. Immer, wenn das Land sparen musste, waren wir Lehrer vornedran. An meiner Schule mussten wir alle Kopien selbst bezahlen und auch selber herstellen. Dazu das schlechte Image, obwohl die meisten Lehrer sich sehr bemühen. Auch besondere Schäbigkeiten hat sich das Land geleistet: Einmal gab es Gehaltskürzungen, aber nicht für alle Landesbeamten, sondern nur für Lehrer. Dann konnten Lehrer plötzlich ihr Arbeitszimmer nicht mehr absetzen (erst durch eine Klage gestoppt). Und jahrelang haben wir die Klassenfahrten aus eigener Tasche selbst bezahlt, bis auch das per Gericht gestoppt wurde.
    Ich habe mich mal in einem ICE mit einem Schaffner unterhalten und ihn gefragt, was ihn und mich als Lehrer verbinde.
    Es ist dies: Verachtet von den Vorgesetzten und drangsaliert von der Kundschaft, sind wir der Mittelbau, der den ganzen Betrieb überhaupt am Laufen hält.

  4. BRD-AKUT sagt:

    Gebildete Menschen sind gefährlich für die, die so weitermachen wollen, wie es jetzt läuft. Und es werden ja Ungebildete gebraucht, wer soll denn sonst dazu gezwungen werden, in prekären Jobs zu arbeiten? Ohne die Deutschland sich heute nicht als „Wunder“, als „Vorbild“, als Tonangeber in der Krise verkaufen könnte. Dies ist eine Elitokratie, die den Normalbürger nur als notwendiges Übel betrachtet. Notwendig, weil er der „Elite“ ihr benötigtes „Kleingeld“ zur Verfügung stellen muss. Und von Tag zu Tag wird einem bewusster, dass dies alles nur in einem riesigen Knall (99% vs 1%) enden wird, muss.

  5. […] man auch mal drüber nachlesen: Ulrich Horn über die vergeigte Bildungspolitik in […]

  6. […] Konkurrenzlos schlecht – das Bildungssystem von Nordrhein-Westfalen (Post von Horn) – […]

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